fullscreen: Der Freimüthige oder Ernst und Scherz (Public Domain) Ausgabe 2.1804 (Public Domain)

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nicht an andern Geschmacklosigkeiten vielfacher Art» 
Das Ganze ist ein Straus von Papier - Blumen, 
ohne Farbe und Geruch» indeß mit der Scheere 
ängstlich Originalen nachgeschnitzelt» die einst durch 
Duft und Farbcnschimmer der Prunk der ältern 
ästhetischen Flora Hispanica waren. Herrliche Pröb 
chen könnte ich mittheilen; allein bei so großem 
Reichthum würde mir die Wahl nicht leicht werden» 
Zudem fürchte ich» diese Kuriosa dürften für das 
Publikum nicht einmal Reiz der Neuheit haben; es 
hat längst schon ähnliche sattsam belacht. — Ganz 
mit leeren Handen, ohne Beweise, darf ich indeß 
doch wohl nicht erscheinen» damit man nicht glaube, 
ich verläumde; hier also eine kleine Scene aus: 
Liebe und Streit» der ersten soi-dlsant dra- 
matischen Spielerei. — Ludovika und Blandina 
find abgegangen. Ritter Astolf spricht hocherzürnt zu 
Achter Raymond: 
Stehst D«, Raymond, noch so stelle» • 
Da Blondine schon so weit? 
Raymond. 
Mehr erstaun' ich, daß die Sphäre» 
Sollst in Lndovikas Kreise 
Wandelnd, nach Planeren-Weise, 
Ihre» Zug so schwach bewähre» 
Astolf» 
Eben lehrt und Deine c—) Mähre, 
(RLter Raymondsoder Herrn Pellegrin's Hi'ppogryph?) 
Gleich für Fieberkält' und Glut 
Sei deo Schone» Anblick gut, 
Und es mögen drum die Kranke» 
Bon der Aerztt« nimmer wanken. 
Ich bi» frisch, gesund mein Blut. 
tZst denn aber auch mens Sans in corpova 
*a»o ?) 
Raymond. 
Wallst nicht dein Verdienst vermindern, 
Sagend, daß ich dich belehrt. 
Der mich zur Geduld bekehrt» 
klebe, sprachst Du, wohnt bei Kindern» 
Jeden Groll mag's wohl vermindern , 
Jedes Zürnen wlrd man satt, 
Weis «>an, daß an M a-n n e s Statt, 
Man bei der Verliebten Scherten, 
Ihrem Necken, ihren Schmcrjeu, 
Nichts als Kinder vor sich hat. 
Astolf. 
Svott mag leicht für mächtig gelte», 
Wo di« Macht das Schwerdt verbot. 
Raymond. 
Welpe» Spott und Scharfsinn todt, 
Der hätt zürnend, was sonst selten 
Unter Edlen, sich ans Schelten» 
(Diese große Wahrheit scheint sich Herr Pelle- 
grin wohl aus dem würdigen Benehnien seiner Vor 
bilder abstrahirt zu haben. Sollte er eine Antikritik 
schreiben, so wird er sie indeß höchstwahrscheinlich 
a posteriori beweisen.) 
Astolf. 
Nicht entkommst Du ernstem Streit;] 
Dieser Tage Friedlichkeit 
Geht vorüber. 
Raymond. 
Wär' sie's schon r 
Bis dahin Dein kühnes Drob'n 
In ertragen, ist mir leid. 
Astolf. 
Wie bekannt Dir meine Klinge, — 
Raymond. 
Ja, ruhmwürdig neben mir; 
Prüfe bald, was Gutes ihr, 
Gegenüber nun gelinge. 
Astolf» 
Nur mit mehr als Worten dringe 
Auf nüch ei» ! 
Raymond. 
Wer hier,n rechte» 
tlnsing, sang' auch an, zu fechten. 
Astolf» 
Sei's! Ich zähme nicht die Wuth. 
Zetzt sollte man glauben: di« Dratpuppen wür 
den endlich auf einander losschlagen» — Mit Nich 
ten! Raymond sagt: 
Damen nahn. Den zorn'gen Muth » 
Dirg noch vor so holden Mächte« 
und Herr Astolf verschluckt hierauf wirklich wieder 
den kalten Blitz seines „zornigen Muthes." 
Zch gericth im Lesen auf die Vermuthung, daß 
Herr Peliegrin und der Verfasser des Lakrimas eine 
und dieselbe Person wären: aber ich will sie nicht 
einmal für wahrscheinlich ausgeben» obgleich die 
Produkte beider einander ss) ähnlich sehn» al« Zwil- 
iingsbrüder. Denn was dieHH. Schlegel für Poesie 
ausgeben, ist «in so leichtes» charakterloses Spiel» 
daß es jedermann jeden Augenblick» wenn es ihm 
ankommt» wachend oder schlafend, treiben kann: und 
jedermanns Weck hat freilich immer dieselbe Phy 
siognomie, das heißt: gar keine. — dt» 
Bruchstücke aus einer Preiöfchrift: 
über die Ehe. 
Frei aus dem Französischen. 
^uxus, diese« fürchterliche Ungeheuer, dieser Feind 
der guten Sitten, verschlingt ganze Generationen,
	        
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