Path:
8.

Full text: Die Reise nach Berlin / Winterfeld, Adolf von (Public Domain)

66 
Damit steuerte er auch gleich auf eine zu und riß den 
Schlag auf. 
„Immer hinein, Kinder, immer hinein! Unser Gepäck 
muß gleich kommen.“ 
„Bitte, geben Sie mir Ihre Blechmarke!“ sagte der 
Kutscher, als die Damen saßen. 
Was denn für 'ne Blechmarke?“ entgegnete Habermann, 
den Kopf aus dem Wagenfenster steckend. 
„Die Ihnen der Beamte am Ausgang gegeben hat ...“ 
„Welcher Beamte? ... an welchem Ausgang?“ 
„Na, mein Gott ... der Mann in Uniform, der da 
auf dem Perron steht ...“ 
Der Papa sah seine Damen an, ob die etwas davon 
verstanden hätten .. aber es schien nicht so. 
„Mir hat aber niemand eine Blechmarke gegeben?“ 
sprach er dann wieder aus dem Fenster hinaus. 
„Ja, wenn Sie keine Blechmarke haben, dann müssen 
Sie wieder aussteigen,“ sagte der Kutscher. 
„Fällt mir gär nicht ein .. . Sie müssen mich fahren, 
wohin ich will ..“ 
„Nach dem Kaiserhof!“ setzte Frau Natalie hinzu. 
„Ja, wenn Sie eine Blechmarke hätten, von Herzen 
gern, aber ohne Blechmarke geht es nicht.“ 
„Kommt wieder raus, Kinder!“ wandte sich Habermann 
an seine Damen; „der Mensch ist betrunken ... es sind 
ja noch eine Menge andere Droschken da.“ 
Die Familie folgte seinem Beispiel, und der Papa riß 
einen anderen Wagenschlag auf. 
„So! — hier ist's auch hübscher und nicht so eng 
wie in der ersten ... Hinein, Kinder, hinein! . . . Da kommt 
schon der Träger mit unseren Sachen.“ 
„Sie!“ rief der Kutscher, als alle saßen. 
Die Gesellschaft hörte nicht, weil jeder noch zu rücken 
und zu ordnen hatte. 
„Sie!“ wiederholte der Rosselenker, indem er mit dem 
Peitschenstock ans Fenster klopfte. 
„Was gibt's denn?“ fragte Habermann, den Kopf 
hinaussteckend. 
„Sie haben mir ja Ihre Blechmarke noch nicht gegeben.“
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.