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Fünftes Buch. Virtuti Asylum

Full text: Die Tänzerin Barberina / Paul, Adolf (Public Domain)

„Ich werde mir den Vorschlag überlegen“, sagte sie 
dann. „Nun geh! Ich bedarf für heute deiner —*— 
nicht mehr!“ 
Fossano verbeugte sich und ging. 
Barberina nahm ein Blatt Papier aus dem Schubfach 
ihres Sekretaͤrs und schrieb, ohne viel nachzudenken, fol— 
genden Verst 
„Sire 
Eine arme, alte Fremde, die das Glück hat, Eure 
Untertanin geworden zu sein, wirft sich zu Euren 
Füßen, Euch anzuflehen, mir in der Verlassenheit, in 
die mein Gatte mich gestoßen, die Gnade zu erteilen, 
einen anderen Namen tragen zu dürfen als den, wel— 
chen ich bis jetzt hatte. Ich wage es fogar, so kühn zu 
sein, Eure Majestät zu bitten, mir den Rang einer 
Gräfin verleihen zu wollen. 
Da ich keine Kinder habe und meinem Leben wohl 
nur noch wenige Tage beschieden sind, hoffe ich, daß 
Eure Majestät meine untertänigste Bitte erfüllen wer⸗ 
den. Mein Mann hat auf mein ganzes Vermögen ver⸗ 
zichtet, so daß ich darüber disponieren kann, wie es mir 
gefällt. Da ich aber keine Verwandten in Italien habe, 
ist es meine Absicht, ein Institut für die Armen Schle— 
siens zu gründen, und ich würde glücklich sein, wenn 
dieser Plan Eurer Majestät wohlgefallen wuüͤrde. 
Ich bin in tiefster Ergebenheit, Sire, Eurer Majestät 
sehr untertänige und gehorsame Dienerin 
Barberina de Coccefi. 
Barschau, 6. August 1789.“ 
Sie las das Schreiben durch und verschloß es in ihrem 
Portefeuille. 
Am folgenden Tage versiegelte sie es und übergab es 
Fossano mit dem Befehl, für die sofortige Beförderung 
zu sorgen. 
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