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Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain) Ausgabe 1919 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Volltext: Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain) Ausgabe 1919 (Public Domain)

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Monografie

Verfasser:
Zimmermann, Carl Wilhelm
Titel:
Der sittliche Zustand von Berlin nach Aufhebung der geduldeten Prostitution des weiblichen Geschlechts : ein Beitrag zur Geschichte der Gegenwart... / von Carl Röhrmann
Ausgabe:
3., unveränd. Abdruck
Erschienen:
Leipzig: Röhrmann, 1847
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2011
Umfang:
238 S.
Berlin:
B 704 Gesellschaft: Prostitution
Dewey-Dezimalklassifikation:
300 Sozialwissenschaften, Soziologie
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-opus-107265
Sammlung:
Gesellschaft, Bevölkerung, Soziales, Gesundheit
Signatur:
B 704/2 a
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
Zweite Abtheilung. Unverfälschte Biographien der bekanntesten prostituirten, noch lebenden Frauenzimmer in Berlin

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  • Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain)
  • Ausgabe 1919 (Public Domain)
  • 21. März 1919
  • 28. März 1919
  • 11. April 1919
  • 25. April 1919
  • 9. Mai 1919
  • 23. Mai 1919
  • 4. Juni 1919
  • 27. Juni 1919
  • 18. Juli 1919
  • 22. August 1919
  • 5. September 1919
  • 26. September 1919
  • 22. Oktober 1919
  • 21. November 1919
  • 12. Dezember 1919
  • 22. Dezember 1919

Volltext

„Nehmen S ie das Zeug nur alles mit, S ie bringen es m ir morgen doch wieder, denn ich habe einen A u s­ weis, lau t dem ich berechtigt bin, diese Waffen im B e­ sitz zu haben. Dieser A usw eis stammt von der Garde- Schützendivision, und nicht nu r ich, sondern fast alle B ürger Niederschönhausens, die sich in der E in­ w ohnerw ehr befinden, haben diesen Waffenschein und gleichzeitig W affen erhalten." Ebenso werden in der ausgiebigsten Weise Gutsbesitzer be­ waffnet. Z u welchem Zweck das geschieht, ist ja ebenso klar. (Z u ru f Ju stizrat A braham : Lesen S ie keine Zeitung, H err F reund?) S ie kommen nachher dran , S ie wissen, mit Ih n e n mache ich es im m er zuletzt ab, im m er von der humoristischen (Beite. (Heiterkeit.) F ü r die Bew affnung der Landjunker h a t sich ein so­ genannter Landschutzverband gebildet. Dieser Land- schutzverband erläß t einen Ausruf, in dem es heißt: W ir haben aufgehört, gegen den äußeren Feind zu kämpfen — mit dem sind sie fertig — , jetzt gilt es, den inneren Feind zu besiegen. (Pfui-R ufe.) D as m ord­ lustige, arbeitsscheue Gesindel, das S ta d t und Land unsicher macht, das schwer erw orbenes Eigentum der Bevölkerung raubt, um es zu verprassen — dam it meinen sie die K riegsgew inne — , nichts ist mehr sicher, weder die Früchte au f dem Felde, noch d as Vieh in den S tä llen , noch das mühsam ersparte Geld. — (Heiter­ keit.) D arauf kommt es ihnen am meisten an, und um dieses ersparte Geld redst/ sicherzustellen gegen das arbeitsscheue Gesindel, bewaffnen sich diese Gutsbesitzer in der ausgiebigsten Weise und bilden auch aus dem Lande Einw ohnerw ehren. D as, meine D am en und H erren, ist die Z usam ­ mensetzung der E inw ohnerw ehren, und daraus, ebenso wie aus den eben verlesenen Erlassen des Reichswehr- m inisters und des Reichswehrkommandos I geht der Zweck ohne weiteres hervor. N un wollen w ir uns einm al mit der E inw ohner­ wehr in Neukölln befassen. (Aha-Rufe.) Neukölln ist an sich kein günstiger Boden für E inw ohnerw ehren. I n dem reichen Westen, wo das reklamierte Schieber- tum und die K riegsgew innler wohnen, die durch die R evolutionstage etw as ängstlich geworden sind um ihre K riegsgewinne, hat m an sich enger zusammenge­ schlossen, um dieses mühsam ersparte Geld sicherzu­ stellen, (Heiterkeit.) D a sind die Bürgerlichen in Scharen zusammengekommen und haben ihr Geld durch die gut bewaffneten E inw ohnerw ehren sichergestellt. ! I n Neukölln ist das Feld dafür etw as knapper, aber doch haben sich einiger hundert M a n n auch hier zu- j lammengefunden, um eine E inw ohnerw ehr zu bilden. S ie besteht in der Hauptsache au s Beam ten und G e­ schäftsleuten von jener S o rte , die immer bereit ge­ wesen ist, den Bürgerkrieg zu propagieren und auf die Gelegenheit eines B ürgerkrieges zu lauern. Leider aber gehören der E inw ohnerw ehr in Neukölln auch ein gut Teil A rbeiter an, soweit m ir bekamst ist, solche, die in der rechtssozialistischen P a r te i organisiert sind (hört, hört! und Z u ru f: U nabhängige!); denn m an nim m t ja diese H erren zurzeit noch gnädigst in die E in ­ wohnerw ehr auf. Aber diesen Leuten, die aus den Arbeiterkreisen stammen, möchte ich eins zu bedenken geben: W ährend es sich bei den Bürgerlichen nu r darum handelt, den Klassenkampf, den Bürgerkrieg zu propagieren (Heiterkeit), liegt die Sache bei den A r­ beitern schwerer: sie sollen m ißbraucht werden, um den B ruderm ord auszuführen! Denn welchen Zweck haben denn die E inw ohnerw ehren? E s kann sich doch lediglich darum handeln (Rufe: Z u morden!), daß m an sie zur Befestigung der kapitalistischen Klassenherrschaft benützt, daß m an sie benützt, um die Arbeiter niederzuhalten. (S ehr richtig!) M an hat hier in Neukölln einen solchen Versuch schon einm al gemacht. W ozu sollte m an sie sonst gebrauchen? M a n weiß ganz genau, daß für d as P ro le ta ria t als solches Einw ohnerw ehren nicht nötig sind, daß der A rbeiter gar nicht daran denkt, das, w as ihm als der M ehrheit des Volkes zusteht, nämlich die Macht, m it W affengew alt zu erringen, daß er gar nicht daran denkt, m it Maschinengewehren und H andgranaten sich zu betätigen, sondern überzeugt ist, daß er seine Ziele auf viel friedlichere, w enn auch ebenso wirksame Weise erreichen w ird. D as weiß m an auf der S eite der Gegner ganz genau. Aber m an will eben durch solche Einw ohnerw ehren den Arbeiter niederhalten, und wie und wozu, dafür ein Beispiel: Am 16-17. August d. I . haben bekanntlich die A rbeiter der städtischen Gaswerke einen partiellen S treik, passive Resistenz ausgeübt und an diesen T agen die Arbeit ruhen lassen. Gelegentlich einer gemeinschaftlichen Sitzung des M agistrats und einiger S tad tverordneter sprach dabei der Direktor der G asansta lt die besorgte F ra g e aus: „ J a , w as soll denn n u n werden, es muß doch gearbeitet w erden!" Und da w ußte er sich nicht anders zu helfen a ls durch die F rage: „ J a , wollen w ir nicht die Gardeschützendivision anklingeln?" (Heiterkeit und Zurufe.) E ines steht doch fest: m an sieht, w orauf die Geschichte h inausläuft, feien es T ruppen i oder E inw ohnerw ehr, m an w ird sich im m er wieder ; solcher Machtmittel, solcher Institu tionen bedienen, um den A rbeiter niederzuhalten, dem A rbeiter zu sagen: Und bist du nicht willig, so brauch' ich G ew alt! W enn du streifst, dann klingele ich die Gardeschützendioision oder die E inw ohnerw ehr an und bann treiben die dich mit H andgranaten und Maschinengewehren zur A rbeit an . (Große Unruhe, Zurufe von der T ribüne.) Und d as ist der Zweck der Aufrechterhaltung der Ruhe und O rdnung gegen den inneren Feind, w oran sich beteili­ gen die T ruppen, die Polizei und die E inw ohner­ wehren. (Z uruf rechts: Eine sonderbare Logik!) Und dieser Zweck w ird dadurch überflüssig, daß w ir solche Institu tionen hier nicht gebrauchen. S ie werden aber p ropagiert auch von der Presse, die in Neukölln ver­ teilt w ird, durch F lugblätter wie dieses: „Freiheit und W ahrheit", d a s keinem bürgerlichen B latte, wohl aber dem „V orw ärts" in den letzten- T agen beigelegen hat. M a n kann sich da nicht w undern, w enn sich A r- beiter haben verleiten lassen, dieser klassenkämpfe­ rischen In stitu tion beizutreten und dadurch dem B ruderm ord T ü r und T or zu öffnen. (Z uruf von der T ribüne: D as sind keine Arbeiter!) I n welcher Weife beteiligt sich der M agistrat — und das interessiert uns am meisten — an der E rh a l­ tung und Subvention ierung dieser E inw ohnerw ehr? : H at der M agistrat E influß auf dieselbe? I s t der M a ­ gistrat bereit, eventuell seinen E influß geltend zu machen, um diese E inw ohnerw ehr zur Auflösung zu b ringen? S ow eit m ir bekannt — ich teile das unver­ bindlich mit — , bekommen die bei der E inw ohnerw ehr beschäftigten Arbeiter, G ew chrreiniger usw. einen Tagelohn von 8,70 M ., dagegen bekommt angeblich der erste Schreiber, bann ein K aufm ann Henfche! a u s B erlin , ein W affenmeister Heike. Pan ierstraße 69, 5 M . I Extratagelohn aus der Stadtkasse der S ta d t Neukölln (Hört, hört!) N un frage ich den M agistrat, ob das den Tatsachen entspricht, und wenn, w er diesen Beschluß gefaßt hat und au f welche Grundsätze er gestützt w orden ist? E s stehen der E inw ohnerw ehr außerdem zur V er­ fügung ein Wachtzug von ungefähr 50 M ann a u s dem ! Polizeipräsidium , und das Ganze untersteht dem G ruppenkom m ando 1 der Reichswehr. S ie sehen, daß die In stitu tion der E inw ohnerw ehr durchaus nicht so harm los ist, wie sie Ih n e n durch das F lugb latt hier, das auf den Tisch des Haufes geflattert ist, geschildert worden ist. E s kann sich nicht n u r darum handeln, spitzbübischem Gesindel und Verbrechern zu Leibe zu 7

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