5. Kapitel
Hundertjahrfeier 1899 und Chronik der Hochschule seit 1899
Weil die Königliche Bauakademie, die ältere Schwester der König-
lichen Gewerbeakademie, im Jahre 1799 ins Leben gerufen worden war,
konnte die Technische Hochschule, die seit 1879 beide Anstalten in
sich vereinigt, im Jahre 1899 die Vollendung des ersten
Jahrhunderts eines sehr inhaltreichen und wechselvollen Ent-
wicklungsweges festlich begehen. Dies geschah in den Tagen vom
18. bis 21. Oktober unter dem Rektorate des Geheimen Regierungs-
rates Professor Riedler.
Zu dieser Feier ward der Hochschule und ihren Gästen eine Fest-
schrift gewidmet: „Chronik der Königlichen Tech-
nischen Hochschule zu Berlin 1799—1899‘, deren Druck
und Ausstattung die Verlagsbuchhandlung Wilh. Ernst & Sohn
auf eigene Kosten übernommen hatte. Der erste Teil dieser Chronik
ist eine neue Bearbeitung der Do b ber t schen Festschrift von 1884;
ihr zweiter Teil, von der Hand des Professors Dr. A. GC. Me y er, schildert
die Entwicklung der Hochschule von 1884 bis 1899. Außerdem wurden
der Hochschule aus Anlaß ihrer Hundertjahrfeier Schriften gewidmet
vom Geheimen Regierungsrat Professor Jacohbhsthal, von Professor
Jo8se und von den. Geheimen Regierungsräten Professor Dr. Lampe
und Professor Riedler.
Am 18. Oktober wurde das Fest durch einen Begrüßungsabend
im Neuen Königlichen Operntheater (Kroll) eingeleitet. Am Morgen
des 19. Oktober wurden alsdann die vor dem Hauptgebäude der Hoch-
schule errichteten Standbilder von Werner von Siemens und
Alfred Krupp, das erste gestiftet vom Verein Deutscher
Ingenieure, das zweite vom Verein Deutscher Eisen-
hüttenleute und der Nordwestlichen Gruppe des
Vereins Deutscher Eisen- undStahlindustrieller,
in Gegenwart der Festgäste und Vertreter der Behörden enthüllt und
vom Rektor in die Obhut der Hochschule übernommen. Den darauf
folgenden Festakt in der sinnreich geschmückten großen Halle der
Hochschule beehrten Ihre Majestäten der Kaiser und
die Kaiserin, begleitet von mehreren Prinzen des Königlichen
Hauses, mit ihrer Gegenwart. Der Kultusminister Dr. Studt ver-
kündete hierbei die nachstehenden beiden Allerhöchsten Erlasse:
Auf den Bericht vom 6. d. Mts. will Ich den
Technischen Hochschulen in Anerkennung
der wissenschaftlichen Bedeutung, welche
sie in den letzten Jahrzehnten neben der