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Erster Abschnitt. Jugendjahre

Full text : Bismarck / Spahn, Martin (Public Domain)

Jugendjahre 13
Neigungen des ostdeutschen Adels angeeignet. Sie lebten als
Landwirte oder Offiziere; die Mitglieder des ältern Zweiges
nahmen auch höhere Richter- oder Verwaltungsstellen an.
Koönig Friedrich Wilhelm J. zählte die Familie wiederholt unter
den trotzigen und ungehorsamen Familien auf, um derent⸗
willen er seinen Sohn vor den Altmaͤrkern warnte. In einzelnen
Angehörigen erreichte das Geschlecht gewisse vorläufige Höhe⸗
unkte. Klaus v. Bismarck war im 14. Jahrhundert Rat und
Hauptmann des Magdeburger Erzbischofs, dann Hofmeister
des Kurfürsten von Brandenburg. Aus der ältern Linie brachte
es nach der Verzweigung etwa Levin Friedrich zum Geheimen
Staats⸗ und Justizminister unter Friedrich dem Großen und
Ludolf August gleichzeitig zum russischen General. In der
jJüngern Linie bewährte sich um die Wende des 17. Jahrhunderts
August v. Bismarck als besonders erfolgreicher Mehrer des
Familiengutes. Auch in Hinterpommern erwarb das Geschlecht
stattlichen Besitz. Bismards Vater Ferdinand, der der Schön⸗
hauser Linie entsproßte, verkörperte das durchschnittliche Wesen
der Familie. Höhere Eigenschaften und Ehrgeiz mangelten
ihm. Dafür war er desto kerniger, gesünder und reicher an
Saft. Die Kraft des halbtausendjährigen Geschlechts sammelte
sich gleichsam in ihm, um gleich darauf in seinem Sohne der
aͤußersten, dem Geschlechte zugänglichen Höhe zuzustreben.
Ganz anders war es um Bismarcks Mutter bestellt. Sie
war bürgerlicher Herkunft, ihre Vorfahren erst Kaufleute im
Oldenburgischen, dann Professoren in Leipzig und Helmstedt,
bis ihr Vater, vielgewandt und ehrgeizig, sein Glück mit gutem
Gelingen im preußischen Staatsdienst suchte. Er wurde noch
unter Friedrich dem Großen Sekretär im königlichen Kabinett.
Seine Rolle hat er in den ersen Jahren Friedrich Wilhelms III.
gespielt, da er zu des 5—7 n dessen Frühzeit trefflich paßte.
Mencken war mehr Austig und am altpreußischen
Staatswesen verzagt, ess fähig zu Verbesserungen. Stets
blieb er in der Bildung des 18. Jahrhunderts befangen. Er
            
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