wtrrung Anlaß gebenden Neste und Zweige; jedoch schneidet man
diese stets direkt am Stamm oder Hauptast ab und läßt keine
Stummel stehen, die dem Baume nur ein schlechtes Aussehen
verleihen und nicht den geringsten Nutzen haben. Die Schnitt
wunden werden zunächst glatt geschnitten und dann die kleineren
mit Baumwachs, alle über 2 Centimeter im Durchmesser aber
mit heißem Theer verstrichen, weil das Wachs schon nach etwa
5 Monaten abfällt, in dieser Zeit aber solche Wunden nicht
vernarben. Die bloßliegenden Holzpartien würden anfaulen und
dadurch eine gründliche Heilung vereitelt werden. Das erste
Mal — besonders bei Bäumen, die noch nie zuvor ausgeputzt
worden sind — mag das Ausputzen eine etwas beschwerliche
Arbeit sein. Später — namentlich wenn man jährlich seine
Bäume durchsieht — wird es eine Leichtigkeit sein, dieselben
immer in einem guten Zustande zu erhalten. Durch reichliches
Tragen und durch die Lieferung schöner und vollkommener
Früchte wird diese Arbeit doppelt gelohnt werden. Mit dem
Ausputzen sollte man gleichzeitig auch ein gründliches Reinigen
des Stammes vornehmen und denselben, sowie auch die stärkeren
Aeste mit einem Kalkanstrich versehen. Löscht man den Kalk
statt mit Masse mit Blut ab, so dient der Anstrich gleichzeitig
als Schutzmittel gegen Hasenfraß, durch den die Baume in
uneingezäunten Gärten im Winter oft fthr zu leiden haben.
u. Wie ein Stückchen aus Schtlda klingt eine
Diebstahlsgeschichte, die sich in diesen Tagen hier ereignet hat.
Die Helden sind drei junge Burschen, die von dem Straßen
aushang eines hiesigen Garderobengeschäfts einen Winterüber
zieher herunterlangten und damit gen Schöneberg die Rhein-
straße hinuntergingen. Auf dem Wege zog dann der kleinste
von ihnen das schöne Kleidungsstück an. Die Handlung der
.noblen Herren" war aber nicht unbemerkt geblieben. Eine
Frau mit einem Kinderwagen, die auf dem Heimwege begriffen
war, hatte ihr sonderbares Thun beobachtet. Sie verfolgte
deshalb die Burschen mit dem Vorsatze, einen Schutzmann
anzurufen. Auf Friedenauer Gebiet traf sie keinen, erst in der
Friedenauerstraße erspähte sie einen Schöneberger Schutzmann,
den sie auf die Spitzbuben aufmerksam machte. Anstatt so
gleich die Verfolgung aufzunehmen, notirte sich oer Beamte die
Personalien der Frau. Ein zweiter Schutzmann, der hinzu
kam, riech seinem Kollegen, die Diebe nicht ans den Augen
zu lassen; diese hatten aber wahrscheinlich die nahende Ne
mesis bemerkt, denn sie waren auf einmal verschwunden. Die
weitere Verfolgung ist eine Aufgabe für die Kriminalpolizei.
t Bon der elektrischen Bahn angefahren wurde
heute Vormittag der 53jährige Kaufmann Carl S. aus Char
lottenburg. Er kam aus dem Drogengefchäft des Herrn
Oelgart und war im Begriff an der Ecke der Schmargendorfer-
straße die Geleise in etwas schräger Richtung zu überschreiten,
als er im letzten Augenblick von einem heranfahrenden
Wagen an der linken Schulter. erfaßt und auf das Geleis ge
worfen wurde. Glücklicherweise konnte der Wagen gleich ange
halten werden. Herr S. hat aber immerhin sehr schmerzhafte
Verletzungen erlitten. Das linke Schulterblatt ist ihm ge
brochen und eine Wunde an der linken Kopfseite war so tief,
daß sie vernäht werden mußte. Auch der linke Fuß ist in
Mitleidenschaft gezogen. Unter dem ärztlichen Beistand des
Herrn Dr. Schultz erhielt der Verunglückte die erste Hilfe auf
der Sanitätswache.
Rchöneberg.
— Kirchen-Konzert. Donnerstag, den 17. Januar,
Abends 71/2 _ Uhr Apostel Pauluskirche, Orgel-Konzert von
Wilhelm Oetting. Mitwirkende Lina Marschall (Sopran) und
das Streichquartett.der Damen Gabriele Wietrowetz, Irene
v. Brennerberg, Hedwig Strache und Bertha Schadewaldt.
Karten 50 Pf., 1 M. und 2 M. bei Schlegel, Schöneberg,
Hauptstraße 1.
— Die erste Hochbahnbrücke auf Schöne-
^cherg^r Gebiet wird jetzt an der Bülow- und Ziethenstraße
hergestellt. Da der Wagenoerkehr durch die Ziethenstraße kein
allzu großer ist, und eine theilweise Sperrung des Stcaßcn-
dammes daselbst nicht so sehr empfunden wird, hat man von
einer vorherigen Fertigstellung und Hinüberwindung der Brücke,
wie es seinerzeit an der Bülow- und Potsdamerstraße geschah,
abgesehen, und Rüstungen aufgestellt, auf welchen die Mon-
tirung der Brücke gleich an Ort und Stelle ausgeführt wird.
Mittelst eines auf Schienen laufenden riesigen Flaschenzuges
werden die einzelnen Theile der Brückenanlagen, welche ein
ganz enormes Gewicht repräsentiren, mit Leichtigkeit hinaufge- '
zogen und oben an einandergefügt.
— Handelsregister-Eintragung. Nr. 6818,
offene Handelsgesellschaft: Klosterbrauerei F. Pollin u. Co.,
Schöneberg, und als Gesellschafter die Kaufleute Friedrich Pollin,
Schöneberg, und Otto Layh Berlin. Die Gesellschaft hat am
1. Oktober 1900 begonnen.
— Hans- und Grundbesitzer-Verein zu Schöne
berg. Hauptversammlung am Donnerstag, den 17. Januar,
Abends 8 l / 2 Uhr, im großen Saale de; mm > Haupt
straße 16. Die Tagesordnung lautet: 1. Geschäftliche Mit
theilungen und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Erstattung
des Geschäftsberichts durch den Schriftführer Herrn Dr.
Ignatius, 3. Erstattung des Kassenberichts durch den Schatz
meister Herrn Otto Gräfe. 4. Bericht des Prüfungsaus
schusses. 5. Neuwahl des Vorstandes. 6. Besprechung der
äußerst umfangreichen, von der Kgl. Polizei-Direktion in Aus
sicht genommenen Polizeiverordnung, betr. den gesammten
Straßenverkehr in der Stadt Schöneberg. 7. Anträge von
Mitgliedern und Besprechung von Jnterefsenfragen. 8. Frage
kasten. Um zahlreichen Besuch wird gebeten.
— Wie sehr sich die Esel als Zugthiere bei uns
bereits eingebürgert haben, beweist die Thatsache, daß sich unter
dem Namen „Erstes Berliner Esel-Fuhrwesen" in Schöneberg
ein Unternehmen gebildet hat, das sich ausschließlich mit Freund
Langohr beschäftigt. Was ein Esel heutzutage schon alles leisten
muß, zeigt eine Ankündigung des neuen Unternehmens, in welcher
es sich zu folgenden Leistungen erbietet: „Ankauf, Verkauf und
Verleihen von Eseln für Arbeitsfuhrwerk, Stellung von Eseln
zu Neklamezwecken und Festlichkeiten wie: Karnevalsvergnügen,
humoristischen Umzügen, Kinderspazicrfahrten :c. Auch werden
Esel in guten, gesundheitlichen Stallungen sachgemäß verpflegt
und behandelt resp. in Pension genommen. Stets Vorrath an
guten Zug- und Luxuseseln. Ferner wird das Scheeren von
Eseln besorgt."
Serttn mifc Uararte.
§ Eine interessante Arbeit wird jetzt an der Lust
garten-Front des Königlichen Schlosses ausgeführt. Die über
den beiden Hauptportalen befindlichen Bronceornamente, welche
das von der Königskrone überragte und von Posaunen
blasenden Engelsgestalten umgebene preußische Wappen dar
stellen, werden aus Hnlaß des 200jährigen Jubiläums des
Königreichs Preußen neu vergoldet. - Dasselbe geschieht mit dem
Adler, welcher auf der an der Ecke der Schloßfreiheit stehenden
Marmorsäule horstet.
§ Ein großer Transport von „Schlachtpferdcn"
bewegte sich gestern Abend, von Weißensee herkommend, durch
die Straßen der Stadt und erregte durch den meist ganz
jammerhaftcn Zustand der für die Schlachtbank bestimmten
Thiere viel Aufsehen. Diese wurden nach dem Anhalter
Bahnhof geführt und dort verladen, um nach Leipzig trans-
portirt zu werden, wo stets große Nächstage nach „Schlacht
rossen" ist.
$ Der Flickschuster auf der Eisbahn ist eine
neue Type in dem Berliner Erwerbsleben, und zwar sind es
speziell „reißende Absätze", welche er in kürzester Zeit wieder
an den Stiefel befestigt. Eine Düte voll Drahtnägel und ein
Hammer, sind die zur Ausübung seiner Kunst einzig nöthigen
Gegenstände, zu deren Verwendung besondere Fachkenntnisse
durchaus nicht erforderlich sind. Daß ein derartiger Helfer
in der Noth durchaus auf feine Rechnung kommt, beweist die
Thatsache, daß ein solcher Flickschuster, der sich die Thiergarten-
Eisbahnen zum Felde seiner Thätigkeit ausgesucht hat, nach
feiner eigenen Aussage seit Sonntag bereits eine ganze Anzahl
von Absätzen wieder festgemacht hat. Da er für seine Arbeit
jedes Mal 40 Pf. fordert, die ihm natürlich gern gegeben
werden, so macht bcr „Eisbahn-Schuster" immerhin ein ganz
gutes Geschäft.
Verschiedenes.
* Kaiser Joseph II. und sein Minister. AIs
der Kaiser im besten Zuge war, unter den Lerwaltnngsbeamten
aufzuräumen, schrieb er an den ungarischen Hofkanzler, Grafen
E., um ihn über die Subalternen feines Departements, die
man etwa nicht sehr nothwendig brauche, auszuholen. Der
Graf.begab sich auf der Stelle zu dem Monarchen, und stellte
ihm mit ruhigem Ernste vor, daß er aller dieser Personen zum
Besten des Dienstes bedürfe, daß sie in den Geschäften die
eifrigste Thätigkeit bewiesen, und eher Belohnungen als eine
Verminderung ihres Gehaltes verdienten; der Kanzler fügte
noch hinzu: „Ich darf Ew. Majestät versichern, daß in meinem
ganzen Departement nur Einer überflüssig ist." — „Nun, wer
ist das?" fragte der Kaiser. — „Ich, Sire," erwiderte der
Graf. Diese Antwort, ebenso ehrenvoll für den Minister, der
sic gab, wie für den Fürsten, mit dem er mit so edler
Offenheit sprechen durfte, ging dem Kaiser nahe. Er schwieg
eine Weile, überhäufte dann den Grafen E. mit den schmeichel
haftesten Aeußerungen feines Wohlwollens und ließ feine Kanzlei
auf dem alten Fuß.
* In der ländlichen Volksschule. Lehrer: „Hans,
sag' Du, wann ist die beste Zeit, um das Obst von den
Bäumen zu pflücken?" — Hans: „Wann der Hund ange-
bunden ist."
* Aufrichtig. Chef: „Keine Summe stimmt bei
Ihnen, Herr Meyer! Haben Sie denn nie in der Schule
gerechnet?" — Lehrling: „Sehr viel — aber immer falsch!"
* Aus der Schule. Lehrer: „Warum steigt das
Quecksilber in die Höhe, wenn man das Thermometer in 'warmes
Wasser steckt? — ^Schüler: „Weil . . . weil es ihm unten
zu heiß wird!"
* Zarter Wink. Lästiger Gast (zur Hausfrau):
„Kann der Kleine schon sprechen, gnädige Frau?" — Haus
frau: „Gewiß! Karlchen, sag mal schön: „Adieu, Herr-
Müller!"
Gemeinnütziges.
Gedämpftes Kalbfleisch. Einfach. 6 Personen.
2 Stunden. 1 1 / 2 Kilogramm Kalbslcjjch von Keule oder Brust
wird sauber gewaschen, sorgfältig abgetrocknet und in l /» Kilo
gramm steigender Butter ans beiden Seilen gelb angebraten.
Vorher hat man einige Mohrrüben, Zwiebeln, Gewürzkörner,
Petersilienwurzel und Selleriestücke in Wasser ausgekocht und
diesen Sud durch ein Sieb gegossen. Davon giebt man zu
dem angebratenen Fleisch und wiederholt dies, so oft die Brühe
in der Kasscrole einkocht. Sobald das Fleisch weich ist, wird
es herausgenommen; die Sauce rührt man durch ein Sieb,
schmeckt sic nach Salz ab und vermischt sie mit 2 Theelöffeln
Maggiwürze. Passende Beigabe ist Kartoffelpüree.
Bekanntmachung.
Alle diejenige« Militärpflichtigen, welche
in den Jahren von incl. 1879, 1880 und
1881 geboren sind und hier ihr gesetzliches
Domizil erlangt haben, wie diejenigen,
welche ohne hier geboren zu sein oder hier
ihr Domizil zu haben, sich als Dienstboten,
Haus- und Wirthschaftsbeamte, Hand
lungsdiener, Handwerksgesellen, Lehrlinge,
Fabrikarbeiter oder aus einer sonstigen
Veranlassung im Orte aufhalten u. ihrer
Militärpflicht noch nicht genügt haben,
werden aufgefordert, sich in der Zeit vom
.15. Januar b. incl. I. Februar d. I.
von Vormittags 8 Uhr bis Nachm.
31/, Uhr im diesseitigen Gemeinde-
bureau, Feurigstratze 8, Zimmer 8,
zu melden.
Diejenigen, welche vor 1879 geboren
S nd, eine definitive Entscheidung über
ne Militärpflicht bisher noch nicht er
halten haben, werden aufgefordert sich in
der angegebenen Zeit ebenfalls zu melden.
Militärpflichtige, welche sich bereits ge>
stellt haben, müssen ihre Gestellungsscheine
und die, welche außerhalb geboren sind,
und sich noch nicht zur Musterung gestellt,
ihre von den Standesämtern aus
gestellten Geburts - Urkunden mit
zur Stelle bringen.
Sind die hier ihr Domizil habenden
Militärpflichtigen im Orte nicht anwesend,
so müssen die Eltern oder Vormünder
deren Anmeldung zur Stammrolle bewirken.
Unterlassene Anmeldung zieht Geldbuße
bis zu 3v Mk. oder Haft bis zu 3 Tagen
nach sich.
, **itb noch besonders darauf
hingewiesen, datz seitens der Mili
tärpflichtige» Geburts - Urkunden,
welche von den Standesämtern
ausgestellt werden, nicht aber Tauf-
fchelne beizubringen sind.
Friedenau, den 7. Januar 1901.
Der Gsmeinde-Vorftand.
Roenneberg.
Bekanntmachung.
Die nach § 39 der Landgemeinde-
Ordnung vom 3. Juli 1891 aufgestellte
Wählerliste für die Wahlen zür Gemeinde-
Vertretung in der Gemeinde Friedenau
liegt in der Zeit
vom 15. bis cinschl. 3«. Jan. d. I.
im hiesigen Gemeindeamt, Feurigstraße 8,
Zimmer Nr. 7, während der Dienststunden
zur öffentlichen Einsicht aus.
Einwendungen gegen die Richtigkeit der
genannten Liste können Stimmberechtigte
in dem vorgedachten Zeitraum bei dem
Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll
erheben.
Friedenau, den 10. Januar 1901.
" Der Gemeinde-Vorsteher.
Roenneberg.
Aufruf!
Die Feier des 200>ährigen Gedenktages
der Erhebung Preußens zum Königreich
soll auch in unserm Orte, wie die Ge-
Mr inde-Vertretung in ihrer gestrigen Sitzung
einstimmig beschlossen hat, durch die Ver
anstaltung eines allgemeinen Kommerses
festlich begangen werden.
Indem wir zu diesem am
Freitag, den 18. d. Mts.» Abends
8 Uhr im Hohenzollern-Restaurant
Handjerystraße 64, stattfindenden Kommers
die vaterländisch gesonnenen und reichs-
treuen Einwohner des Ortes zur Theil-
nähme ergebenst einladen, richten wir gleich
zeitig an alle Hausbesitzer und Miether
die Bitte, der Feier des Tages entsprechend
die Häuser am Tage und Abend durch
Fahnen, Flaggen und sonstigen Veran
staltungen festlich schmücken zu wollen.
Anzug zum Kommers: Schwarzer Rock.
Friedenau, den 11. Januar 1901.
Der Festausschuß.
Roenneberg,
Gemeinde- und Amtsvorsteher,
Major a. D.
Dr. Frölich, Krohn, Moeller,
Professor. Stadtrath a. D. Fabrikbes.
Bekanntmachung.
Die hiesige Gemeinde-Vertretung hat in
ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, wie in
früheren Jahren, so auch in diesem Jahre
den Geburtstag Sr. Majestät des
Kaisers und Königs
in unserem Orte durch ein Herren-Fest
essen zu feiern.
Zu diesem am Sonntag, den 27. d. Mts.,
Nachmittags 3 Uhr, im Hohenzollern-
Restaurant, Handjerystraße 64, stattfinden
den Festessen, gestatten wir uns die Herren
Einwohner mit dem Bemerken ergebenst (
einzuladen, daß d:r Preis für ein Gedeck"
ohne Wein auf 3,50 Mark festgesetzt ist.!
Listen zur Einzeichnung liegen im Ge-!
meinde-Amtszimmer, Feurigstraße 8, im'
Festlokal, im Kaiser Wilhelm-Garten, in s
der Weinhandlung von Wander, im Reitau-
rant Bellevue bei Braunert und Restaurant
Rheinschloß aus und werden dieselben am
24. d. Mts geschloffen werden.
Anzug: Gesellschaftsanzug.
Friedenau, den 11. Januar 1901.
Der Festausschuß.
Roenneberg,
Gemeinde- und Amtsvorsteher,
Major a. D.
Dr. Frölich. Krohn. Moeller.
Professor. Stadtrath a. D. Fabrikbes.
Bekanntmachung.
Für die Bestellung der von der städtischen
Desinfektionsanstalt auszuführenden Des
infektionen gelten folgende Festsetzungen:
1. Die Bestellungen können entweder
mündlich im RathhauS, Kaiser Wilhelm-
Platz 3, Zimmer 42, oder schriftlich
e,felgen.
2. Für schriftlich? Anmeldungen ge-
nügen Postkarten.
3. Die Anmeldung muß enthalten:
a. Namen, Stand und genaue Be-
zeichung der Wohnung des Auftrag-
gebers.
d. Angabe, ob die Desinfektion von
Effekten oderWohnräumen oder beides
gewünscht wird.
0. Die Effekten sind allgemein zu be
zeichnen z. B. Betten, Matratzen pp.
Bezüglich der Wohnräume ist ersichtlich
zu machen die Anzahl der zu des
infizierenden Zimmer, ob diese tapezirt,
mit Oelleim oder Kalkfarbe gestrichen,
ob der Fußboden roh mit'Oelfarbe
gestrichen, oder ob Parquetfußfoden
vorhanden ist.
4. Wenn diese Bestellung bis 2 Uhr
Nachmittag dem Magistrat zugeht, so er
folgt in der Regel die Abholung der
Effekten und die evtl. Desinfektion der
Wohnung am Vormittage des folgenden
Tages. Bestellungen die später einlaufen
oder die unter Nr. 3 erwähnten Angaben
nicht enthalten, können erst am nächst-
folgenden Tage angewiesen werden.
5. An Gebühren sind zu entrichten:
Effekten für jeden vbm. 4 Mk. min
destens jedoch 2 Mark.
Desinfektionen mit Chemikalien pro
Stunde 1 Mk. mindestens jedoch 50Pf.
WohnungS-Desinfektion pro Arbeiter
und Stunde I Mk. sowie für das
Hin- und Zurückschaffen der Mate-
rialien 1 Mk.
Falls die Ausführung einer bestellten
Desinfektion aus irgend einem Grunde
nicht gestattet werden sollte, wird zur
Deckung der entstandenen Unkosten eine
Gebühr von 10 Mark erhoben.
Für Ausführung von Desinfektion in
Wilmersdorf und Friedenau werden erhöhte
Gebühren erhoben. Anträge auf Des
infektion sind bei den dortigen Gemeinde-
Vorständen zu stellen.
Schöneberg, im Dezember 1900.
Der Magistrat.
I. V.: Kloß.
Veröffenlicht:
Friedenau, den 8. Januar 1901.
Der Gemeinde-Dorstand.
Roenneberg.
Tflr beböraei». üer*
I Ul;IIvH ei ne un d private.
TahnearaBriR
RelaecRe.
Berliner Theater.
Königliche Schauspiele.
Opernhaus.
Mittwoch. Cavall. rustieana. Bajazzi.
Donnerstag. Fidelio.
Schauspielhaus.
Mittwoch. Aus eigenem Recht.
Donnerstag. Prinz Friedrich v. Homburg.
Deutliches OTljcittcr.
Mittwoch. Rosenmontag.
Donnerstag. Der Meister von Palmyra.
Berliner Cfteater.
Mittwoch. Frauenherrschaft.
Donnerstag. Ueber unsere Kraft.
Leasing« Theater.
Mittwoch. FlachSmann als Erzieher.
Donnerstag. Wie die Blätter . . .
Residenz-Theater.
Heute u. folg. Tage: Frauen von heute.
Teiles Theater.
Heute und folgende Tage: Die Liebes-
probe. Die Hand.
SchMer-Meater.
Mittwoch. Freiwild.
Donnerstag. Die Welt, in der man sich
langweilt.
Metropol-Theater.
Heute u. folgende Tage: Eine tolle Nacht.
Carl Wel$$-Cbeater.
Heute und folg. Tage: Der Brandstifter.
Hannover