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Führer durch das Märkische Museum
ihren Wällen und Toren, die nicht lange nach dieser
Zeit fallen sollten.
Auch von den Bauten des beginnenden achtzehnten
Jahrhunderts, besonders den Schlüterschen (Zeughaus,
Erneuerung des Schlosses, Alte Post) sieht man Ab-
bildungen. Endlich erblickt man an den Wänden ein
Blatt von grosser Seltenheit, eine friesartige, litho-
graphierte Ansicht der Strasse „Unter den Linden‘ aus
dem Jahre 1820, die sie Haus für Haus darstellt.
Der Ofen in dem Zimmer stammt aus dem Schloss
in Rheinsberg.
SAAL 43
zeigt in Gemälden, Handzeichnungen, Stichen und
Steindrucken die bauliche Entfaltung Berlins im ein-
zelnen, und zwar nach den verschiedenen Stadt-
teilen, ihren wichtigsten Strassen, Plätzen und Ge-
bäuden. Dabei ist die Anordnung so getroffen, dass
in den Vitrinen unter den Gemälden im allgemeinen
im Anschluss an das auf ihnen Dargestellte die Bezirke
in ihren historischen Wandlungen aufgezeigt werden.
So ist unter dem Gemälde, das das Kurfürstliche
Schloss i. J. 1690 vor dem Schlüterschen Umbau vor-
führt — das Bild ist eine von Friedrich Wilhelm IV.
bestellte Kopie des im Schlosse Tamsel bei Küstrin
befindlichen Originals — in den Schaukästen unter ihm
ist die Entwicklung des Schlossplatzes vom Ende des
sechzehnten Jahrhunderts bis zur Mitte des neunzehnten
sichtbar. Unter diesen Blättern ist bemerkenswert die
älteste, freilich nicht ganz korrekte Abbildung des
Schlosses und Schlossplatzes mit der Darstellung eines
Ringstechens i. J. 1592, ein Stich aus Frankfurt a. M.
vom Jahre 1595. In ähnlicher Weise sind unter dem an
der gegenüberliegenden Wand befindlichen Gemälde,
das den französischen Dom etwa im Jahre 1785 zeigt,
die Veränderungen des Gendarmenmarktes kenntlich
gemacht usw.
In der mittleren Vitrine sind ältere Darstellungen
hervorragender Plätze, Strassen und Gebäude Berlins
ausgelegt, überwiegend die der Mitte des achtzehnten
Jahrhunderts angehörenden Schleuenschen Prospekte.
Da sieht man Darstellungen der Strasse Unter den
Linden in fast zu malerischen Radierungen von C. F.