welchem sowohl der große Physiksaal als auch das 400 Sitze
umfassende naturwissenschalftliche Theater einheitlich Platz
gefunden hatten. Die Räumlichkeiten im I. Stock und die
sich daran anschließende Plattform dienten den Zwecken
der Sternwarte, während die Verwaltungsräume sich hauptsächlich
im Souterrain befanden.
Den größten Raum des Schaugebäudes nahm der Experimentiersaal
im Parterregeschoß ein, Hier war eine große
Zahl von physikalischen Apparaten aus dem Gebiet der
Optik, Akustik und Elektrizitätslehre in didaktischer Anordnung
aufgestellt. Es war ein glücklicher Gedanke des
die Ausstattung dieses Saales leitenden Physikers Prof.
Dr. Goldstein, die Aufstellung der Apparate so zu gestalten,
daß das Publikum an ihnen selbsttätig experimentieren
konnte, Dadurch war dem Ausstellungssaal der Charakter
eines toten Museums genommen und in der Urania ein völlig
neuer Weg für den autodidaktischen Unterricht geschaffen.
Namentlich das damals erst aufblühende Gebiet der Elektrotechnik
war in diesemRaum ziemlich vollständig vereinigt
und übte zu einer Zeit, in der das elektrische Licht seinen
Strahlenglanz noch sehr vereinzelt in den Berliner Straßen
und Häusern ausstreute und die ersten bescheidenen Anfänge
einer elektrischen Bahnanlage in unserer Reichshauptstadt
vorlagen, einen gewaltigen Zauber auf die Besucher aus.
Es gibt kaum ein Gebiet, auf dem die Urania so viel Anregung
und Belehrung in weite Kreise getragen hat, wie dasjenige
der Elektrizität. Der verdienstvollen Vortragstätigkeit
des Herrn Dr. Spies, jetzigen Professors anderPosenerAkademie,
ist es zu danken, daß die neusten Entdeckungen auf
diesem Wissensgebiet durch die Urania sofort der Allgemeinheit
übermittelt werden konnten. Seine Vorträge über