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Die Sternwarte der Urania 1896-1913

Full text: Denkschrift zum 25jährigen Bestehen der Gesellschaft Urania in Berlin (1888-1913) (Public Domain)

rechte und. wagerechte Lage, sondern die eine Achse, die 
sogenannte Stundenachse, liegt schräg im Meridian parallel 
zur Erdachse, ihre Enden zeigen also nach den Himmels- 
polen hin. Die zweite Achse, die sogenannte Deklinations- 
achse, bewegt sich dagegen zu der ersteren senkrecht, d.h. 
parallel der Ebene des Himmelsäquators, 
Diese Art der Aufstellung, die man übrigens bei allen 
größeren Fernrohren wiederfindet, gewährt den Vorteil, daß 
man jeden seiner Stellung nach (d.h. nach Rektaszension und 
Deklination) bekannten Stern in kürzester Zeit, selbst bei 
Tage, mit Hilfe von eingeteilten Aufsuchungskreisen (Stun- 
denkreis und Deklinationskreis), welche auf den beiden 
Achsen des Fernrohrs sitzen, und mit Hilfe einer sogen. 
Sternzeituhr einstellen kann, Außerdem vermag man ver- 
mittelst eines Uhrwerks dem Fernrohr eine langsame Dre- 
hung um die Stundenachse derart zu erteilen, daß jedes ein- 
mal eingestellte Objekt unbeweglich im Gesichtsfelde ver- 
bleibt, indem das Rohr der scheinbaren täglichen Bewegung 
des Gestirns entsprechend nachgeführt wird. Das Uhrwerk 
des großen Urania-Refraktors ist in der Hauptsache ein 
Elektromotor, dessen gleichmäßiger Gang durch besondere 
Einrichtungen gewährleistet ist. 
Zur Seite des großen Rohrs und mit demselben fest ver- 
bunden befindet sich ein kleines, in gleicher Richtung an- 
gebrachtes Fernrohr, Dasselbe hat wegen seiner kurzen 
Brennweite ein sehr umfassendes Gesichtsfeld, so daß man 
mit seiner Hilfe alle helleren Objekte leicht durch einfaches 
Richten finden kann, also die zeitraubende Einstellung 
mittelst der Kreise nicht nötig hat. Ist ein Gestirn in die 
Mitte des Gesichtsfeldes dieses sogenannten Suchers ge- 
bracht, so wird es auch im großen Fernrohr erblickt werden.
	        
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