3ZSCHUCHARDT & SCHÜTTE
Grenzlehren.
. Die Herstellung von Maschinenteilen usw. mit Hilfe von Grenzlehren geht von dem Grundsatz aus, daß für jeden Teil
ner Maschine bestimmte Maßabweichungen zulässig sind. Im Gegensatz zu dem Einpassen der Teile beim Zusammensetzen der
Maschinen, das meist mit erheblichen Nacharbeiten verknüpft ist, werden die Unter- und Übermaße zusammengehöriger Teile
von vornherein so festgelegt, daß ein Nacharbeiten beim Zusammensetzen wegfällt. In diese Grenzwerte wird auch ein erforderliches
>piel bei_gleitenden Teilen z. B. Wellen und Lagern mit eingeschlossen und ein für allemal festgelegt.
Über die zweckmäßigsten Grenzwerte sind von Prof. Dr. Ing. Schlesinger eingehende Versuche angestellt und in Heft 10
der Forschungsarbeiten des Vereins Deutscher Ingenieure veröffentlicht worden.
Grenzlehren haben 2 Maßstellen, von denen die eine das Unter- und die andere das Übermaß angibt.
Zum Messen von Bohrungen dienen:
3ild 390.
3ild 391,
I
ESS
= 7
.
A
Tr
0 > ®
Grenzlehrbolzen,
Garenzlochlehren,
r|
Bild 392.
CresaT
z
7
Grenzendmaße.
|
Zum Messen von Wellen dienen:
—_—
SS u a \
od - ) Grenzrachenlehren.
4 Die Anwendung der Lehren ist derart, daß z. B. beim ‘Messen einer Bohrung die das Untermaß angebende Maßstelle
In Bolzens sich in das Loch einführen lassen muß, während dies bei der das Übermaß besitzenden Maßstelle nicht der Fall sein darf.
Mitt dies trotzdem ein, so ist die Bohrung zu groß und das Arbeitstück Ausschuß.
In umgekehrter Weise ist dies bei Grenzrachenlehren der Fall:
Pa
Bild Ad
nicht
hinein
0.1
400 mm Lauf
ınüber nicht hinüber
Bild 12195.
Passungen. Je nach der Art des zulässigen bzw. erforderlichen Spieles zwischen zusammengehörigen Maschinenteilen
Werden verschiedene Passungen unterschieden.
ım allgemeinen Maschinenbau kommen hauptsächlich 4 Passungen in Frage, und zwar:
Laufsitz für Lager und Wellen,
Schiebesitz für Teile, die sich von Hand ohne Schlottern verschieben lassen,
tester Sitz für Teile, die sich durch einfache Pressen und leichte Hammerschläge vereinigen und ebenso wieder
trennen lassen, .
Preßsitz für Teile, bei denen eine feste Verbindung verlangt wird und die Vereinigung unter großem Druck
stattfinden kann.
4 Normale Welle oder normale Bohrung, Bei Anwendung von Grenzlehren wird entweder von der normalen Welle oder
<F normalen Bohrung ausgegangen. . N ü
“ Bei einem von der normalen Welle ausgehenden Grenzlehrsystem erhält die Welle ein gleichbleibendes Unter- und Übermaß,
en ie Abmessungen der dazugehörigen Bohrungen wechseln, je nachdem es sich um Laufsitz, Schiebesitz, festen oder
Sitz handelt. m
P Bei der normalen Bohrung bleibt diese unverändert, während für die Wellen und Zapfen die Unter- und die Übermaße
ich nach den in Betracht kommenden Passungen ändern. .
, Fast allgemein wird bei Verwendung von Grenzlehren die normale Bohrung zugrundegelegt. Dies hat den Vorzug, daß
zur Bearbeitung der Lagerstellen und Bohrungen nur 1 Satz Bohr- und Aufreibewerkzeuge erforderlich ist. Allerdings ist hierbei
n Betracht zu ziehen, daß sich durch die erforderlich werdenden Durchmesserunterschiede der Wellen die Herstellungskosten für
A erhöhen, Praktisch ist dies aber nebensächlich, da es selten vorkommt, daß bei einer Welle mit mehreren Passungen
echnen ist,
Die normale Welle kommt nur selten zur Anwendung, in der Hauptsache wohl nur im Transmissionsbau.:
In besonderen Fällen, u. a. im Textilmaschinenbau, wird bei Festlegung der Grenzwerte für eine Maschine normale Bohrung
Ind normale Welle gleichzeitig angewendet, In diesem Falle werden für lange, durchlaufende Wellen die Grenzwerte unveränderlich
Wählt und Lagerstellen, Riemscheiben, Wellringe usw. mit verschiedenen Passungen ausgeführt. Für die übrigen, von den langen
ellen unabhängigen Teile wird jedoch das System der normalen Bohrung vorgesehen. Sn .
& Diese Vereinigung beider Systeme kann unter Umständen die Wirtschaftlichkeit der Fabrikation erhöhen, birgt aber die Gefahr
ON Lehrenverwechselungen in sich. Jedenfalls ist sie mit wirtschaftlichem Vorteil nur in Einzelfällen anwendbar.
Tabellen für die verschiedenen Passungen siehe Tabellenanhang.