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Volltext: Die Reise nach Berlin / Winterfeld, Adolf von (Public Domain)

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erröteten Wange berühren, als die Tür aufgerissen wurde 
und die Amtsrätin Rübe, hochrot vor Zorn, hereinstürzte. 
Zinnwald fuhr mit einem Satze von seiner Frau zuruͤck. 
„Denken Sie sich, Liebe!“ rief die Tante, ohne von 
dem Rentner Notiz zu nehmen ... „jetzt sind sie fort ...“ 
„Wer ist fort?“ fragte Amalie erstaunt. 
Die Rübe flüsterte ihr etwas ins Ohr und machte 
dn ein paar Augen, als wenn sie aus der Haut fahren 
wollte. 
„Ach so!“ meinte die Zinnwald ... „na, sehen Sie wohl.“ 
„Aber, wer ist es gewesen, Liebe, wer ist es gewesen?“ 
„Vielleicht Auguste ... sollte sie nicht?“ 
Ich habe sie schon gefragt; aber das ist ja eine ganz 
impertinente Person!... Die hat mir eine Antwort ge— 
geben ... eine Antwort, aber sie soll sich vor mir in acht 
nehmen ... ich lasse nicht mit mir spaßen ... wer mich 
für gutmütig nimmt, der irrt sich ... Wehe ihr, wenn 
sie es noch einmal wagen sollte .. wehe ihr! ... wehe ihr!“ 
Dann stürzte sie mit wilder Gebärde wieder ab. 
„J. Gott bewahre!“ sagte Zinnwald, als sie wieder 
heraus war ... dann senkte er den Kopf, als suchte er 
auf dem Boden den abermals abgerissenen Faden. 
„Wie willst Du denn das aber machen?“ fragte er endlich. 
„Was denn, Paulchen?“ 
„Daß Du dem jungen Kelbitz ein eigenes Zimmer gibst!“ 
„Ganz einfach .. Du mußt dann mit Habermann 
zusammenschlafen.“ 
„Mit Habermann ... wo denn?“ 
„Nun ... in der guten Stube ...“ 
Zinnwald strich sich das kurze Haar glatt und schien 
die Sache zu überlegen. 
„Worin denn?“ fragte er nach einer Weile weiter. 
„Ich verstehe Dich nicht, Paulchen!“ 
„Ich meine... worin Habermann schlafen soll? ...“ 
„Ja ... das bleibt ja dasselbe ... das Bett von der 
jungen Frau kommt ja dann heraus ... und das kann 
ja Habermann erhalten ...“ 
„Aha!. .. und ich bleibe wieder auf der Erde liegen ...“ 
„Lange dauert es ja nicht, liebes Kind ... da muß 
A. v. Winterfeld, Die Reise nach Berlin. 15 
sich
	        
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