Gräfin Suse von Simon ordnet die Rosen in der
Kristallschale ein wenig lockerer, fährt glättend mit
ihren schlanken, weißen und mit blitzenden Steinen
geschmückten Händen über die Spitzendecke des ele—
ganten Teetisches hin, zündet sich eine Zigarette an
und schmiegt sich zufrieden und erwartungsvoll in
ihren Klubsessel.
Sie ist eine vornehme, aparte Erscheinung. UÜUppiges
braunes Haar, auf welchem ein kupferner Glanz liegt,
umrahmt ein blasses, schmales Gesicht, in welchem
tiefdunkle, von langen schwarzen Wimpern um—
schattete Augen melancholisch blicken. Wie ein Paar
Schwalbenflügel erscheinen ihre wunderbar gezeich-
neten Augenbrauen.
Gräfin Suse verspricht sich einen interessanten Nach—
mittag, erwartet sie doch ihre ehemalige Freundin,
welche sie ganz unerwartet, als sie mit ihrem Gatten
in Agypten weilte, durch eine Vermählungsanzeige