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3. Friesens politische Tätigkeit bis zum Ausgang des Jahres 1812

Full text : Friedrich Friesen / Euler, Carl (Public Domain)

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des  Jahres  1812  nach  Halle  und  anderen  deutschen  Universitäten,
um  die  Studierenden  auf  den  nahen  Kampf  vorzubereiten,  sie
jetzt  schon  für  ein  zu  errichtendes  Freikorps  anzuwerben.

4.  Preußens  Erhebung.  Gründung  der  Lützowschen  Freischar.

In  den  ersten  Tagen  des  neuen  Jahres  1813  durchflog  eine
wunderbare,  schier  unglaubliche  Kunde  die  Stadt  Berlin:  der  Führer
des  preußischen  Korps,  das  mit  gegen  Rußland  gezogen  war,  General
Park,  sei  von  Napoleon  abgefallen  und  auf  eigene  Faust  auf  die
Seite  der  Russen  übergetreten!  Die  Nachricht  bestätigte  sich,  ihre
Wirkung  war  einem  elektrischen  Funken  vergleichbar,  der  alle  Gemüter ­
  gleichzeitig  durchzuckte.  Zunächst  freilich  mußte  man  noch  die
Ungeduld  zügeln.  Es  durfte  nicht  früher  losgeschlagen  werden.  —
daß  das  geschah,  geschehen  mußte,  war  selbstverständlich  —,  bevor
nicht  der  König  und  das  königliche  Haus  in  Sicherheit  waren.  Es
gingen  beunruhigende  Gerüchte.  Man  raunte  sich  zu,  es  werde  französischer ­
  Seits  von  Berlin  aus  ein  Gewaltstreich  gegen  Friedrich
Wilhelm  III.  geplant.  Man  erzählte  später,  Jahn  und  seine  Freunde
hätten  diese  Gerüchte  noch  vergrößert,  um  zu  raschem  Handeln  zu
drängen.  Nicht  ganz  ohne  Grund  scheinen  jene  Gerüchte  gewesen  zu
sein.  Am  22.  Januar  verließ  der  König  Potsdam  und  langte  am
25.  in  Breslau  an.
Am  24.  reiste  auch  sein  Staatskanzler,  Minister  von  Hardenberg, ­
  ab.  Derselbe  hatte  in  der  letzten  Zeit  vielfache  Beratungen  mit
Jahn  und  wohl  auch  mit  Friesen  gepflogen,  sie  in  manche  seiner
Pläne  eingeweiht  und  besonders  mit  ihnen  den  Gedanken  eines  zu
gründenden  Freikorps  besprochen.  Auf  seine  und  Fürst  Wittgensteins
Veranlassung  folgten  Jahn  und  Friesen  anfangs  Februar  nach.  Die
Mitglieder  des  deutschen  Bundes  kamen  zum  letzten  Mal  in  Friesens
Stube  zusammen.  Jahn  sagte:  ,,Nun  lebt  wohl,  es  ist  jetzt  alles
aus,  thue  jeder  jetzt  seine  Schuldigkeit,  unser  Gelübde  ist  abgethan."
Und  Friesen  sagte  zu  den  Turnern,  als  er  Abschied  von  ihnen  nahm:
            
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