—24.
Die Nacht schlief Frau Amalie auch in einem Bett,
Auguste wieder in ihrer Schlummer-Kommode.
Die verwitwete Nelke mit ihrer Tochter wurden weder
durch Gedanken am Einschlafen gehindert, noch in ihrem
Schlummer durch böse Träume gestört.
Die Habermannschen Damen dachten noch viel, bis die
Natur ihr Recht forderte und Müdigkeit sie übermannte.
Der junge Kelbitz träumte schließlich, daß er im
feurigen Ofen säße und sänge.
Schließlich war es allen zu gleicher Zeit, als ob sie
eine kreischende Weiberstimme hörten ... aber es war noch
unklar und traumhaft.
Dann klang es immer deutlicher, immer deutlicher.
„Ihn hat der Schlag gerührt ... der Schlag ge⸗
rührt ... der Schlag gerührt ...“
Da die Worte von dem Flur auszugehen schienen, so
trug sie die Luftströmung zuerst nach der guten Stube hin.
„Ihn hat der Schlag gerührt ... Schlag gerührt ...
Schlag gerührt ...“
Habermann hörte auf zu schnarchen und spitzte das
Ohr, das nach oben lag.
„Schlag gerührt?“ wiederholte er mit noch schlaf—
lallender Stimme ... „wen hat der Schlag gerührt?“
Die Rufe wiederholten sich noch lauter, noch kreischender
als zuvor.
Zinnwald, der diese Nacht nur einen leisen Schlummer
hatte und öfters die Augen öffnete, um zu sehen, ob der