Digitale Landesbibliothek Berlin Logo
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Berliner Architekturwelt (Public Domain) Ausgabe 21.1919 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Berliner Architekturwelt (Public Domain) Ausgabe 21.1919 (Public Domain)

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Periodical

Title:
Berliner Architekturwelt : Zeitschrift für Baukunst, Malerei, Plastik und Kunstgewerbe der Gegenwart
Publication:
Berlin 1919
Dates of Publication:
1.1899 - 21.1919
ZDB-ID:
2264139-7 ZDB
Succeeding Title:
Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau
Berlin:
B 350 Bildende Kunst: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
DDC Group:
720 Architektur
Collection:
Theatre,Film,Music,Visual Arts
Berlin Newspapers and Journals
Berlin Locations,Architecture,Urban Development,Housing
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access

Volume

Publication:
1919
Language:
German
Berlin:
B 350 Bildende Kunst: Zeitschriften. Bibliographien. Nachschlagewerke
DDC Group:
720 Architektur
URN:
urn:nbn:de:kobv:109-1-9232590
Location:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Copyright:
Public Domain
Accessibility:
Free Access
Collection:
Theatre,Film,Music,Visual Arts
Berlin Newspapers and Journals
Berlin Locations,Architecture,Urban Development,Housing

Issue

Title:
H. 9/10

Contents

Table of contents

  • Berliner Architekturwelt (Public Domain)
  • Ausgabe 21.1919 (Public Domain)
  • Title page
  • Inhalts-Verzeichnis
  • H. 1/2
  • H. 3/4
  • H. 5/6
  • H. 7/8
  • H. 9/10
  • H. 11/12

Full text

241 
VOM SINN DER NEUEN BAUKUNST. 
VON PAUL FECHTER. 
Architektur ist Ausdruck des jeweiligen 
Verhältnisses einer Zeit zum Raum, darge 
stellt am Raum selbst. Raum ist aber letzten 
Endes nur ein anderes Wort für Umwelt; 
das Verhältnis zum Raum gibt also zugleich 
das Verhältnis zur Welt, die jeweils erreichte 
Stufe des menschlichen Geistes auf seinem 
Wege zur Freiheit, der zunächst über die 
Auseinandersetzung mit der Welt, dann über 
die mit sich selber führt. Die vorchristliche 
Architektur, soweit sie über reine Zweck 
bauten hinausgeht, gibt die Geschichte der 
Auseinandersetzung mit der Welt ; mit dem 
Christentum beginnt die symbolische Ge 
staltung des Geistringens mit sich selbst — 
dargestellt am Innenraum. Die ägyptische 
Architektur verdrängte den Innenraum, in 
dem sie ihn mit Säulen ausfüllte, zerlegte, 
machtlos machte: das Äußere wurde mathe 
matisch streng gebunden, in das geistige 
Gesetz einfachster geometrischer Formen 
gebannt: dem unendlichen Raum wurde die 
Begrenzung in strengster Form entgegen 
gestellt. Zwischen Mensch und Umwelt 
herrschte Feindschaft: erst die Antike kam 
dem Gegner um einen Schritt entgegen, 
faßte den Raum als etwas Natürliches, nicht 
weiter Diskutables, das man im Werk weder 
verneinte noch bejahte. Die antike Archi 
tektur ist eigentlich weder Innen- noch 
Außenarchitektur: um den Kern des Tempels 
läuft mit der Säulenhalle fort ein Stück 
Innenraum — und das Innere, die Cella, 
bleibt in enger Verbindung mit dem Äußeren. 
(Spengler sagt in seinem „Untergang des 
Abendlandes“ sehr fein, daß der Grieche 
den ägyptischen Bautypus gewissermaßen 
wie einen Handschuh umkehrte, nennt die 
äußeren Säulenstellungen direkt „Reste eines 
Innenraumes“.) Die Entdeckung des wirk 
lichen Innenraums aber blieb dem Christen 
tum Vorbehalten. Das natürliche Leben 
mußte erst durchlaufen, das Leben im Geist 
auf ein Göttliches hin, als Ziel des Daseins 
erfaßt sein, damit der Innenraum als Spiegel 
der Seele geschaffen werden konnte. Der 
Ägypter fürchtete dieses Spiegelbild seiner 
inneren Unerfülltheit und vernichtete es, 
soweit er konnte; der Grieche umging es, 
vollzog die Trennung zwischen Innen und 
Außen gar nicht (das antike Theater ist das 
schönste Dokument dieser Einheit von Innen- 
und Außenarchitektur). Erst nach der großen 
Zeitwende, die das Christentum brachte, 
konnte der Innenraum als Sinnbild der neuen 
Sehnsucht entstehen. Im Pantheon ist es 
noch leerer, unerfüllter Raum, der unter der 
riesigen Kuppel schwingt: im Verlauf der 
abendländischen Baugeschichte, in der er 
bis zu den Tagen des hohen romanischen 
Stiles das Hauptthema bleibt, wird er nach 
und nach bis ins letzte durchfühlt — Spiegel 
der strengen romanischen Zeit, die ihn noch 
einmal, wie einst Ägypten, unter das strenge 
Gesetz stellt, in die schwere Kubik ihres 
exakten Gefüges preßt, und ebenso Spiegel 
der immer mehr wachsenden Freiheit, die 
seit dem Beginn des Überwölbens langsam 
und unaufhaltsam die strengen Bindungen 
des Baues zersetzt und löst. Bis dann mit 
der stolzen Gotik der alte Glaube, der all 
gemeine, alle umfassende, langsam zerbricht 
in die Vielheit der auf ihr eigenes mystisches 
Glaubenserlebnis gestellten einzelnen. Was 
die Reformation nachher begrifflich bewußt 
macht und ausspricht, vollzieht sich im 
Unbewußten und doch deutlich sichtbar be 
reits um Jahrhunderte früher: das Streben 
der Gotik, jeden Bauteil zur Selbständig 
keit gegenüber dem Ganzen zu individuali 
sieren, zeigt den seelischen Vorgang bereits 
ganz deutlich. Damit aber zerbricht zugleich 
der Innenraum als Symbol: er hat nur so 
lange sinnbildlichen Wert, als er ein all- 
B. A. W. XXI. g/io. 
33
	        

Annotations

Annotations

  • Waldsiedlung Spandau (Hakenfelde) zum Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Waldsiedlung_Hakenfelde
    17

Downloads

Downloads

Full record

ALTO TEI Full text PDF (compressed) PDF (Original size)
TOC
Mirador

This page

PDF Image Preview Image Small Image Medium Image Large Image Master ALTO TEI Full text Mirador

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Formats

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core

Links

OPAC DFG-Viewer Mirador

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the page displayed:

Full record

This page

Citation recommendation

Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many letters is "Goobi"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.