Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Monograph

Author:
Kalisch, David
Title:
Berlin bei Nacht : Posse mit Gesang in 3 Aufzügen / von David Kalisch
Publication:
Berlin: Hofmann, 1850
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2011
Scope:
77 S.
Note:
In Fraktur
Berlin:
B 330 Literatur: Theaterstücke, Possen über Berlin
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-opus-106339
Collection:
History,Cultural History
General Regional Studies
Shelfmark:
B 330 Kal 2
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Chapter

Title:
Erster Aufzug

Contents

Table of contents

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1898, VII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nr. 1, 2. Januar 1898
  • Nr. 2, 9. Januar 1898
  • Nr. 3, 16. Januar 1898
  • Nr. 4, 23. Januar 1898
  • Nr. 5, 30. Januar 1898
  • Nr. 6, 6. Februar 1898
  • Nr. 7, 13. Februar 1898
  • Nr. 8, 20. Februar 1898
  • Nr. 9, 27. Februar 1898
  • Nr. 10, 6. März 1898
  • Nr. 11, 13. März 1898
  • Nr. 12, 20. März 1898
  • Nr. 13, 27. März 1898
  • Nr. 14, 3. April 1898
  • Nr. 15, 10. April 1898
  • Nr. 16, 17. April 1898
  • Nr. 17, 24. April 1898
  • Nr. 18, 1. Mai 1898
  • Nr. 19, 8. Mai 1898
  • Nr. 20, 15. Mai 1898
  • Nr. 21, 22. Mai 1898
  • Nr. 22, 29. Mai 1898
  • Nr. 23, 5. Juni 1898
  • Nr. 24, 12. Juni 1898
  • Nr. 25, 19. Juni 1898
  • Nr. 26, 26. Juni 1898
  • Nr. 27, 3. Juli 1898
  • Nr. 28, 10. Juli 1898
  • Nr. 29, 17. Juli 1898
  • Nr. 30, 24. Juli 1898
  • Nr. 31, 31. Juli 1898
  • Nr. 32, 7. August 1898
  • Nr. 33, 14. August 1898
  • Nr. 34, 21. August 1898
  • Nr. 35, 28. August 1898
  • Nr. 36, 4. September 1898
  • Nr. 37, 11. September 1898
  • Nr. 38, 18. September 1898
  • Nr. 39, 25. September 1898
  • Nr. 40, 2. Oktober 1898
  • Nr. 41, 9. Oktober 1898
  • Nr. 42, 16. Oktober 1898
  • Nr. 43, 23. Oktober 1898
  • Nr. 44, 30. Oktober 1898
  • Nr. 45, 6. November 1898
  • Nr. 46, 13. November 1898
  • Nr. 47, 20. November 1898
  • Nr. 48, 27. November 1898
  • Nr. 49, 4. Dezember 1898
  • Nr. 50, 11. Dezember 1898
  • Nr. 51, 18. Dezember 1898
  • Nr. 52, 25. Dezember 1898
  • ColorChart

Full text

Tod und Verderben. Da kamen die geängstigten 
Bürger auf den Gedanken, ihre Kinder zu dem 
zrimmigen Feinde zu schicken, damit ihr unschulds⸗ 
holler Mund für die unglückliche Stadt bitten sollte. 
In weiße Leichengewänder gehüllt, zog hierauf die 
Kinderschar zum Thor hinaus nach dem soge— 
nannten Galgenberge, wo sich das Lager der Hussiten 
befand. Die Kleinen warfen sich, um Gnade flehend, 
vor dem Feldherrn auf die Kniee, und es gelang 
ihnen, das Herz Prokops zu rühren. Er beschenkte 
die Kinder mit Kirschen, ließ sie spielen und tanzen, 
schmückte sie mit grünen Zweigen aus dem nahen 
Walde, und schickte sie abends mit der Weisung, 
Viktoria!“ zu rufen, ihren Eltern zurück. Am 
sclgenden Morgen war Prokop mit seinem Heer vor 
Naumburg verschwunden. 
So meldet die schöne Sage; schade, daß sie vor 
dem Lichte der Geschichte nicht bestehen kann. 
Von einem Hussitenzuge im Sommer 1432 weiß 
kein Historiker etwas. Wohl waren die Hussiten 
ein paar Jahre früher, 1429-30, im be⸗ 
nachbarten Vogtlande, wo sie wie die Wilden 
hausten und Plauen zerstörten, aber ins 
Saalethal kamen sie nicht. Wahrscheinlich 
liegt der Sage und dem Feste ein Vorfall 
aus dem fächsischen „Bruderkrieg“, in 
welchem der Herzog Wilhelm von Weimar 
dem Bischof Peter von Naumburg, der von 
dem Herzog abgefallen war, Fehde an—⸗ 
kündigte. Mit Heeresmacht erschien er 
1450 vor Naumburg. Alles war zum Sturm 
auf die Bischofstadt bereitet, als die 
Naumburger ihre Kinder mit Zweigen und Früchten 
an den Herzog schickten und durch Kindesmund um 
Gnade flehen ließen. Das hatte Erfolg und der 
Herzog verfchonte die Stadt. Da sich nun in seinem 
Heere „böhmische Hilfsvölker“ befanden, die der 
Volksmund Hussiten“ nannte, so ist in diesem Um— 
stand wohl der Ursprung der Sage von dem Er⸗ 
scheinen der „Hussiten vor Naumburg“ zu suchen. 
Doch, wie dem auch sei, der Naumburger freut sich 
'eit Jahrhunderten des „Kirschfestes“, und ein Lokal⸗ 
poet hat recht, wenn er ausruft: 
„Wir halten fest die wundervolle Sage, 
Mag Frau Historia auch finster schau'n, 
Wir hören deutlich stets der Mütter Klage 
Aus einer Zeit voll Bürgerangst und Grau'n; 
Wir seh'n lebendig all die lieben Kleinen, 
Wie vor Prokop sie blaß und zitternd steh'n, 
Wir hören Naumburgs Frauen klagen, weinen, 
Und schauen Väter, die zum Himmel fleh'n.“ 
Doch nun einige Worte über den üblichen Ver— 
lauf des Festes, das Montags beginnt und Freitags 
endet. Der Montag und Dienstag gelten den Knaben 
und werden daher das „Jungenkirschfest“ genannt; 
der Donnerstag und Freitag gehören den Mädchen, 
man nennt diese Tage daher das „Mädchenkirsch— 
fest.“ Der Mittwoch und die Nachfeier am Sonn— 
abend gelten dem allgemeinen Vergnügen, zu dem 
nicht nur aus allen Teilen Thüringens, sondern 
auch aus dem Königreich Sachsen und aus Anhalt 
Tausende herbeiströmen. Vor Beginn eines Fest—⸗ 
tages ziehen morgens in aller Frühe etwa hundert 
Knaben mit Trommeln und Querpfeifen durch ver— 
schiedene Straßen der Stadt und lassen, bei stramm 
militärischem Schritt, die Kirschfestweise: „Als die 
Hussiten zogen vor Naumburg“ꝛc. erschallen. Der eigent⸗ 
liche Festakt an den beiden Hauptfesttagen beginnt in 
der Mittagsstunde. Da ziehen die 800 bis 1000 Volks⸗ 
schüler und Schülerinnen, Realschüler u. s. w., ge⸗ 
leitet von ihren Lehrern und drei Musikkapellen, von 
dem betreffenden Schulhause aus nach der 
uralten Stadtkirche von St. Wenzel. Nach 
einem Gottesdienst bildet sich vor dem Rat— 
hause auf dem nahen Marktplatze ein neuer 
Zug, an dem auch die Behörden teilnehmen, 
und dieser glänzende Zug bewegt sich 
dann mit klingendem Spiele zur Stadt 
hinaus nach der sogenannten, Vogelwiese“ 
vor dem Schützenhause. Alle Seiten dieses 
großen Platzes sind mit eleganten Zelten 
bedeckt, teils öffentliche, teils Privat— 
zelte. In der Mitte ist ein großer Raum 
eserviert für die Kinder, die sich hier ihren 
Verliner Zliuftrirte Zeitung. 
—„XVV 
anf der Potsdamer Brücke. 
Mit Photographieen von Ditt mar Schweitzer in Verlin. 
— 
⸗ 
Aur plastischen Ausschmückung der neuen Pots⸗ 
damer und der danebenlaufenden Viktoria— 
brücke hatte die städtische Bauleitung die 
Personifizierung der Naturwissenschaft und Technik 
als künstlerische Aufgabe gestellt. Der Gedanke einer 
Verherrlichnng dieser, die Entwickelung unseres 
zur Rüste gehenden Jahrhunderts so glänzend ge⸗ 
stalteten Disziplinen war an sich wohl berechtigt, 
nur hatte man beim Erteilen dieses Auftrages ver— 
gessen zu erwägen, ob derartige plastische Dar⸗ 
stellungen für eine Brücke überhaupt und für 
die Potsdamer insbesondere dekorativ wirksam 
sein koönnten. Unglücklicherweise wollte man dabei 
aber nicht nur Wissenschaft und Technik feiern, 
sondern gleichzeitig auch die Männer 
verherrlichen, die diese Disziplinen 
o glänzend gefördert haben, und so 
werden denn nun auf der Potsdamer⸗ 
und der Viktoria⸗Brücke fortan die 
sitzenden Statuen von Helmholtz, 
Werner Siemens, Gauß und — 
Röntgen zu bewundern sein, wobei 
der bisher einzige Fall vorliegt, daß 
man einem Gelehrten schon bei 
Lebzeiten ein Denkmal gesetzt hat. 
Dagegen waren denn auch allmählich 
adelnde und spöttische Worte laut geworden — Tadel 
ind Spott suchte die städtische Bauleitung — freilich 
»ergeblich — zu widerlegen, indem sie bestimmte, 
die Statnen sollten keine Namen erhalten, also ge— 
vissermaßen nicht als Porträts gelten. Mit 
iefsem seltsamen Beschluß wird man indessen noch 
veniger auf Anerkennung weiterer Kreise rechnen 
ürfen. Porträtstatuen ohne Namensnennung, das 
rinnert mehr an Schilda oder Schildburg als an 
die Stadt der Intelligenz. 
Von diesen vier „Namenlosen“ sind jetzt zwei 
ereits sichtbar: Der von Max Klein modellierte 
hdermann v. Helmholtz, der Repräsentant der 
Zptik, und Werner v. Siemens, der große 
Flektrotechniker, eine Arbeit des Bildhauers Moser. 
Die Wirkung der beiden Arbeiten ist stark geschädigt 
durch ihre Aufstellung, durch ihre Umgebung und 
urch die Vorschrift der Auftraggeber, daß den Ge— 
lehrten Putten beigegeben sein müßten. Die beiden 
kleinen nackten Bürschlein stören naturgemäß den 
Eindruck der Gruppe, in die etwas Peinliches, fast 
Unorganisches hineinkommt. Die Ansstellung selbst 
ist mit überraschender Eigentümlichkeit vorgenommen. 
Steht man auf der Brücke, so sieht man Helmholtz 
ins Gesicht, während man von Siemens nur den 
Rücken sieht. Entweder hätte jede Gruppe der 
Brücke ihre Vorderseite zukehren müssen, rechtwinklig 
zur Potsdamerstraße, oder sie hätten so aufgestellt 
verden müssen, daß Siemens in der Richtung nach 
Schöneberg, Helmholtz nach dem Potsdamer Thor 
oͤlickt. Wie es jetzt aber arrangiert ist, muß man 
anerkennen, daß man von allen Lösungen der Frage 
die allerunglücklichste gefunden hat. 
Siemens, auf dem Südostsockel der Brücke, 
ist in Arbeitertracht dargestellt — einige Rollen 
Kabeltaue und etwas Bogenlicht sollen die 
elektrotechnische Bedeutung des Mannes charakteri— 
sieren. Abgesehen davon, daß das Ganze 
nicht sonderlich künstlerisch durchgeführt ist, erscheint 
es geistig doch auch recht leer und ziemlich äußerlich. 
Freilich war die gestellte Aufgabe sehr undankbar 
und schwierig, und selbst ein Künstler 
von der Bedeutung Mar Kleins hat 
die wissenschaftliche Bedeutung seines 
Helden, des großen Helmholtz, der, auf 
seine bahnbrechenden Schriften gestützt, 
vor uns sitzt, auf allegorische Weise nicht 
wiedergeben können. Dagegen hat er 
als hervorragender Porträtist es ver— 
mocht, in Kopf- und Gesichtszügen des 
Gelehrten uns den großen Denker über— 
eugend zu schildern. Ph. 8t. 
dermann von Belmholtz. Modelliert von Max KRlein. 
Zpielen, Vogelschießen, Reigenziehen u. s. w. in herz⸗ 
ꝛeglückender Fröhlichkeit hingeben. In den Zelten 
zeben die Eltern Kaffeer und Abendgesellschaften, 
Freude und Jubel herrscht überall, und das bunte 
eben und Treiben auf dem weiten Platze gewährt 
om Schützenhause oder vom Friedenshügel aus einen 
inbeschreiblich schönen Anblick. — Eine getreue 
Darstellung des „Mädchenkirschfestes“ hat der freund⸗ 
iche Leser in der dieser Schilderung beigegebenen 
»hotographischen Abbildung vor sich, und kaum dürfte 
ich in einet anderen deutschen Stadt ein landschaft⸗ 
ich reizvollerer Festplatz finden, wie hier in der 
ilten Bischofsstadt Naumburg, kaum auch sich ein 
roheres Treiben entwickeln, wie auf diesem Kirschfeste. 
Der Naumburger aber, der mit zähester Kraft 
an seinem berühmten Feste hängt, ruft heute wie 
vor Jahrhunderten aus: 
„Sei mir gegrüßt, du Fest, das ohne Gleichen! 
Willkommen ruft dir Naumburg jubelnd zu, 
Du bist der Stadt bedeutungsvollstes Zeichen, 
Die schönsten Bilder rufst du wach im Nu!“ — 
TPduard Jost 
Werner von Siemens. NNodelliert von NMoser
	        

Downloads

Downloads

The text can be downloaded in various formats.

Full record

ALTO TEI Full text
TOC

This page

ALTO TEI Full text

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the page displayed:

Full record

This page

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the first letter of the word "tree"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.