fullscreen: Causerien über Theater / Fontane, Theodor (Public Domain)

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tätigen und die Herzen eines ihr mit seinen Sympathien 
vom ersten Augenblick ihres Auftretens an treu gebliebenen 
Publikums fortzureißen. Es war in der Tat, als er— 
weiterte sich die Szene, als nähme das Parkett an 
dem Abschied von der „geliebten Königin“ teil. Was auf 
der Bühne gespielt wurde, setzte sich im Hause lebendig 
fort, aufrichtige Tränen fielen, und mancher war, der 
Hanna Kennedy beneidete und am liebsten mitgekniet 
hätte unter den Dienern und Dienerinnen. Als die Szene 
schloß, regte sich rücksichtsvoll keine Hand; wußte doch 
jeder, daß die drei Minuten Leieester, die noch in Sicht 
standen, keine Ewigkeit dauern konnten. Und nun endlich 
war der Sand durchs Glas gelaufen; der Vorhang fiel, 
und der bis dahin zurückgedämmte Enthusiasmus machte 
sich in schäumenden Kaskaden Luft. Wenn einst Perser— 
pfeile den Himmel verfinsterten, so hier Kränze und 
Buketts. Immer mehr; letzte und allerletzte; und dann 
wieder von neuem. Die Scheidende sprach kurze herzliche 
Worte des Abschieds. Und als sie so dastand, halb— 
bersteckt in Kränzen und die Krone noch auf Haupt und 
Haar, glich sie einer blumengekleideten Flora, einer Königin 
des Sommers. Und so wird sie fortleben in unser aller 
Erinnerung: ein helles Bild, ein freundlicher Klang. 
(81. Mai 1878.) 
3 
Marie Rahle-Keßler. 
— 
Eine Freude gewährte mir in Schillers „Kabale 
und Liebe“ die Lady Milford der Frau Keßler. Diese 
Fontane, Causerien über Theater. 22
	        
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