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Mittelalterliche Backstein-Bauwerke des preussischen Staates / Adler, Friedrich (Public Domain) Ausgabe 1,1 Die Mark Brandenburg (Public Domain)

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Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

Inhaltsverzeichnis: Mittelalterliche Backstein-Bauwerke des preussischen Staates / Adler, Friedrich (Public Domain) Ausgabe 1,1 Die Mark Brandenburg (Public Domain)

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Zeitschrift

Sonstige Beteiligte:
Architektenverein zu Berlin
Preußen. Technische Bau-Deputation
Titel:
Zeitschrift für Bauwesen / hrsg. im Preußischen Finanzministerium
Unterreihe:
Atlas
Erschienen:
Berlin: Ernst 1920
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2010
Erscheinungsverlauf:
1.1851 - 70.1920
Fußnote:
Berlin, Ernst & Korn, anfangs
ZDB-ID:
2424542-2 ZDB
Berlin:
B 350 Bildende Kunst: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
Dewey-Dezimalklassifikation:
720 Architektur
Sammlung:
Bühne, Film, Musik, Bildende Kunst
Berliner Orte, Architektur, Stadtentwicklung, Wohnen
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Band

Erschienen:
1916
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2010
Berlin:
B 350 Bildende Kunst: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
Dewey-Dezimalklassifikation:
720 Architektur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-opus-92159
Standort der Druckausgabe:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang
Sammlung:
Berliner Orte, Architektur, Stadtentwicklung, Wohnen
Bühne, Film, Musik, Bildende Kunst

Abbildung

Titel:
Bl. 14/15

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  • Mittelalterliche Backstein-Bauwerke des preussischen Staates / Adler, Friedrich (Public Domain)
  • Ausgabe 1,1 Die Mark Brandenburg (Public Domain)
  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • I. Stadt Brandenburg
  • II. Die Altmark

Volltext

14 tung des Uebergangsstyles nachweist) für den Umbau der Krypta als gesichert gelten lassen müssen. Der altromanische Bau hat nun 100 Jahre nach seiner Wei- hung einen umfassenden gothischen Umbau erfahren, der wahr- scheinlich den besondern Zweck hatte, ihn statt der Heizdecken durch Gewölbe feuersichrer zu machen. Dieser Umbau erscheint unzweifelhaft an den Verstärkungen,. welche an die Arkadenpfei- ler nach den Seitenschiffen zu angesetzt worden sind, und deren treffliche Profilirung Bl. VII, Fig. 15, darstellt. Man erkennt ihn ferner an dem gröfsten Theil der Fensterprofile der Nordseite, an den Diensten nebst Konsolen, welche die Gewölbe des Mit- telschiffs tragen, an der Vorhalle, endlich an den Vierungsbogen, Wänden und Fenstern des Chores, Aber dife sämmtlichen Ge- wölbe, derentwillen der ganze kostbare Umbau erfolgte, sind nicht mehr vorhanden, sondern die jetzigen Gewölbe zeigen eine nochmalige spätere Erneuerung. Diese erst nach der genauesten Untersuchung erkannte Thatsache läfst sich durch mehrfache Gründe stützen. Einmal haben die sämmtlichen jetzt vorhande- nen Gewölbe alle Kennzeichen späterer Bauzeit. Sie sind aufser- ordentlich dünn, kaum 4 Zoll stark construirt, sehr hochbusig, ohne Kehlen in dem Scheitel gewölbt, i;nd zeigen die Gurte und Rippen nach demselben Profil gebildet. Zweitens sind die sämmt- lichen gothischen Pfeilerprofile, welche um mehr Widerlager zu bekommen, in den Seitenschiffen sowohl auf Wand- wie Pfeiler- seite vorgelegt sind, am Kämpfer ohne alle Auflösung abgeschnit- ten und die Gewölberippen und Gurte auf Steinkapitelle unver- mittelt aufgesetzt. Dazu kommt, dafs die Gewölberippen und. Schlufssteine des Mittelschiffs von denen der Seitenschiffe unter- schieden sind. Die letzteren sind unzweifelhaft alter und nur bei-dem Erneuerungsbau benutzt. Endlich zeigt die Sti'uctur der sämmtlichen Gewölbe hei einzelnen Nachlässigkeiten eine so si- chere, langgeübte Technik, wie sie frühgothischen Bauten, na- mentlich ihren Wölbungen nicht -eigen zu sein pflegt. Das Ge- sagte wird an den Chorgewölben am deutlichsten, deren technische Struktur an die ähnlichen Chorhäupter von Wilsnack, Stendal u. a. so auffallend erinnert, dafs man nicht anstehen kann, ihre Her- stellung in eine gleiche Zeit, den Schlufs des XIV. Jahrhunderts zu versetzen. Der dritten, frühgothischen Bauzeit gehört auf Bl. VII, aufser Fig. 1, 2, 4 — 8 noch Fig. 11 die nördliche Brü- stungsmauer in der Vierung an, deren Profile von seltner Ele- ganz und Reinheit sind. AJs wesentlich charakteristisch für den gothischen Umbau treten zwei Eigenthtimlichkeiten auf, einmal, dafs alle Profile und Kunstforijien noch sehr entschieden auf Formen des Hausteinbaues zurückweisen, und dafs andrerseits die meisten derselben nur einmal an jedem Profile auftreten, statt wie in späterer Zeit mehrere Male hinter einander geordnet zu werden. Die Chorwände zeigen .Bl. VI, Fig. 1 u, 2, unterhalb der Feilster rnndbogige Nischen und die Gewölbedienste wie im Mittelschiffe auf Konsolen aufsetzend, eine Anordnung, welche später in märkischen Kirchen fast stereotyp auftritt. Auch der- Westgiebel, d. h. der auf der Westmauer des romanischen Baues , aufsetzende Giebel ist von diesem gothischen Umbau erhalten. Er zeigt in tüchtiger strenger Bildung als Schmuck einen durch Formsteine gebildeten Kreis, welchen zwei durchschlungene gleich- seitige Dreiecke stabwerksartig theilen, welche Gliederung in ähnlicher aber nicht so bestimmter Weise auch an der Franzis- kanerkirche zu Berlin und an pomm'erschen und hannoverschen Kirchen mehrfach vorkoiHmt. Dafs dieser kurz charakterisirte Umbau gleich nach 1295- und 1296 erfolgt ist, worauf die'oben erwähnten reich begabten Ablafsbriefe des Papstes und 14 seiner Kardinäle hindeuten, scheint sehr wahrscheiidich, doch ist dar- über urkundlich nichts Sicheres festzusetzen. Der nach 1324 beginnende Umbau der Kirche St. Godehard, ein ganz einheit- licher Bau, zeigt aber schon so völlig andere Formen, dafs man den gothischen Umbau des Domes nicht weiter, als auf höchstens 1320 stellen kann. Den vierten und wesentlich letzten Erneuermigsbau haben wahrscheinlich die um 1300 ausgeführten Gewölbe veranlafst, welche ohne Anordnung, von Strebepfeilern dem alten romani- schen Bau hinzugefügt worden waren. Denn nur bei 'dieser Annahme erklärt sich die Nachricht," dafs Bischof Dietrich von Schulenburg schon 13.77 wieder einen sehr umfassenden Repa- raturbau anordnen mufs, der sich bis 1390 ausdehnt und beträcht- liche Mittel des schon ungünstig gestellten Domkapitels erfordert. Dieser Bau von 1377 .zeigt §ich in sämmtlichen durch kühne Leichtigkeit und sichre Technik ausgezeichneten Gewölben, fer- ner in dem Giebel des nördlichen Kreuzschiffes, in der Erneuerung der südlichen Mittel- wie Seitenschiffsmauer, endlich in der hin- ausgerückten ^ aber unvollendeten Westfa^ade mit dem Haupt- portale. Dafs die beiden Südmauern erneuert sind, beweist der Umstand, dafs die Spitzbogenfenster daselbst nicht, wie auf der Nordseite, naphträglich und ohne Verband zu halten eiugemauert, ^^Tfs. /^^ '/CT^ sondern mit den Fenstern und ihren KiTy Vl/Ny V v ^^*^ßlß^ i*i durchgehenden Lagerfugen *^ "^ "-^ ausgefühi-t sind. ' An diesen Mauern fuiden sich bereits Ziegelstempel die nur an solchen früheren Bautheilen vorkommen, welche in dieser. Zeit erneuert wurden. Aufserdem erscheinen in die Wand eingelassene Rosetten, mit theilweise schon spielend componlrteni Stabwerk, wie dies Bl. VII, Fig. 9 u. 10, zeigen. Mit grofser Wahrscheuilichkeit ist auch der Verbindungsgang im nördlichen Kreuzschiffe,- welcher ^iie Ober- gemächer der Stiftsgebäude mit dem Chore direkt verbindet und mit einer mächtigen Zinnen wand, Bl. VII Fig. 3 , als Schranke eingefafst ist, ebenfalls aus der Zeit des Bischofs Dietrich. Das Hauptportal deutet durch die massigen, in abwechselndem Maafs- stabe wiederkehrenden Thürprofile, welche mit denen der St. Ka- tharina Kirche in der Neustadt Brandenburg beireits Aehnlichkeit haben, sowie durch die reiche, dem altern Backsteinbau fremde Ausstattung der Wand- und Strebepfeilerflächen mit Stabwerks- theilungen. auf eine spätere Bauzeit hin. Nur das kapitellartige, in Sandstein skulpirte Kärnpferprotil mit Darstellungen aus der ' Thierfabel scheint von dem altern Bau hierher übertragen, da die daran auftretenden Motive einerseits auf ältere Bildung zurück- weisen, andrerseits die profilirten Formsteine in ihren Ausladun- gen mit* dem Sa:nd8teinkämpfer nicht übereinstimmen. Da der- artige Fortalbildungen an andern Bauwerken in vollendeterer Weise vorhanden sind, so ist. von einer Dai-steJlung Abstand ge- nommen worden. Derselben Bauzeit gehört endlich auch das kleine halbachteckige Treppenthürmchen auf der Ostseite des- südlichen Kreuzschiffes an, da es ebenfalls die oben uiitgetheil- ten Ziegelstempel besitzt. Was schliefslich, wie erwähnt, „an Turnen und Kirchen" 1426 gebaut ist, sind die Mitteltheile des Nordthurmes, ehizelne erneuerte* Oberfenster auf Nord- und Südseite und der achteckige Treppenthurm auf der Südseite. Die' in-letzterem befindliche Wendeltreppe zeigt vortreffliche Backsteinstufen von 8 Zoll Höhe und 19 Zoll Breite incl. Spindelansatz aus einem Stück gebrannt, und sauber glasirte Plinthensteine, die mit denen vom Mühlen- thörthurme übereinstimmen. Der nachmittelalterlichen Reparatur von 1669 bis 1672 sind die charakterlosen abgerundeten Fensterprofile am Nordthurme, sowie die sandsteinernen Wappen der Domherren, endlich die 1834 abgenommene Spitze zuzuschreiben, von welchen Bauthei- len indefs so wenig wie von dem unerfreulichen Restaurations- baue von 1834 Specielles mitzutheilen ist. K u n s t w e r k e . Von den im Dome vorhandenen Kunstwerken wird der go- thische sandsteinerne Taufstein später mitgetheilt werden. Die übrigen Sculpturen sind mit Ausnahme einiger Fragmente von backsteinernen Grabplatten mehr historisch interessant, als künst^ lerisch wichtig.- Der älteste Grabstein ist der des Domherrn Peter v. Thure von 1281. Ein mächtiges Heilandskreuz, welches bis 1834 unter dem westlichen Vierungsbogen hing, hat diesen "alten Platz seitdem verloren und steht mit andern Holzskulptu- ren in der Krypta. In dem Querschnitt Bl. VI. Fig. 1 ist es dagegen als am ursprünglichen Orte* befindlich mitgetheilt wor- den. Dasselbe gilt von den ChorstüMen, unter denen der* des

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