Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Doppelseitenansicht
Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 4.1901 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Berliner Leben (Public Domain) Ausgabe 4.1901 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Zeitschrift

Titel:
Berliner Leben : Zeitschrift für Schönheit und Kunst
Weitere Titel:
Die Damen-Illustrierte
Die Frauen-Illustrierte
Erschienen:
Berlin: Oestergaard 1928
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Erscheinungsverlauf:
1.1898/99 - 31.1928,20
ZDB-ID:
2692447-X ZDB
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
Dewey-Dezimalklassifikation:
050 Zeitschriften, fortlaufende Sammelwerke
Sammlung:
Berliner Zeitungen, Zeitschriften
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1901
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2016
Berlin:
B 1 Allgemeines: Zeitungen
Dewey-Dezimalklassifikation:
050 Zeitschriften, fortlaufende Sammelwerke
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-5303823
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Berliner Zeitungen, Zeitschriften

Ausgabe

Titel:
H. [11]

Schnellzugriff

Schnellzugriff

  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 4.1901 (Public Domain)
  • Einband
  • Titelblatt
  • Index
  • H. [1]
  • H. [2]
  • H. [3]
  • H. [4]
  • H. [5]
  • H. [6]
  • H. [7]
  • H. [8]
  • H. [9]
  • H. [10]
  • H. [11]
  • H. [12]
  • Rückdeckel

Volltext

195 
lüeisse ^oseir. 
Skizze von Ferd. Grüner. 
(Nachdruck verboten.) 
B rühlingsodem erfüllte die Lande. Allenthalben 
knospete es, und voll keuschen Duftes lag die 
Welt. Nur die höchsten Spitzen der Berge deckte 
noch ein weisser Schleier; wie starrgewordene Bran 
dung schimmerte er. Alltäglich verschwand indessen 
ein Stückchen der weissen Masse. 
In den Städten hub das Leben mit frischen 
Kräften neu an, als nun die klaren Wasser, aus 
Eises Haft erlöst, schäumend thalwärts sprangen. 
Die Rosen, diese herrlichen, unvergleichlichen Blumen, 
begannen zu blühen. 
Besonders prächtige Kosen gab es im Garten 
der Villa Langhorst. An den weissen Mauern 
rankte sich Epheu und wilder Wein bis zu den 
Fenstern des ersten Halbstockes empor. Auf den 
sorgfältig bewarteten Beeten sprossten Blüten in 
bunter Menge, besonders weisse, halb entknospete 
Rosen, die ihren Kelch noch nicht ganz dem warmen 
Sonnenlichte erschlossen hatten. 
In einem entzückend eingerichteten Gemache 
des ersten Halbstockes waren die Fenster geschlossen, 
während sie sonst weitaufgethan waren, um der 
würzig-lauen Luft Eingang zu gewähren. 
Auf roten, niedrigen Fauteuils sassen sich zwei 
Damen gegenüber; die eine, deren Haar silbergrau, 
hatte ihre freundlichen Augen voll inniger Teilnahme 
auf die jüngere gerichtet. Blondhäuptig war die 
letztere, hübsch, sogar schön. An ihren Wimpern 
perlten helle Tropfen und rannen langsam über die 
Wangen. Das sympathische Gesicht der älteren 
Dame blickte verjüngt und verschönt aus jenem der 
Frau Anna Langhorst. Mutter und Tochter waren 
die Beiden. Was ihre Seele bedrückte, hatte die 
vielbeneidete junge Frau im Flüsterton, mit manchem 
Schluchzen, erzählt. 
„Änni, Du siehst Gespenster“, entgegnete die 
Mutter sanft, wie man zu einem Kranken spricht. 
„Fritz hat Dich verwöhnt, denn er trägt Dich auf 
Händen. Wenn er nun einmal verschlossener oder 
weniger zärtlich ist, darfst Du nicht thörichter Weise 
gleich irgend etwas argwöhnen. Die Männer haben 
Sorgen, mit denen sie uns verschonen wollen, wes 
halb sie schweigsam sind. Weine also nicht, denn 
es ist gar keine Ursache dazu — und Fritz wüide 
mit Recht darüber zürnen!“ 
„Aber Mutter . . J“ 
Es zitterte noch zu stark in der Brust der 
jungen Frau. Sie konnte nicht weiter sprechen. 
„O, Änni, ich weiss, was Du einwenden willst 
und ich sage Dir, mein Kind: Auch mir blieben 
solche Stunden nicht aus. Auch ich weinte viel im 
Geheimen. Mein Gatte, Dein Vater, hat nie etwas 
davon geahnt. Ich verbarg es ängstlich vor ihm. 
Nur einmal, da hielt ich die peinigende Qual nicht 
länger aus. Ich musste mich überzeugen. Ich 
zitterte und bebte. Doch“ — und nun verschönte 
ein unendlich glückliches Lächeln die Züge der 
Dame in Silbergrau — „ich hatte mich getäuscht. 
Er war nicht untreu! (), wie ich mich da in den 
Grund meiner Seele schämte und ich doch so glücklich, 
wundersam glücklich war! Nie habe ich nachher 
im Leben noch einmal Übles von ihm gedacht. 
Ruhig, still, zufrieden bin ich an seiner Seite durch 
das Leben gegangen“. —• — 
Die junge Frau flog mit leuchtenden Augen in 
die Arme der Mutter, welche sie zärtlich küsste. Ivs 
zitterte dabei um den alten Mund. 
„Mutter, was Du sagst, stimmt mich so ruhig 
und zuversichtlich. So will ich es auch halten!“ 
Die alte Dame lächelte zufrieden: „So, Änni, 
gefällst Du mir und wird auch Fritz mit Dir zu 
frieden sein! — Nun muss ich aber gehen.“ 
Mit einer herzlichen Umarmung schieden die 
beiden. Vom Fenster aus winkte Frau Langhorst 
dem Wagen nach. 
Blutrot ging eben die Sonne zur Rüste; es war 
ein herrliches Bild, das diese Beleuchtung schuf. 
Gedankenversunken sah die Frau am Fenster 
in die Ferne, Wie die Lichter draussen erstarben 
und graue Dämmerung die Thäler erfüllte, verschwand 
auch der Ausdruck froher Zuversicht von dem 
hübschem Gesichte. 
Als Frau Langhorst sich endlich vom Fenster 
abwandte, streifte ihre Hand unversehens eine 
prachtvolle, kleine Vase, die auf einem Tischchen 
knapp neben dem Fenster stand. 
Weisse Rosen staken in dem zierlichen Porzellan. 
Ein feiner Duft ging von den Frühlingskindern aus. 
Der Mund der jungen Frau schloss sich in trotziger 
Energie, als ihr Blick auf die Blumen fiel. 
Sie liess sich auf ein Ruhebett nieder und sann 
und sann ... Diese weisse Rosen hatte der Gatte 
heimgebracht, wie nun schon öfters. 
Frau Wortmann liebte aber weisse Rosen und 
Frau Langhorst sah sie oft mit solchen auf der Brust. 
Frau Wortmann war eine Witwe. Reife Schön 
heit war ihr eigen; nachtdunkle Augen und ein 
feuriges Temperament. 
Vor zwei oder drei Jahren hatte man sich in 
einem Kurorte kennen gelernt. Damals lebte Herr 
Wortmann noch; ein noch nicht alter, jedoch kranker, 
verdrossener Mann. Die Kur vermochte ihm nicht 
zu helfen; er starb. 
Die Witwe übersiedelte nun nach der Residenz. 
Der Vater der Frau Langhorst und diese selbst 
hatten Frau Wortmann geraten, dies zu thun. Die 
Witwe spielte in der Gesellschaft bald eine nicht 
unwichtige Rolle. Sie war immer so kordial mit 
allen und kokettierte mit Grandezza. Sie führte ein 
grosses Haus und sah oft Gäste bei sich. Auch 
Fritz Langhorst verkehrte dort .... 
Plötzlich sprang Frau Anna Langhorst von dem 
Ruhebette auf, drehte mit einem Ruck den Flebel 
der elektrischen Beleuchtung herum, so dass die 
Lampen ein zartrosenfarbenes Licht über das Bou 
doir ergossen. Hierauf schloss sie sorgfältig die 
Fenstervorhänge. Dann schlich sie klopfenden Herzens, 
als ob sie niemand bemerken sollte, hinaus auf den 
Korridor und von dort in den Garten. Wenige Minuten 
später stand sie erhitzt und mit fliegendem Atem 
wieder im Zimmer. In den schlanken Fingern hielt 
sie zwei weisse Rosenknospen. Die junge Frau 
schloss die Thüre ab, dann suchte sie einige Zeit in 
einer eleganten Schatulle. Fläschchen aller Formen 
und mit bunten Etiquetten waren in derselben auf 
gestapelt. Das kleinste, welches eine vergoldete 
Kapsel hatte, öffnete sie. Hierauf suchte sie die 
weissen Knospen ganz wenig zu öffnen und liess 
aus dem Flacon ein Tröpfchen in die Kelche fallen. 
Eine halbe Stunde später sauste das elegante 
Gespann der Frau Langhorst durch die hellerleuchtete 
Stadt. In einer komfortablen Strasse hielt es vor 
einem Hause, dessen Front reichen, ornamentalen 
Schmuck trug. 
Frau Wortmann bewohnte in dem Hause eine 
Flucht prächtiger Räume. Die Witwe kam dem Be 
suche mit ausgesuchter Herzlichkeit entgegen: 
„Endlich, teuerste Freundin, sieht man Sie 
wieder einmal! Nahezu vierzehn Lage haben Sie 
sich nicht anschauen lassen“, schmollte sie mit 
reizendem Lächeln, wobei blendend weisse Zähne 
sichtbar wurden. 
„Der erste Frühling macht mich immer ein 
wenig unwohl“, erwiderte leicht errötend Frau 
Langhorst. Die Witwe nötigte sie mit sanfter Ge 
walt in einen grünen, bizarr geformten Sessel nieder. 
„O, wer noch im ersten Frühling ist, wie glück 
lich ist der“, sagte sie mit schmachtendem Lächeln. 
Frau Langhorst warf der Sprechenden einen 
schnellen Blick zu. Das weisse, künstliche Licht
	        

Downloads

Downloads

Ganzer Datensatz

ALTO TEI Volltext PDF (komprimiert) PDF (Originalgröße)
TOC
Mirador

Diese Seite

PDF Download der aktuellen Seite Vorschau Download der aktuellen Seite Klein Download der aktuellen Seite Mittel Download der aktuellen Seite Groß Download der aktuellen Seite Master ALTO TEI Volltext Mirador

Bildfragment

Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild Link zu einem IIIF Bildfragment

Formate und Verlinkungen

Formate und Verlinkungen

Die Metadaten stehen in verschiedenen Formaten zur Verfügung. Außerdem gibt es Links zu externen Systemen.

Formate

METS METS (Gesamtwerk) MARC XML Dublin Core

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Zitieren

Zitieren

Folgende Zitierlinks stehen für das gesamte Werk oder die angezeigte Seite zur Verfügung:

Ganzer Datensatz

Diese Seite

Zitierempfehlung

Bitte das Zitat vor der Verwendung prüfen.

Werkzeuge zur Bildmanipulation

Werkzeuge nicht verfügbar

Bildausschnitt teilen

Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Kontakt

Haben Sie einen Fehler gefunden, eine Idee wie wir das Angebot noch weiter verbessern können oder eine sonstige Frage zu dieser Seite? Schreiben Sie uns und wir melden uns sehr gerne bei Ihnen zurück!

Wie lautet der erste Buchstabe des Wortes "Baum"?:

Hiermit bestätige ich die Verwendung meiner persönlichen Daten im Rahmen der gestellten Anfrage.