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Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1892, I. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

Zugriffsbeschränkung

Freier Zugang: Das Werk ist uneingeschränkt verfügbar.

Nutzungslizenz

Public Domain - gemeinfrei: Dieses Werk wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Schutzrechte. Sie dürfen das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen. Weitere Informationen finden Sie in den Nutzungshinweisen.

Bibliografische Daten

fullscreen: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1892, I. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

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Monografie

Titel:
Berliner Lebensbilder
Erschienen:
Berlin: Hofmann, 1851 - 1854
Sprache:
Deutsch
Digitalisierung:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2007
Umfang:
Getr. Zählung
Fußnote:
Enth.: Heft 1 - 3, 5 - 12. - Zwickauer im zoologischen Garten. - Ein Sonntag in Moabit. - Eine Berliner Pfandleihe. - Ein Vormittag auf dem Stadtgericht. - Berliner Droschken-Kutscher. - Rentier Pannemann im Delikatessen-Keller. - Herr Pannemann als Gatte und Familienvater. - Ein Morgen in einer Berliner Barbierstube. - Rentier Pannemann als Heiraths-Candidat. - Rentier Panneke als Hauswirth
In Fraktur
ZLB-Systematik:
B 330
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-opus-14076
Sammlung:
Geschichte, Kulturgeschichte
Copyright:
Public Domain / Gemeinfrei
Zugriffsberechtigung:
Freier Zugang

Kapitel

Titel:
Rentier Pannemann als Heiraths-Candidat

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Schnellzugriff

  • Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain)
  • Ausgabe 1892, I. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)
  • Nummer 1, 4. Januar 1892
  • Nummer 2, 11. Januar 1892
  • Nummer 3, 18. Januar 1892
  • Nummer 4, 25. Januar 1892
  • Nummer 5, 1. Februar 1892
  • Nummer 6, 8. Februar 1892
  • Nummer 7, 15. Februar 1892
  • Nummer 8, 22. Februar 1892
  • Nummer 9, 29. Februar 1892
  • Nummer 10, 5. März 1892
  • Nummer 11, 14. März 1892
  • Nummer 12, 21. März 1892
  • Nummer 13, 28. März 1892
  • Nummer 14, 4. April 1892
  • Nummer 15, 11. April 1892
  • Nummer 16, 18. April 1892
  • Nummer 17, 25. April 1892
  • Nummer 18, 2. Mai 1892
  • Nummer 19, 9. Mai 1892
  • Nummer 20, 16. Mai 1892
  • Nummer 21, 23. Mai 1892
  • Nummer 22, 30. Mai 1892
  • Nummer 23, 6. Juni 1892
  • Nummer 24, 13. Juni 1892
  • Nummer 25, 20. Juni 1892
  • Nummer 26, 27. Juni 1892
  • Nummer 27, 4. Juli 1892
  • Nummer 28, 11. Juli 1892
  • Nummer 29, 18. Juli 1892
  • Nummer 30, 25. Juli 1892
  • Nummer 31, 1. August 1892
  • Nummer 32, 8. August 1892
  • Nummer 33, 15. August 1892
  • Nummer 34, 22. August 1892
  • Nummer 35, 29. August 1892
  • Nummer 36, 5. September 1892
  • Nummer 37, 12. September 1892
  • Nummer 38, 19. September 1892
  • Nummer 39, 26. September 1892
  • Nummer 40, 3. October 1892
  • Nummer 41, 10. October 1892
  • Nummer 42, 17. October 1892
  • Nummer 43, 24. October 1892
  • Nummer 44, 31. October 1892
    Nummer 44, 31. October 1892
  • Nummer 45, 7. November 1892
  • Nummer 46, 14. November 1892
  • Nummer 47, 21. November 1892
  • Nummer 48, 28. November 1892
  • Nummer 49, 5. Dezember 1892
  • Nummer 50, 12. Dezember 1892
  • Nummer 51, 19. Dezember 1892
  • Nummer 52, 26. Dezember 1892
  • Farbkarte

Volltext

erliner Illustrirte Zeitung. — 
Ein Gesellschaftsabend. 
Die Tänzerin Martha Chumlicke, genannt Berzoa. 
Der Roman einer Fänzerin. 
De —ADD 
RMartha Chumlicke, eine Solotänzerin im Cirkus 
Renz, weiteren Kreisen unter ihrem Künstlernamen 
Herzog bekannt. Auf ihren Künstlerfahrten ver— 
schlug sie das Schicksal auch nach Petersburg und 
hier lernte sie in der Person des Generalsekretärs 
des Fürsten Galizyn, Valentini, den Mann ihres 
Herzens kennen, der ihr Glück und auch ihr Ver— 
jängniß werden sollte. Eine tiefe, glühende Nei— 
zung verband beide mit einander und eine öffent— 
uͤche Verlobung besiegelte das Herzensbündniß. 
Nuͤr sollte die Braut ihre Wander- und Künstler— 
existenz aufgeben, um nunmehr ganz der Pflicht 
einer Gattin und Hausfrau leben zu können. Sie 
öste daher ihre Verpflichtungen, die sie an Renz 
banden, und nichts siand mehr ein r Verbindung 
mit dem Manne ihrer Wahl entgegen. Eines Tages 
erhält die Verlobte in Berlin, wohin sie 
einstweilen ihrer Pflegemutter gefolgt 
war, einen Brief aus Petersburg, in 
dem ihr eine Freundin mittheilt, daß ihr 
Berlobter sein Spiel mit ihr treibe. Von 
diesem Augenblicke an ist ihr das Leben 
hergält, sie findet keine Ruhe mehr und 
angsam zerstört das Gift des Zweifels 
ihr Glück, ihre Hoffnung und ihr Ver— 
rauen. Aber bevor sie mit ihrem Leben 
ibschließt, will sie aus des Geliebten 
Munde selbst noch einmal vernehmen, ob 
hr furchtbarer Verdacht gerechtfertigt ist. 
Sie schreibt an ihn, und mit jener Angst, 
nit der man einem Urtheile entgegen— 
ieht, das über Tod und Leben entscheidet, 
sieht sie der Antwort ihres Verlobten 
enigegen. Und — die Antwort trifft nicht 
rin, das Glück eines jungen, blühenden 
Menschenlebens ist zerstört. Damit hat 
äe ihr Urtheil vernommen, sie vollzieht 
es an sich selbst, indem sie durch Erhängen 
ihrem Leben ein Ende macht. Kaum aber 
hat die entsetzte Pflegemutter die Todte ab— 
zeschnitten, da trifftf ein Brief des Ver— 
loblen ein, in dem er, zu spät, seine un— 
wandelbaxe Liebe zu seiner Braut versichert. 
Nus der eleganten Villa des Groß— 
AB fabrikanten, die lauschig hinter den 
Bäumen eines wohlgepflegten Parkes 
»ersteckt lag, tönten die gedämnipften Weisen 
eines Straͤuß'schen Walzers herüber und 
die großen, hell erleuchteten Spiegelscheiben 
des Salons, an denen die Silhouetten 
von festlich gekleideten Herren im Frack 
und weißer Binde tief dekolletirten Damen 
vorüberhuschten, verriethen es, daß es 
beim Herrn Commerzienrath große Ge— 
sellschast gab. Dort drinnen galt es heute 
den Geburtstag der achtzehnjaͤhrigen Toch— 
er des Hauses zu feiern, und die Frau 
Fommerzienräthin, welche im Stillen schon 
daran denken mochte, für ihre Else eine 
dassende Partie zu finden, hatte weder 
dosten noch Mühe gescheut, um den Reich— 
hum ihres Hauses in seinem verlockendsten 
Slanze der erlesenen Gesellschaft vorzu— 
ühren. Ein Lieutenant oder ein Assessor 
nuͤßte es mindestens sein, Geld brauchte 
er gar nicht viel zu haben, denn „sie 
hatten es ja dazu“, die Commerzienrath's, 
aber eine große, tonangebende Rolle in 
der Gesellschaft müßte der zukünftige 
Schwiegersohn spielen, und die Chancen 
müßte er besitzen, einmal General oder Mi— 
aister zu werden. Von diesen Gesichtspunkten 
geleitet, machte die Frau des Hauses den 
Hästen die Honneurs. Mit Aufwendung 
aller ihrer Diplomatie wußte sie die jüngere 
derrengeneration in ein Gespräch zu 
oerwickeln und zwar über Themata, die 
ihre Qualification zum Schwiegersohn dar— 
thun sollten, freilich discret, sehr discret, 
während Else, eine nichtssagende, ätherische 
Blondine, umgeben von einem Kreis 
ihrer Freundinnen, sich von Herrn von 
tnebel in die Geheimnisse der Hofetikette 
einweihen ließ, die der elegante Kavalier, 
der Beziehungen zu den höchsten Kreisen 
hatte, mit einer gewissen Würde, wie sie 
dem Ernst der Sache angemessen war, 
beredt enthüllte. 
Die übrige Gesellschaft bewegte sich 
zwanglos in den mit allem Komfort 
brunkhaft überladenen Räumen, die der 
Maler Schrader, der die etwa angeregten 
ästhetischen Gespräche zu leiten bestimmt 
var, und daher ebensowenig fehlen durfte, wie sein 
Freund, der Schriftsteller Ludolf, der das politische 
uͤd Uilerarische Wissensbedürfniß zu bestreiten hatte, 
jartnäckig mit Raritätenläden verglich, so geschmack⸗ 
os und gehäuft wäre das Arrangement. Nichts— 
estoweniger erklärte er bei allen passenden und 
inpassenden Gelegenheiten der Gesellschaft, die 
zalons der Frau Räthin wären Muster auserlesen— 
en Geschmackes und distinguirten Kunstverständ⸗ 
isses, was die Ausstattung anbeträfe. 
Das helle Mondlicht, das bleich und klar den 
»olkenlosen Himmel mit seinem Glanz versilberte, 
ind keinen Fingang in die lichtgefüllten Räume. 
Zesto mehr verklarte es mit seinem milden Schimmer 
en schönen Park mit seinen kunstvoll zugestutzten 
zaäumen und seinen breiten Kieswegen, desto bleicher 
ieß es das Gesicht jenes Mannes im Sonntags-— 
mzuge eines Arbeiters erscheinen, der auf eine 
gank' hingesunken war und dessen Haupt wie trost— 
os und verzweifelt sich auf seine Brust gesenkt 
hatte. Vor drei Wochen war ihm seine geliebte 
Frau, seine Gertrud, gestorben, mit der er zehn 
zahre lang in glücklichsier, zufriedenster Ehe gelebt 
atte. Schon seit einem Jahre hatte sie gekränkelt und 
zelitten, aber erst kurz vor ihrem Tode war ihr Zustand 
in so schlimmer geworden, daß er seine Arbeit 
lufgeben mußte, um Tag und Nacht um sein dahin— 
iechendes Weib sein zu können. Und als sie auf 
em Todtenbette lag, da war es wie ein schwerer 
etäubender Schmerz über ihn gekommen, und er 
achte weder an die Fabrik noch an die Arbeit. 
zeitdem er die Schollen auf den Sargdeckel hatte 
allen hören, verfolgte ihn dieser dumpfe umheimliche 
dlang auf Schritt und Tritt, im Wachen und Schlafen. 
dann riß ihn die Doktorrechnung aus seiner Be— 
iubung. Ja, er hatte die berühmtesten Aerzte 
in das Sterbebett seiner geliebten Gertrud geholt. 
Rühe hatte es ihm genuüg gemacht, die vielbe— 
häftigten Herren zu bewegen in das einfache Haus, 
n seine dürftige Wohnung zu kommen, allein er 
satte sich nicht abweisen lassen, es galt ja das 
ꝛeben seiner Frau. Und heute war ihm die Rechnung 
ugegangen, er hatte sie mit einem hohen Schein, 
em vorletzten, den er in der Sparkasse hatte, be— 
lichen, und dabei war er wieder zur Befinnung 
zekommen; er mußte daran denken, die Arbeit 
vieder aufzunehmen, denn seine Hilfsmittel waren 
rschöpft. Und da hatte er sich denn heute nach der 
zilla seines Brotherrn aufgemacht. Anfangs wollte 
r sogleich umkehren, als er es merkte, daß heute 
roßer Gesellschaftsabend sei. Aber da war zufälliger 
Veise der Herr Kommerzienrath aus der Thür ge— 
reten und mit seinem breiten, gewöhnlichen Lächeln 
uind mit seiner fetten Stimme hatte er ihm z3u— 
Jerufen: 
„Ach, sieh da, lieber Leuthold, kommen wohl 
vieder wegen der Arbeit, thut mir leid, Stelle ist 
indeß besetzt, unpünktliche Leute kann ich nicht 
brauchen.“ 
Er hatte nichts erwidert, krampfhaft fest hielt 
er seinen Hut, und sein bleiches Gesicht wurde nicht 
»leicher. Und doch war es ihm, als ob ihm der 
Atem ausgehen sollte vor Gram und Schmerz. Und 
»a trat auch schon die Frau Kommerzienrat in 
hrem seidenen Ballkleid aus dem glänzenden Saal 
ind mit kaltem, schneidenden Tone sagte sie zu 
hrem Gemahl, den Arbeiter in seinem schlichten 
Anzug kaum eines Blickes würdigend: 
„Eduard, Deine Gäste erwarten Dich!“ 
Und während sie sich kurz wieder der Saal— 
hüre zuwendete, mußte der arme Arbeiter noch die 
Worte hören: „Nicht einmal heute hat man vor 
»em Volk Ruhe!“ 
Er war davongetaumelt, wie besinnungslos. 
Bis zu dieser Bank hatte es ihn getragen, hier 
var er zusammengebrochen. Wohl eine ganze 
Stunde, saß er hier, ein im Saale ausgebrächtes 
doch, das laut herüberschallte, brachte ihn zu sich, 
die Wogen des Festesjubels schienen schon hoch zu 
zehen. Er ballt drohend die schwielige, ausge— 
irbeitete Faust und wiederholt mechanisch die Worte: 
„Nicht einmal heute hat man vor dem Volk 
Ruhe!“ 
Nicht einmal heute! — Freilich die Else mußte 
ja eine Partie machen! — D 
— 
— 
I* 
—D 
713 4 
Bis zu dieser Bank hatte es ihn getragen, hier war er zusammengebrochen.
	        

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