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Full text: Die Reise nach Berlin / Winterfeld, Adolf von (Public Domain)

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„Denke Dir doch, Heinrich ... meine Uhr ist ja fort! ... 
meine Uhr ist ja fort“ 
Dann entstand eine lange, bange Pause. 
„Na, das ist die Möglichkeit!“ überlegte der Rentner, 
noch immer auf dem Sofa stehend ... „gefallen hat 
mir der Mensch nie, aber das hätte ich ihm doch nicht zu— 
getraut ... deshalb hat er sich also hier mit ihr einge— 
sperrt ... na! das ist doch immer noch besser, als ... eine 
Uhr kann man wiederbekommen, während .. . obgleich ich 
sie nicht ersetzen möchte ... die kostet gewiß ein paar 
tausend Taler ... nein; aber solche Kanaille! ... nein, 
aber solche Kanaille!“ 
Damit hüpfte er mit beiden Füßen zugleich vom 
Sofa und näherte sich Habermann, um ihm und der Frau 
sein Beileid auszusprechen, als dieser ihn am Kragen packte 
und ihn schüttelte, daß der Kopf hin⸗- und herflog. 
„Zinnwald!“ rief er dabei .. „Du hast die Uhr ge— 
stohlen ... gib sie wieder heraus! ... Du hast die Uhr 
gestohlen!“ 
Dem larmen Rentner klappten die Zähne zusammen, 
und wenn er ein Wort zu seiner Verteidigung hervor— 
bringen wollte, biß er sich auf die Zunge und schluckte es 
wieder hinunter. 
Natalie bekam zu ihrem großen Schreck noch jetzt einen 
neuen. 
„Der arme Zinnwald ... er war ja unschuldig ... 
aber wie sollte sie? ... o Gott! o Gott! ...“ 
„Heinrich! bat sie aber trotz dessen ... „Heinrich ... 
bitte, laß doch ... er ist ja ...“ 
„Gib die Uhr 'raus, oder ich würge Dich!“ Damit 
fuhr Perwarn fort, den armen Zinnwald zu schütteln. 
„Aber ich hahaha. .. aber ich hahaha ...“ stotterte dieser. 
Wann hast Du sie vermißt?“ wandte sich Haber— 
mann, immer noch schüttelnd, an seine Frau. 
„Jetzt eben ... nebenan in der Zelle.“ 
„War dort jemand außer Dir ..“ 
Nein ... kein Mensch ...“ 
„Wie ... keikeikein .. Mememensch? ...“ stammelte 
Zinnwald erstaunt.
	        
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