Wie die Kaiser-Panoramen in Oesterreich
gewertet werden.
Das K, K. Ministerium für Kultus und Unterricht in Wien
hat durch Erlaß vom 18, Juni 1913 die Verwertung der Fuhr-
mannschen Kaiser-Panoramen für den Geographie-Unter-
richt aller Schulkategorien, als auch zum Zwecke der Ab-
haltung vom Besuche der Kinematographen angeordnet;
die Amtsblätter der ganzen Monarchie haben die bBbe-
treffenden Veröffentlichungen bewirkt.
Die Königl. Ungarische Regierung in Budapest hat mein
Panorama bezogen und in der Milleniums-Ausstellung vorführen lassen.
Herr Professor Karl Lamger des N.-Oest. Landes-Lehrer-Seminars, k, k,
Schulinspektor und Dozent an der Lehrer-Akademie, Mitglied der Prüfungskom-
mission für allgemeine Volks- und Bürgerschulen, schreibt:
Das Kaiser«Panorama besuche ich schon seit seinem Bestande, und
Woche für Woche freue ich mich auch heute noch auf eine neue Bilderreihe,
Es machte mir schon in der Jugend ein Vergnügen, hier ganze Reisen durch
Länder und Wanderungen durch Städte machen zu können, und bereitet mir
heute noch Freude, im Durchwandern dieser Bilder alte Erinnerungen auffrischen,
neue Gebiete kennen lernen und junges, frisches kulturaltes Leben heobachten
zu können.
Mit besonderem Interesse gebe ich mich auch im Kaiser-Panorama den
Kunstwanderungen durch die Galerien und Museen, durch alte und neue Stadt-
teile hin und befestige so die an den Kunststätten selbst gewonnenen Eindrücke,
Aber auch in landschaftlicher Hinsicht bietet das Kaiser-Panorama Hervorragendes,
Die schwach getönten, mehr farbig angedeuteten als gemalten Landschaftsbilder
sind von einer außerordentlich plastischen Tiefe und geben infolge der geschickt
gewählten Ausschnitte eine große malerische Wirkung; sie bilden einen vortreff-
lichen Motivenschatz für Landschaften,
Ich veranlasse meine Schüler, das Panorama fleißig zu besuchen und
schicke auch oft einem solchen Besuche eine Besprechung voraus. Natürlich
kann nicht alles Gebotene für die Schüler von gleich großem Interesse sein
wie für Erwachsene, darum sollte von seiten der Schule dem Kaiser-Panorama
eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt und sollten noch mehr, den Alters-
oder Unterrichtsstufen angepaßte Bilderreihen, wie dies in Deutschland hereits
geschehen ist, geschaffen werden.
Wien. 10. Dezember 1914. Karl Langer. k. k. Schulrat
Die hier im „Kaiser-Panorama“ ausgestellte großartige Samm-
kung ‚von Glas-Stereoskopen verdient in hohem Grade die Beachtung sller Natıtr-
und Kunstfreunde, In überraschender Naturwahrheit und wunderbarer
Klarheit, die durch eine eigenartige Beleuchtung und Farbengebung bewirkt
wird, ziehen da Gegenden und Städte, großartige und anmutige Szenerien,
hervorragende Werke der Architektur und Plastik, interessante Volksfeste und
Aufzüge, Ozeandampfer usw. vorüber. Der Vielgereiste macht hier auf die
bequemste Weise alle seine Reisen von neuem. Der aber, dem es nicht
vergönnt ist, seine Reiselust zu befriedigen, findet im An-
schauen dieser herrlichen Bilder einen möglichst vollständigen