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IV 1871 bis 1896

Full text: Carl Heymanns Verlag, Berlin (Public Domain)

Durch sein bescheidenes und gesittetes Betragen wird er uns 
stets in gutem Andenken bleiben. Unsere Wünsche für sein Wohl— 
ergehen begleiten ihn bei seinem Austritte aus unserem Geschäft. 
Berlin, den 1. Januar 1860. 
A. Asher K Co., Buchhändler. 
VNach der Lehrzeit führte Loewenstein seinen Plan, sich auf das 
Abiturium vorzubereiten, aus. Er nahm eine Zeitlang Privatunterricht, 
ließ sich dann in das Werdersche Gymnasium aufnehmen und legte dort 
die Reifeprüfung ab. Während seiner letzten Gymnasialzeit gab er selbst 
auch Unterricht und verbesserte dadurch seine Finanzen. In einem mit 
gleichgesinnten Freunden gegründeten literarischen Verein „Argo“ und im 
Handwerkerverein, in dem sein Vater eine segensreiche Tätigkeit ent— 
faltete, hielt er regelmäßig Vorträge, meist über literarische Themata. 
Nach bestandener Reifeprüfung entschloß sich Loewenstein, Medizin 
zu studieren und ging 1862 nach FJena. Oort blieb er zwei Semester und 
setzte dann seine Studien in Berlin fort. Der Zweifel, wie er seine Zukunft 
gestalten solle, war noch nicht überwunden; er war geraume Zeit im Wolff—- 
schen Telegraphenbureau tätig, und schrieb für auswärtige politische Zei— 
tungen und Zeitschriften Beiträge, so z. B. für die „POuisburger Rhein- und 
Ruhr-Zeitung“. Auch an der Glasbrennerschen Monatszeitung war er tätig. 
Im Jahre 1866 erwarb er dann in Fena die philosophische Doktorwürde. Oie 
Anstrengungen dieser vielfachen Tätigkeit als Redakteur und Korrespondent, 
sowie deren verhältnismäßig geringe Entlohnung lenkten seine Absichten 
auf einen andern Weg, und es ist wahrscheinlich, daß die Erfolge seines 
Großvaters schließlich den Entschluß in ihm reifen ließen, Buchhändler 
und Verleger zu werden. So schreibt er am ersten Weihnachtsfeiertag 1867 
beim Nachtdienst im Telegraphenbüro an einen Freund: 
„.. . .sehr richtig hast Ou in Deinem letzten Schreiben die 
große Zahl der meinem Dienste gewidmeten Stunden als Passiva 
bezeichnet. Diese figürlichen Passiva wiegen so schwer, daß sie meine 
materiellen Aktiva — jetzt 1040 Taler! — sogar überwiegen und 
einen Entschluß in mir hervorgerufen haben, der die mäandrischen 
Pfade meines Lebensstromes in ein ruhiges Bett endgültig lenken, 
die labyrinthischen Wege meiner Beschäftigung in eine gerade Heer— 
straße leiten soll. Ich habe nämlich mich entschlossen, zum 1. April 
mich definitiv als Verlagsbuchhändler zu etabliren, wozu meine 
Chancen jetzt die allerglücklichsten sind.. . .“ 
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