s
zirke von den betreffenden Beamten eingehender wie früher coutrolirt und
bester übersehen werden können.
Die etatsmäßige Mannschaft, 560 Arbeiter, ist zur Bewältigung der
Arbeiten ausreichend gewesen. Allerdings spielt bei einer so genauen Ab
wägung zwischen Arbeitsleistung und Arbeitskraft auch der einzelne Ar
beiter nunmehr eine größere Rolle wie früher, insofern, als er und seine
in Anschlag gebrachte Leistung niemals auf längere Zeit entbehrt werden
kann, daher in Krankheitsfällen säst immer ein Ersatz in Stellvertretern
gesucht werden muß.
Diejenigen 14 älteren langgedicnten Arbeiter, welchen wir im vorigen
Jahre eine permanente und leichtere Arbeit auf den Chausseen angewiesen
hatten, haben sich hier als recht nützlich erwiesen, so daß wir auch diese
Maßregel als eine zweckmäßige bezeichnen dürfen.
Was die Arbeiter der Straßenrcinigung im Allgemeinen betrifft, so
haben wir alle Leranlassung mit deren guten Leistungen, mit ihrer sonstigen
dienstlichen Führung und Disciplin, wie auch mir ihrem außerdienstlichen
Verhalten sehr zufrieden zu sein. Nur wenige Arbeiter, welche sich Vergehen
hatten zu Schulden kommen lassen, oder deren Aufführung, Fleiß. Hal
tung ic. ihre Entfernung aus dem Dienste nothwendig oder wünschens-
werth machte, sind entlassen worden. Guten und brauchbaren Arbeitern
sind dagegen, selbst bei monatclangcr Krankheitsdauer, ihre Stellen offen
gehalten worden.
Vier alten, arbeitsunfähig gewordenen Arbeitern unserer Verwaltung
ist auch in diesem Jahre durch Beschluß der städtischen Behörden eine
jährliche Unterstützung von je 400 c/fC. zu Theil geworden.
Ebenso wie den Arbeitern, können wir auch sämmtlichen Beamten der
Straßenreinigung hier das Zeugniß geben, daß sic alle und ohne
Ausnahme pflichttreu bestrebt gewesen sind, ihre dienstlichen Obliegenheiten
in bester Weise zn erfüllen Es lag keine Veranlassung vor, in irgend
welcher Beziehung tadelnd oder strafend einzugreifen.
In gleicher Weise hatten wir alle Ursache, auch mit unseren Unter
nehmern und Lieferanten zufrieden zu sein, welche zu jeder Zeit und in
vollem Maße ihren Verpflichtungen entsprochen haben.
Während der Monare Januar, Februar und März war es der schon
Eingangs geschilderten Witterungsverhältnisse wegen nothwendig, die Ar
beit der Reinigung der Straßen am Tage auszuführen und zwar hat
dies vom 10. Januar bis zum 28. März gedauert.
So lange während dieser Zeit Schneeabfuhr war, konnten die Kehr
maschinen nur wenig leisten, an 30 Tagen haben sie überhaupt nicht arbeiten
können. Unter solchen Vcrhältniffen ist es aber durchaus zweckmäßig, die
gesammte Mannschaft den ganzen Tag über auf der Straße zu haben,
da jeder Arbeiter von der ständigen Mannschaft mindestens da« Doppelte
dessen leistet, was von einem Hilfsarbeiter erwartet werden kann. Während
der übrigen Winterzeit, während welcher keine Schneeabfuhr war, machten
fortwährende starke Nachtfröste eine ausgiebige Leistung der Kehrmaschinen
unmöglich. Die Maschinen wurden während dieser Zeit meistens in den
ersten Morgenstunden gebraucht und derartig verwendet, daß ihre Thätig
keit mit dem Beginne des Hauptverkchrs auf den Straßen beendet war.
Im Allgemeinen sind in dieser Zeit die 4 Kratzmaschinen stark zur Be
nutzung gekommen, welche der Verwaltung zur Verfügung stehen, deren
unausgesetzte Verwendung incl. Doppelbespannung und wechselnde Be
spannung von den Unternehmern ä Conto Kehrmaschinen verlangt werden
konnte. Mit dem 28. März hatten die winterlichen Verhältnisse ihr
Ende, so daß von diesem Zeitpunkt ab wieder zur Nachtarbeit übergegangen
werden konnte. Die regelrechte, planmäßige, nächtliche Reinigung der
Straßen ist bis zum Jahresschlüsse hin durch keine Zwischenfälle mehr
unterbrochen worden.
Die Kehrichtabfuhr war in dem Berichtsjahr etwas geringer, wie im
Vorjahre 1880, trotzdem sich das Arbeitsgebiet wiederum nicht unerheb
lich vergrößert hat. Es ist dies lediglich dadurch zu erklären, daß bei
den vielen kleinen Schneefällen des Vorjahres die Absuhrunternehmer
eine große Menge Schneesuhren, die ihnen nicht besonders vergütet,
sondern als Kchrichtfuhren angerechnet wurden, geleistet haben.
Die Gesammtzahl der Kehrichtfuhren betrug
im Jahre 1880 108 432
. - 1881 104 524.
Relativ ist die Abfuhr in dem letzten Jahre eine größere gewesen, was
bei der Dauer und Menge der atmosphärischen Niederschläge seine natür
liche Erklärung findet. Zu einzelnen Zeiten ist eine ganz außerordentliche
Menge Schmutz aus der Stadt geschafft worden, wie aus den vierzehn
tägigen Arbeitsberichten unserer Direction hervorgeht. Die größte Abfuhr
eines Tages, die größte, welche bisher überhaupt festgestellt worden ist,
war am 22. December und betrug 722 Fuhren.
Tic Verunreinigung der Straßen durch fremdes Fuhrwerk, welches
Grubendung und anderen Schmutz von Privatgrundstücken abgefahren,
ist in dem verfloffenen Jahre wieder etwas geringer geworden; immerhin
bleibt leider noch eine ganz ansehnliche Reihe derartiger Contraventionen
zu verzeichnen.
Die Feststellung der Thäter ist in einer großen Anzahl von Fällen
auf Veranlassung unserer eigenen Beamten und Arbeiter erfolgt, so daß
dieses ActeS der Selbsthilfe hier mit Genugthuung gedacht werden kann.
Im Allgemeinen wirkt auch hier die immer mehr vorschreitende Kanali-
flrung der Stadt erkennbar ein. In voraussichtlich nicht allzuferner Zeit
werden diese Uebelstände ohne Zweifel ans ein Minimum zusammen
geschrumpft sein.
WaS den Flächeninhalt der zu reinigenden Straßen und Plätze be
trifft, so umfaßte derselbe am 1. Januar 1881 im Ganzen 6 709 360 qm;
er betrug ultimo December 1881 6 785 460 qm, hat sich also im Laufe
des Berichtsjahres vergrößert um 76 100 qm. Dieser Zuwachs ist
hauptsächlich durch diejenigen neuen Straßen entstanden, welche mit dem
Centralviehhofe zugleich angelegt und fertiggestellt wurden.
Zur Motivirung der Differenz zwischen den Angaben des letzten
Verwaltungsberichts über den Flächeninhalt der zu reinigenden Straßen,
wonach diese Flächen nur 6 525 000 qm betrugen, bemerken wir, daß
uns im Frühjahre 1881 auf Veranlaffung der städtischen Bauverwaltung
durch die Stadtbauinspectionen genaues Material über die Abmessungen
sämmtlicher Straßen zugänglich gemacht worden ist, welche« wir neuer
dings benutzt haben, und aus welchem hervorgegangen ist, daß die bisher
von uns benutzten Zahlen nicht ganz richtig waren. Die Differenz
zwischen den bisherigen Angaben und den neuen richtigen betrug aber im
Ganzen und genau 184 360 qm, daraus erklärt sich die obige Angabe,
nach welcher am Beginne des Berichtsjahres nicht wie für den Schluß
des Vorjahres 6 525 000 qm,
sondern mehr 184 360 -
also im Ganzen 6 709 b6u qm
zu reinigende Straßenfläche vorhanden gewesen ist.
Trotz der nicht unerheblichen Vergrößerung des Arbeitsgebietes im
Laufe des Berichtsjahres hat eine Vermehrung der Arbeitsmittel und
Arbeitskräfte nicht stattgehabt. Die auch in diesem Jahre bedeutend vor
geschrittene Kanalisirung und der für uns dadurch, d. h. durch den Fortfall
vieler Rinnsteine, verringerten Reinigungsarbeiten haben jene Mehrarbeiten
eben ausgeglichen.
Im Jahre 1881 sind nachstehend genannte Straßenthcile mit As
phaltpflaster versehen worden und zwar: Behrenstraße von Markgrafen-
bis Charlotten- und von Friedrich- bis Mauerstraße, die Markgrafen
straße von Mohren- bis Schützenstraße, die Krousenstraße zwischen der
Friedrich- und Mauerstraße, Theile des Spitlelmarktes und des Leipziger
Platzes. Die Gesammtfläche des Asphaltpflasters betrug am Schlüsse
des Jahres 120 870 qm. Mit Holzpflaster wurden im Laufe des JahreS
1881 belegt die Friedrichstraße von Behrenstraße bis „Unter den Linden"
und von der Nordseite „Unter den Linden" bis zur Rampe der Weiden
dammer Brücke, sowie die Georgenstraße von der Friedrich- bis zur Neu
städtischen Kirchstraße. Die Gesammtfläche des Holzpflasters betrug am
Schlüsse des Jahres 9 830 qm.
Die Gesammtfläche des Pflasters mit fester Unterbettung betrug
ultimo 1881 301 760 qm, nachdem im Laufe des Jahres noch 89 160 qm
hinzugekommen waren.
Die zur täglichen Reinigung kommende Straßenfläche umfaßte am
Ende des Jahres überhaupt 2 643 310 qm.
Nach den eingehenden Beobachtungen, welche wir seit mehreren
Jahren über die zweckmäßigste Art der Behandlung des AsphaltpflastcrS
gemacht haben, sowie nach den Erfahrungen, welche uns in dieser Be
ziehung bereits zur Seite stehen, muß das Asphaltpflaster sorgfältiger
wie jedes andere Pflaster gereinigt werden. Der Pferdedünger macht den
Belag schlüpfrig und giebt dann leicht Veranlassung zum Stürzen der
Pferde. Es ist aus diesem Grunde das unausgesetzte Beiseiteschaffen
des frisch gefallenen Pferdemistes ebenso nothwendig, wie das sorgfältige'
Bestreuen der feuchten Stellen mit Sand. Eine derartige sorgfältige Ab
wartung beseitigt die oben gedachten Uebelstände fast ganz, so daß in der
That die früher so häufigen Klagen mit der Zeit recht selten geworden
sind. Eine am Schluffe dcS Jahres ins Werk gesetzte statistische Erhebung
über die aus diesen Straßen noch vorkommenden Unfälle ist zwar zur Zeit
noch nicht abgeschlossen, sie hat indesien schon bis zum 1. Januar 1882 ein
so außerordentlich günstiges Resultat ergeben, daß die Behauptung. As
phalt sei als Fahrbahn auf keinen Fall gefährlicher, als anderes Pflaster,
gerechtfertigt erscheint.
In Folge der Erweiterung des Asphaltpflasters haben wir die An
zahl der Arbeitsburschen im Laufe des Jahres um 6 vermehrt; aus dem
selben Grunde sind auch für diese Straßen 7 neue Düngerkasten beschafft
und aufgestellt worden.
Der Apparat, welchen wir zur außerordentlichen Reinigung der As>
phaltstraßen vor 1 i/z Jahren einrichteten, hat sich bisher als recht zweck
mäßig erwiesen. Nach vielfachem Wechsel haben wir nunmehr auch ein
ganz brauchbares Burschenpersonal herangebildet, welches Interesse, Lust
und Verständniß für seinen Dienst hat.
Die bei der Reinigung der Asphaltstraßen entstandenen Mehrkosten
berechnen sich pro Jahr und Quadratmeter auf 0,m <//£ Dieser Betrag
ist um ein Geringes höher, wie der vorjährige, welcher auf 0,» </ft pro
Quadratmeter angegeben wurde. Dies kommt aber daher, daß in diesem
Jahre ein erheblich höherer Wafferverbrauch, des häufigen und regel
mäßigen Waschens der Asphaltstraßen wegen, in der zuerst angegebenen
Zahl mit eingerechnet ist, trotzdem wir in der Wirklichkeit das Waffer
nicht bezahlen.
Mit den hiesigen Pserdeeisenbahngcsellschaften sind im Laufe des
Jahres seitens de« Magistrats neue Verträge abgeschlossen worden, die
auch der dieffeitigen Verwaltung vom 1. April ab insofern nicht unerheb
liche Mehreinnahmen dauernd sicher gestellt haben, als diejenigen Kosten,
welche uns für Uebernahme und Ausführung der den Pferdebahngescll-
schaften obliegenden Reinigung der mit Schicnengeleisen belegten Pflaster-