Teufel es gewagt, mir von seiner Liebe zu sprechen,
ich habe mich mit meiner ganzen Familie entzweit,
natürlich seinetwegen, ich bin einfach davongelaufen,
direkt zu ihm, ‚da bin ich — nimm mich!““ Und er
hat mich genommen und wir haben zusammen gelebt,
gearbeitet, und hatten oft nichts als trockenes Brot,
das ging so zwei Jahre, dann kam unser Bubi und
mit ihm das Glück ins Haus. Ein Roman meines
Mannes wurde von einer größeren Zeitung an—
genommen, ich fand einen Verleger für meine Ge—
dichte, und dann ging es aufwärts. Wir sind heut
noch nicht getraut, und doch respektiert man uns
überall als Mann und Frau. Fetzt besteht mein
Mann darauf, die Trauung nachzuholen, des Kindes
wegen, lächerlich, ich wäre es auch so zufrieden, und
wenn es anders gekommen wäre, wenn er mich ver—
lassen hätte, hätte es auch gehen müssen. Ich hätte
das Kind und hätte mir mein Teil vom Leben ge—
nommen, und meine Arbeit würde mir über alles
hinweghelfen.“
Hat diese Frau nicht recht getan? Ich hätte ja
nie den Mut gehabt, so zu handeln, aber ich finde es
wundervoll, wenn man es kann. Ich hörte nachher,
daß sie eine bedeutende Schriftstellerin ist und sebr
glücklich mit dem Manne leben soll.
Doch nun, liebe Erna, noch einmal zu Oeinem Schreck
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