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Damit steuerte er auch gleich auf eine zu und riß den
Schlag auf.
„Immer hinein, Kinder, immer hinein! Unser Gepäck
muß gleich kommen.“
„Bitte, geben Sie mir Ihre Blechmarke!“ sagte der
Kutscher, als die Damen saßen.
Was denn für 'ne Blechmarke?“ entgegnete Habermann,
den Kopf aus dem Wagenfenster steckend.
„Die Ihnen der Beamte am Ausgang gegeben hat ...“
„Welcher Beamte? ... an welchem Ausgang?“
„Na, mein Gott ... der Mann in Uniform, der da
auf dem Perron steht ...“
Der Papa sah seine Damen an, ob die etwas davon
verstanden hätten .. aber es schien nicht so.
„Mir hat aber niemand eine Blechmarke gegeben?“
sprach er dann wieder aus dem Fenster hinaus.
„Ja, wenn Sie keine Blechmarke haben, dann müssen
Sie wieder aussteigen,“ sagte der Kutscher.
„Fällt mir gär nicht ein .. . Sie müssen mich fahren,
wohin ich will ..“
„Nach dem Kaiserhof!“ setzte Frau Natalie hinzu.
„Ja, wenn Sie eine Blechmarke hätten, von Herzen
gern, aber ohne Blechmarke geht es nicht.“
„Kommt wieder raus, Kinder!“ wandte sich Habermann
an seine Damen; „der Mensch ist betrunken ... es sind
ja noch eine Menge andere Droschken da.“
Die Familie folgte seinem Beispiel, und der Papa riß
einen anderen Wagenschlag auf.
„So! — hier ist's auch hübscher und nicht so eng
wie in der ersten ... Hinein, Kinder, hinein! . . . Da kommt
schon der Träger mit unseren Sachen.“
„Sie!“ rief der Kutscher, als alle saßen.
Die Gesellschaft hörte nicht, weil jeder noch zu rücken
und zu ordnen hatte.
„Sie!“ wiederholte der Rosselenker, indem er mit dem
Peitschenstock ans Fenster klopfte.
„Was gibt's denn?“ fragte Habermann, den Kopf
hinaussteckend.
„Sie haben mir ja Ihre Blechmarke noch nicht gegeben.“