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Eine Aufführung von „Steffen Canger“ (1. Februar)
ließ von neuem erkennen, daß Holzstamm und Frl.
Klose völlig die Gunst des Residenz-Dublikums erworben
hatten. Miß Thompson verabschiedete sich am Abend
dieser Vorstellung.
7. Febr.: Zur vVorfeier der festlichen ECinholung Sr. K. LB.
des Prinzen Friedrich Mithelm von Preußen und
Höchstdessen Gemalnline H.:
Victoria Zegia.
Preisgekröntes Festspiel von Adolar Gerhardt. Musik von
A. Conradi.
In Scene gesetzt vom Direktor Ferdinand Roeder.
3. Februar (Einholungs-⸗Tag): Frei-Theater für die Berliner
Garnison. Fum 2. Male: Vietoria Regia.
BHierauf: Der Militärbefehl. Custspiel in 2 Akten nach Anicet
von C. W. Koch.
Feldmarschall Wrangel, Gouverneur von Berlin,
sandte der Direktion ein Dankschreiben. — Das Festspiel
selbst war ein Dialog zwischen Minerva (Frl. Fuhr), Neptun
und Merkur. Eine am britischen Strande soeben zur Blüte
gelangte Victoria Regia wird von dem auf einem Adler
heranschwebenden Amor gebrochen und geraubt — das
war die Grundidee einer Dichtung, die als „preisgekrönt“
von der Berliner Kritik nicht eben sanft behandelt wurde.
15. Febr.: Zum Besten der Friedrich-Wilhelm-Victoria—
Landes⸗Stiftung:
tzrohes Vokal- und Instrumenkal-Konzerk der neuen
Akademie für Männergefang.
Zum s. Male: Victoria Regia.
7. Februar bis 3. März: Gastspiel der Italienischen Oper
unter Leitung des Sgr. Giordani.
Die Mitglieder der Gesellschaft waren sehr geschätzte
Künstler, zwar etwas passiert, aber doch ungemein fesselnd,
besonders Signora Pastchekti, der Cenorist Gamboggi und
der Baritonist Giordani. Sie debutierten am 17. Februar
mit „Sonnambula“. Nach zweimaliger Wiederholung der