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Städtebau (Public Domain) Ausgabe 7.1910 (Public Domain)

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fullscreen: Städtebau (Public Domain) Ausgabe 7.1910 (Public Domain)

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Periodical

Title:
Hohenzollern-Jahrbuch : Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preußen / hrsg. von Paul Seidel
Contributors:
Seidel, Paul
Publication:
Leipzig: Giesecke & Devrient 1916
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2006
Dates of Publication:
1.1897 - 20.1916
ZDB-ID:
2276358-2 ZDB
Keywords:
Hohenzollern, Familie ; Preußen ; Geschichte
Berlin:
B 88 Geschichte: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
Collection:
History,Cultural History
Copyright:
Rights reserved
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1901
Language:
German
Digitization:
Berlin: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2006
Berlin:
B 88 Geschichte: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
DDC Group:
943 Geschichte Deutschlands
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-15420275
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Rights reserved
Accessibility:
Free Access
Collection:
History,Cultural History

Article

Author:
Wagner, Friedrich
Title:
Das Turnier zu Ruppin 1512
Language:
German
Note:
Dieser Artikel kann noch durch das Urheberrecht und bzw. oder verwandte Schutzrechte geschützt sein, ist aber kostenfrei zugänglich. Die Nutzung, insbesondere die Vervielfältigung, ist nur im Rahmen der gesetzlichen Schranken des Urheberrechts oder aufgrund einer Einwilligung des Rechteinhabers erlaubt.
Keywords:
Alt Ruppin ; Turnier ; Geschichte 1512
Berlin:
B 207 Kulturgeschichte: Hof. Militär
Copyright:
Rights reserved
Accessibility:
Free Access

Contents

Table of contents

  • Städtebau (Public Domain)
  • Ausgabe 7.1910 (Public Domain)
  • Title page
  • H. 1
  • H. 2
  • H. 3
  • H. 4
  • H. 5
  • H. 6
  • H. 7/8
  • H. 9
  • H. 10
  • H. 11
  • H. 12

Full text

DER STÄDTEBAU 
110 
sichten sind oft von der scheinbaren Einfachheit der Linien 
eines Planes enttäuscht. Ohne besondere Ausbildung 
können sie nicht verstehen, wie eine leichte Veränderung 
dieser Linien in unangenehmer Weise das Aussehen eines 
Denkmales, einer Straße oder eines öffentlichen Platzes zu 
verändern vermag. 
Um das Hauptnetz der öffentlichen Wege einer mo 
dernen Stadt festzustellen, muß man infolge genauer Beob 
achtungen die hauptsächlichsten, von den Gewohnheiten 
der Bevölkerung geschaffenen Strömungen studieren und 
feststellen; man muß hierauf diesen Strömungen eine ge 
nügende Ableitung geben. Es ist dazu nicht nötig, die ganze 
Stadt in Verwirrung zu bringen und alle Straßen umzuge 
stalten; es genügt, die großen notwendigen Adern ein 
sichtsvoll anzulegen, indem man sich bemüht, sie dem Sy 
stem der gegenwärtig bestehenden öffentlichen Wege an 
zuschließen. In einem lebenden Organismus erstrecken 
sich die Arterien und die Venen bis zum Herzen, das den 
Blutumlauf regelt, aber sie stehen nicht untereinander in 
Verbindung; im städtiscbenVerkehr kreuzen sich im Gegen 
teil die Adern an gewissen Punkten und bilden dort Ver 
kehrsknoten, an denen die gesteigerte Bewegung der Ver 
kehrsmittel notwendigerweise Stockungen hervorbringt. 
Bevor man ein allgemeines Verkehrssystem zu er 
gründen sucht, muß man prüfen, was an diesen Kreuzungs 
punkten oder Straßenecken vor sich geht. Wir beschäf 
tigen uns hauptsächlich mit der Bewegung der Fuhrwerke, 
da die Bewegung der Fußgänger viel leichter zu regeln ist. 
Zur Verständlichkeit unserer Betrachtungen werden wir 
carrefour (Kreuzungsstelle) die den vereinigten Straßen 
gemeinsame Fläche nennen und wir werden alle Wege, 
die sich bis zur Kreuzungsstelle erstrecken, mitrechnen, 
selbst dann, wenn zwei dieser Wege denselben Namen, 
dieselbe Breite haben und der eine die Verlängerung des 
anderen sein sollte. Wir werden also Kreuzungsstelle 
mit vier Verzweigungen diejenige nennen, die aus zwei 
sich kreuzenden Straßen gebildet wird, Kreuzungsstelle 
mit sechs Verzweigungen diejenige, die aus drei sich 
kreuzenden Straßen gebildet wird usw. Diese Annahme 
erlaubt, die Frage zu verallgemeinern und darin die un 
gleichförmigen Knotenpunkte mit ungerader Zahl von Ver 
zweigungen aufzunehmen. Das Studium des Wagenver 
kehrs an den Knotenpunkten bringt die besonderen Schwie 
rigkeiten, denen man in den großen Hauptstädten begegnet 
und die ganz anderer Natur sind, als diejenigen in den 
Städten von geringerer Bedeutung, ans volle Licht; wir 
hatten diesen Unterschied schon betont, als wir von den 
freien Zwischenräumen sprachen (vergl. No. i u. 2 des Jahrg.). 
In der Stadt mit weniger als 100000 Einwohnern, deren 
größte Ausdehnung 2 km nicht überschreitet, besteht eine 
Verkehrsfrage gar nicht; einige hundert Fuhrwerke, zwei 
oder drei Straßenbahnlinien genügen allen Bedürfnissen; 
wenn aber die Stadt sich bis zu 1 Million Einwohnern mit 
einem Durchschnittsmesser von 6 km ausdehnt, nehmen 
die zuerst wenig fühlbaren Hindernisse immer mehr zu. 
Bei 2 Millionen Einwohnern zählen die Fuhrwerke zu 
Tausenden; die Beförderungsmittel vermehren sich und 
kreuzen sich nach allen Richtungen. Es sind erst 10 Jahre 
her, seitdem die Verstopfung sich in Paris bis zur Uner 
träglichkeit gesteigert hat. 
ln der Tat, solange die Wagen in genügenden Ab 
ständen aufeinander folgen, und jeder auf seinem Wege 
eine Kreuzungsstelle zu überqueren bat, sei es indem 
sie ihre Schnelligkeit ein wenig beschleunigen — sei es 
indem sie diese ein wenig verzögern, wird keine Ver 
stopfung entstehen. Aber wenn die Anzahl der Fuhrwerke 
so hoch ist, daß sie gezwungen sind, in einer Reihe zu 
fahren, das heißt, in einem sehr unbedeutenden Abstand 
voneinander und oft in zwei oder drei parallelen Reihen, 
dann gewinnt die Frage ein anderes Ansehen, und jeder 
dichte Verkehr auf einer Kreuzungsstelle läßt unlösbare 
Verwirrungen entstehen, die die Gegenwart von Polizei- 
beamten fordern, um ein wenig Ordnung in die Bewegun 
gen zu bringen. Die Polizeimaßregeln sind ziemlich ein 
fach, wenn es sich nur um eine Kreuzungsstelle mit vier 
Verzweigungen handelt, die von zwei sich kreuzenden 
Wegen gebildet wird. Es genügt in diesem Fall, den Ver 
kehr in jedem der beiden Wege abwechselnd zu unter 
brechen, um ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten. 
Aber wenn man sich einem Knotenpunkt mit fünf oder 
sechs Verzweigungen gegenüber befindet, ist dasselbe Ver 
fahren nicht mehr möglich. Man muß das Verfahren an 
wenden, das wir carrefour a giration, Umkreisung der 
Kreuzungsstelle genannt haben und das auf folgende Be 
obachtungen gegründet ist: 
1. Betrachten wir (Abb. 1 im Text) eine Reihe von 
Wagen A B C D, die. in einer Reihe in derselben Rich 
tung fahren und nehmen wir einen Wagen M an außerhalb 
der Reihe, auch in derselben Richtung fahrend. Dieser 
Wagen kann sich leicht zwischen B und C einschieben, 
ohne die allgemeine Bewegung merklich zu vermindern, 
vorausgesetzt, daß er in die Reihe in einem genügend 
spitzen Winkel (von 30 0 —45 0 ungefähr) eintritt 
Dazu wird er parallel der Reihe fahren und einen 
günstigen Augenblick abpassen, um den Kopf.seines Pferdes 
schräg hinter den Wagen B zu bringen; der Wagen C 
wird seine Bewegung ein wenig verlangsamen und M wird 
die seinige beschleunigen, um sich zwischen B und C zu 
bringen. Wir werden diese Bewegung prise de file = 
Eintritt in die Reihe nennen. 
2. Die Bewegung, die wir sortie de file = Austritt 
aus der Reihe nennen werden, ist noch einfacher; M wird 
von der Richtung A B C D abschweifeo, sei es nach rechts, 
sei es nach links, um sich davon zu entfernen, während 
C seine Schnelligkeit erhöhen wird, um sich B zu nähern.
	        

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