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und halfen von 1839 an in ernster Arbeit und anfangs bei
schlichtester Lebensführung dem vaͤterlichen Vermögen wieder
auf. Bismarcks Bildnis aus jenen Tagen läßt darauf schließen,
daß er männlicher wurde, den Schwerpunkt seines Seins mehr
als bisher in sich selbst gefunden hat. Aber der schöne, blaue
Duft der fernen Berge, der nach einem von ihm gebrauchten
Bilde über der neuen Beschäftigung gelegen hatte, verzog sich
bald. Die Landwirtschaft füllte die langen Tage nicht aus. Auch
die Wahl zum Kreisdeputierten im Jahre 1841, wiederholte
läängere Vertretungen seines Bruders, der Landrat geworden war,
und Mitarbeit im Landwirtschaftlichen Verein seines Kreises regten
ihn nicht ausreichend an. Er verkehrte mit den Gutsnachbarn,
pflegte eifrig gesellschaftliche Beziehungen zu den Offizieren seines
Regiments; von 1842 an waren es die vierten Ulanen. Es ging aus⸗
gelassen dabei zu. Die Gelage wurden berühmt. Wilde Streiche
liefen unter. Bismarck kam als „toller Junker“ in Verruf. Ver⸗
steckte Eifersucht auf seine weltmännische Überlegenheit und
auf das selbstbewußt Unbekümmerte seines Auftretens trug
das Ihrige dazu bei. Auch das Volkl raunte sich schon allerlei
über ihn zu. Sein amerikanischer Jugendfreund Motley hatte
1839 die Eindrücke, die er in gemeinsam verlebten Semestern
von dem übermütigen Göttinger Studenten, dann von dem
sich in der Berliner Umwelt langsam erkennenden jungen
Manne erhielt, romanhaft ausgesponnen. Jetzt woben die Leute
um Bismarck sogleich die Sage. Bezeichnend genug ließ es
den Trutzigen selbst den König hochfahrend behandeln und dafür
Strafe erleiden. Ausschweifungen ließ sich Bismarck nicht
zuschulden kommen. Er lebte „so anständig wie keiner in der
Gegend“. Dieses Zeugnis gab ihm der ehrlichste und um sein
Seelenheil besorgteste seiner Freunde. Aber das Gefühl der
Leere ward bald wieder quälender in ihm. Wie fern sein Gott
ihm auch in Knabenjahren gerückt worden war, ganz kam er
doch nicht von ihm los. Bismarck griff nach den Werken, die in
Bekämpfung des gläubigen Christentums damals Aufsehen er—⸗