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6. Kapitel. Das Feuerwerkswesen in Bayern

Full text: Geschichte des Feuerwerkswesens mit besonderer Berücksichtigung der brandenburgisch-preussischen Feuerwerker (Public Domain)

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Bei Bildung des Kursus 1879 81 wurden zum erstenmal auch 
Angehörige anderer Waffengattungen aufgenommen. Von 12 Aspiranten 
hatten 8 früher bei der Infanterie bezw. Eisenbahnkompagnie gedient, 
und nur durch ihren übertritt war die Bildung eines Lehrkursus über— 
haupt möglich. 
Bei Besichtigung der technischen Institute wurde im Jahre 1880,81 
auch der Besuch der Gewehrfabrik Amberg ins Programm aufgenommen; 
er kam jedoch schon vom Jahre 1881 ab wieder in Wegfall. 
Mangel an Anwärter. 
Für den Kursus 1882/84 meldeten sich nur 8 Anwärter. Im 
Laufe des Jahres gingen außerdem noch 2 Schüler ab, und der Kursus 
zählte somit nur 6 Schüler. Nachdem auch der Kursus 1881/83 nur 
mehr 8 Schüler zählte, war bei einem Fortbestehen dieser Verhältnisse 
keine Aussicht vorhanden, dem immer noch bestehenden Mangel an 
Feuerwerks-Unteroffizieren abhelfen zu können. Nachdem sich überhaupt 
in den letzten Jahren ein ständiger Rückgang in der Anmeldung gezeigt 
hatte (1881 10; 1882 8; 1883 6), war zu befürchten, daß sogar die 
Erhaltung des jetzigen Standes an Feuerwerks-Unteroffizieren in Frage 
gestellt war. 
Im Jahre 1885. 
Die Ernennung zu Feuerwerkern und deren Zuteilung zu den Stäben 
der Fußartillerie-Regimenter, die seither durch die Inspektion erfolgt war, 
wurde im Jahre 1885 der Fußartillerie-Brigade übertragen. 
Unterweisung in Behandlung Verunglückter 
Durch K. M. E. vom 13. April 1886 wurde verfügt, daß künftig mit 
den in der zweiten Unterrichtsperiode stattfindenden Laborierübungen eine 
Unterweisung der Schüler in der ersten Behandlung Verunglückter durch 
einen Assistenzarzt der 1. Feldartillerie-Brigade zu erfolgen habe. 
Dieser Unterricht sollte umfassen: die erste Hilfeleistung bei mechanischen, 
durch Explosivstoffe und Sprengstücke verursachten Verletzungen, sowie bei 
ausgedehnten Verbrennungen, die Anlegung eines Notverbandes bei 
Verletzungen mit Wunden und Knochenbrüchen, die künstliche Blutstillung 
bei Verletzung größerer Blutgefäße, das Wiederbelebungsverfahren bei 
Scheintod durch Ersticken in Gasen, die Fortschaffung Verunglückter mit 
improvisierten Transportmitteln und ohne alle Mittel, sodann das zu 
diesen Hilfeleistungen Wissenwerteste aus der Beschreibung des menschlichen 
Körpers. Zum erstenmal fand dieser Unterricht vom 20. bis 31. Juli 
1886 statt.
	        
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