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7.

Full text : Die Reise nach Berlin / Winterfeld, Adolf von (Public Domain)

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„Der Wasserkessel ist geplatzt!“ entgegnete der Jude
in höchster Aufregung; „lassen Sie uns raus! — Machen
—A
unser Leben!“
„Herr! sie sind ja verrückt!“ antwortete ihm der Be—
amte; „auf der vorigen Station haben Sie schon solchen Un—
fug getrieben ... Verrückte dürfen nicht mitfahren ...
in Köslin werden Sie ausgesetzt. Der Wasserkessel soll
geplatzt sein? ... Solche Idee! Das würden wir
doch zuerst gesehen haben ...“
Dann gab er das Zeichen zum Weiterfahren, und der
Zug setzte sich wieder in Bewegung.
„Selber verrückt!“ räsonnierte der Jude, das Fenster
wieder aufziehend ... „zuerst gesehen haben! ... ich habe
es auch nicht zuerst gesehen; aber ich habe es zuerst gefühlt
... ich bin doch ganz naß ... im Gesicht ... und
vorne ... und hinten ... das kann ich mir doch nicht
einbilden, daß ich naß bin, und daß es mir überall hin—
gespritzt ist, mit ner ganz schrecklichen Gewalt ... Werd'
mer schon beklagen auf der nächsten Station beim Herrn
Bahnhofsvorsteher ...“
Dann trocknete und wischte er noch eine Weile an sich
herum und kauerte sich schließlich wieder in seinem Pelz
zusammen.
Unter den übrigen Fahrgästen trat weiter keine Ver—
änderung ein, als daß Frau Natalie ihren Nachtsack unter
die Bank schob.
„Siehst Du wohl, nun wird er Dir doch zu schwer,“
meinte Habermann; „gib ihn her, ich werde ihn oben ins
Netz legen.“
„Ach nein, lieber Heinrich, laß nur ... ich habe ihn
doch lieber bei mir ...“
Damit war die Sache erledigt.
„Köslin!“ riefen die Schaffner, am Zuge entlang
eilend; „kKöslin! ... Fünf Minuten Aufenthalt!“
„Nun wollen wir schon sehen ...“ sagte der Jude ...
„nun wollen wir schon sehen!“
Kaum hielt der Zug, als der Jude auch schon wieder
anfing zu schreien.
            
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