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[Hefte 15-22] Beigefügtes Werk

Full text : Berlin wie es ist und - trinkt / Glaßbrenner, Adolf (Public Domain) Ausgabe [3] [Hefte 15-22] (Public Domain)

20 Sie den diesjährigen jroßen Landtag zu Caffel, wel- cher, wie in de Zeitungen steht, wejen Mangel an Vorlagen ohne alle Beschaffung is, un selbst die Ausschüsse nlscht zu dhun haben. Sie sehen eine Menge ausjezelchneter Menschen versammelt, die des Vertrauen der Nation haben, un deshalb da sitzen. Der Präsident erhebt sich so ebm un sagt: wir sind zum Wohle des Baterlands hier versammelt !worauf die janze Versammlung Ja antwort't. Hierauf sehen sich sämmtliche Deputirte jejenfeitlg an, un es tritt eine lange, sehr wichtije Stille ein, während welcher die Volksvertreter über ihre Diäten ngch- denlen. Mit ein Mal stecht ein unjlückllcher Mensch aus des Hessencasselsche Volk seinen Kopp durch de Dhüre un fragt weiter nlfcht als: Na?.' Ueber diese Störung sind die Vertreter sehr unjehalten un be- schließen einstimmig, sich ferner nich stören zu lassen. Unter die vielen Iemslde an der Seitenwand lS ooch Seine Hoheit der Mltrejent. — Rrrrr, ein anderes Bild! — Hür, meine Herrschaften, erblicken Sie eins von die vielen Berliner Festfressen, welche den schönen Zweck haben, daß sich Einije amesiren können. Sie bemerken auf dieses herrliche Iemälde Hundert- unfufzig deutsche Männer eßen un drinken, un im Hinterjrunde den Wirth, welcher über den alljemei- nen Patriotismus sehr erfreut is. Zuerst kommt Bouillon, aber jleich nachher wird ein Toast auf
21 unfern König ausjebracht, un nachher kommt jar keine Bouillon mehr. Nachher kommt bloS noch Cavjaar, Am Rhein, am Rhein, Krebsschwänze, Heil Dir im Siejertranz, Sauerkohl, Bratwurst un deutsche Tugend, Mehlspeise un Ehrt de Frauen. Hierauf steht Einer vor de Zwischenspeise auf, zeigt seine Orden un redt so lange, bls er nischt jesagt hat un setzt sich darauf unter den Jubel der janzen Versammlung nieder. Während dieser rührenden Scene besingt der Hofrath Förschter einen Hammel- braten, un nachher kommt noch Champanjer un naffe Wonne, un den andern Dag der Katzenjammer über des Ianze in de Zeitung. Erster Junge. Na wat is denn nu die Veranlassung zu des Fest? Gucktästner. Hunger. Fletsch. Na sagen Se mal: halten denn die Leute teene schöne politische Reden? Ouckkistner. Ne, dazu sind se zu ängstlich. Erster Junge. Uebrlgens erlnnere ick mir aus de Zeltung, deß se doch ooch zuweilen politsch reden. Guckkästner. Ja, sehr zuweilen, un wenn se wirklichmal reden, denn ls es ooch danach; denn heeßt es so viel wie: komm' her un dhu' mir nlscht, oder: wasch' mir 'n Pelz un mach'n mir nlch naß. Se reden dlplomaatsch, des heeßt: «ich jehauen un
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