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Monograph

Author:
Schütz, Wilhelm
Title:
Vergleichende statistische Uebersicht der in Berlin in den vier Epidemien 1831, 1832, 1837 und 1848 vorgekommenen Cholerafälle : nach den Wohnungen der Erkrankten aus den amtlichen Listen zusammengestellt und erläutert ; nebst einem Grundriss von Berlin / von W. Schütz
Publication:
Berlin: G. Reimer, 1849
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2011
Scope:
160 S.
Note:
In Fraktur
Berlin:
B 938 Gesundheit. Soziales: Gesundheitswesen
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-opus-108232
Collection:
History,Cultural History
Society,Population,Social Affairs,Health
Shelfmark:
B 938/14
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Author:
Schütz, Wilhelm
Title:
Vergleichende statistische Uebersicht der in Berlin in den vier Epidemien 1831, 1832, 1837 und 1848 vorgekommenen Cholerafälle : nach den Wohnungen der Erkrankten aus den amtlichen Listen zusammengestellt und erläutert ; nebst einem Grundriss von Berlin / von W. Schütz
Publication:
Berlin: G. Reimer, 1849
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2011
Scope:
160 S.
Note:
In Fraktur
Berlin:
B 938 Gesundheit. Soziales: Gesundheitswesen
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-opus-108232
Collection:
History,Cultural History
Society,Population,Social Affairs,Health
Shelfmark:
B 938/14
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
Tabellen
Title:
Tabellen

Table

Title:
Tabelle: Tab. V. Gruppenweises Auftreten der Cholera in Berlin
Title:
Tabelle: Tab. V. Gruppenweises Auftreten der Cholera in Berlin

Contents

Table of contents

  • Berliner Leben (Public Domain)
  • Ausgabe 28.1925 (Public Domain)
  • Band 1
  • Cover
  • H. 1
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  • H. 13
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  • H. 16
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  • Band 2
  • Cover
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Full text

Jafirg.  ZS

Nr.  iS

23

müssen.  Es  kam  ihm  nicht  unerwartet.  Er  hatte  damit
gerechnet.  Im  übrigen  vertraute  er  seinem  guten  Stern
und  auf  die  Wirkung  eines  Rundschreibens,  das  er  an
seine  Kundschaft  gerichtet  hatte,  worin  er  auf  seine
bewährte  Vertrauenswürdigkeit  hinwies  und  um
weiteres  Vertrauen  bat.  Auch  von  seiner  bekannten,
glücklichen  Hand  war  darin  die  Rede.
Sei  es,  daß  die  politischen  Dinge  alles  andere  zum
Schweigen  brachten,  sei  es,  daß  die  Konkurrenz  dahintersteckte ­
  —  das  Rundschreiben  versagte.  Vollständig. ­
  Zum  erstenmal  mußte  Mr.  Arbuthnot  erfahren,
daß  alles  seine  Zeit  hat  im  Leben.  Unablässig  erschienen
Geldholende.  Mr.  Bagshaw,  der  Sozius,  weilte  seit  zwei
Tagen  in  London.  Er  hatte  die  Mission,  dort  neue  Gelder
aufzutreiben.  Nur  für  eine  kurze  Spanne  Zeit.  Von  dem
Gelingen  hing  die  Zukunft  der  Firma  Arbuthnot  &
Bagshaw  ab.  Jede  Stunde  erwartete  Mr.  Arbuthnot  das
Telegramm  seines  Partners;  er  zweifelte  nicht,  daß  er
den  Erfolg  melden  würde.
Der  heutige  Tag  war  der  schlimmste  gewesen.  Schlag
auf  Schlag  wurden  die  Depots  zurückgefordert,  persönlich, ­
  brieflich,  telegraphisch.  Eben  hatte  der  jüngste
Clerk  das  Office  verlassen.  Mr.  Arbuthnot  schloß  sorgfältig ­
  die  Tür  ab.
Er  trat  einen  Augenblick  an  das  Fenster.  Der  Broadway ­
  lag  finster  zu  seinen  Füßen.  Nur  in  den  Fensterscheiben ­
  des  gegenüberliegenden  Kontorhauses  spiegelte
sich  das  grelle  Licht,  das  aus  seinem  Privatkontor  floß.
Wie  große  Augen  saßen  die  erleuchteten  Fenster  in  dem
riesigen,  dunklen  Wolkenkratzer.
Plötzlich  schrillte  die  elektrische  Glocke.  Er  fuhr
leicht  zusammen.  „Du  wirst  nervös,  alter  Junge“,  sagte
er  sich.  Dann  ging  er  langsam  zur  Tür  und  öffnete  sie.
Es  war  ein  Telegraphenjunge.
Mr.  Arbuthnot  hielt  die  Depesche  einen  Augenblick
uneröffnet  in  der  Hand.  Ohne  daß  er  hinsah,  wußte  er:
sie  kam  aus  London.  Langsam  ging  er  zurück  in  sein
Privatkontor,  faltete  das  Formular  auseinander  und  las:
„Mission  gescheitert.  Drahtet  neue  Instruktion.
Bagshaw.
Er  lächelte  wie  geistesabwesend,  faltete  das  Telegramm ­
  sorgfältig  wieder  zusammen  und  steckte  es  in
die  Tasche.  Dann  ging  er  an  seinen  Rollschreibtisch,
schloß  die  Schublade  auf  und  entnahm  ihr  einen
Browning.
Er  drehte  das  Licht  aus,  trat  an  das  Fenster  und
öffnete  es.  Draußen  jagte  der  Novembersturm.  Nervös,
halb  mechanisch  zog  er  seine  Brieftasche  und  schüttelte
den  Inhalt  auf  das  Fensterbrett.  Eine  Fünfzigdollarnote
fiel  heraus.  Er  lächelte  bitter:  „Mein  erster  Erfolg  .  .  .
und  jetzt?  Die  Trümmer  einer  Lebenshoffnung.“  Er
wollte  die  Note  ergreifen  und  hatte  das  Gefühl,  als
müsse  er  sie  liebkosen.  Aber  in  diesem  Augenblick  erfaßte ­
  sie  der  Wind.  Sie.flatterte  davon,  und  Arbuthnot
blickte  ihr  wie  erstarrt  nach.  Dann  lachte  er  laut  auf
und  öffnete  das  Hemd.  Mit  den  Fingern  tastete  er
nach  der  Brust.  Hier  klopfte  es.  Das  war  das  Herz.
Dahin  setzte  er  den  Revolver.
«
Der  junge  Mechaniker  Georg  Collins  schlich  trübselig
durch  die  nächtlichen  Straßen  von  New  York.  Er  war
seit  dem  frühen  Morgen  unterwegs,  um  Arbeit  zu  finden
—  vergebens.  Allenthalben  Überangebot;  im  günstigsten
Falle  hatte  man  ihn  auf  später  vertröstet.  Das  ging  nun
seit  einem  Monat  so.  Jeden  Tag  dieselbe  Geschichte  —
die  Wanderung  von  einem  Office  zum  andern,  immer
der  gleiche  Erfolg;  alles  besetzt.  Nachts  ein  Schlaflager
am  East-River  oder  im  Centralpark.  Seit  gestern  Abend
hatte  er  nichts  gegessen.  Dazu  keine  Aussicht,  auch  nur

die  geringste,  auf  bessere  Zeiten,  Er  hatte  es  satt.  Satt
bis  oben.  Heute  morgen,  da  war  ihm  am  Hudson  eine
kleine,  ruhige  Bucht  auf  gefallen,  wie  geschaffen  für
Leute,  die  sowas  still  mit  sich  selbst  abmachen  wollen.
Kein  Haus  in  der  Nähe,  kein  Policeman,  der  ihn  vielleicht ­
  erbarmungsvoll  in  dies  schöne  Leben  zurückrufen
würde.  .  .  Dahin  wanderte  er.
Plötzlich  flatterte  etwas  vor  ihm  nieder.
„Irgend  ein  Stück  Papier“,  dachte  er  bei  sich.  Er
folgte  ihm  mit  den  Augen,  bis  es  auf  dem  schlüpfrigen
Trottoir  landete.  Einen  Augenblick  sah  er  darauf
nieder,  stutzte  dann  plötzlich  und  blieb  stehen.  „Unsinn“, ­
  sagte  er  zu  sich,  .sowas  gibt’s  ja  nicht!“  Er
wollte  weitergehen,  besann  sich  aber,  bückte  sich  und
hob  das  Papier  auf.  Ungläubig  nahm  er  es  zwischen
zwei  Finger  und  trug  es  bis  zur  nächsten  |g|erne.  Hier
entfaltete  er  es,  sah  es  prüfend  an  und  sich  die
Augen.  War  es  denn  möglich?  Nein,  es  «in  Irrtum ­
  sein.  Vielleicht  ein  Traum.  Viellefeht  lag  er  in
irgendeinem  Neubau,  und  all  dies  gauke||®  jjsm  seine
Phantasie  vor.  Er  gab  sich  einen  gehörige^;  Äff  in  die
Seite,  so  daß  er  beinahe  aufgeschrien  hätt4,  Nein,  es
war  kein  Traum.  Er  wachte,  und  stand  auf  dem  Broadway. ­
  Er  hielt  die  Note  gegen  das  Licht  der  Laterne.
Klar  und  deutlich  trat  das  Wasserzeichen  hervor.  Die
Note  war  echt.
Seine  Augen  weiteten  sich,  und  er  fuhr  mit  den  Armen
in  die  Lu.t.  War  es  denn  möglich?  Er  besaß  fünfzig
Dollars.  Er  konnte  sich  satt  essen,  er  konnte  sich  ein
Zimmer  mieten  mit  einem  weichen,  behaglichen  Bett!
Er  konnte  sich  Tabak  kaufen!  Und  er  konnte  in  aller
Ruhe  abwarten,  bis  es  ihm  gelingen  würde,  irgendwo
Arbeit  zu  finden!
Es  war  kein  Zweifel.  Es  war  Wahrheit.  Er  nahm
unwillkürlich  die  Mütze  ab  und  blickte  zum  Himmel.
„Neues  Leben“,  flüsterte  er,  halb  unbewußt.  Dann
machte  er  energisch  kehrt,  drehte  dem  Hudson  den
Rücken,  spitzte  die  Lippen  zu  einem  lustigen  Marsch
und  ging  mit  schnellen  Schritten  der  Stadt  zu,  dem
Licht  entgegen.
            

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  • BerlLeben_1925_18.pdf
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  • BerlLeben_1925_21.pdf
  • BerlLeben_1925_22.pdf
  • BerlLeben_1925_23.pdf
  • BerlLeben_1925_24.pdf
  • BerlLeben_1925_25.pdf
  • BerlLeben_1925_26.pdf
  • BerlLeben_1925_27.pdf
  • BerlLeben_1925_28.pdf
  • BerlLeben_1925_29.pdf
  • BerlLeben_1925_30.pdf
  • BerlLeben_1925_31.pdf
  • BerlLeben_1925_32.pdf
  • BerlLeben_1925_33.pdf
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