dienenden Werke beizutreten und ein Präsidium darin zu übernehmen. Leider starb
er nach zwei Jahren. v. Klewiz, seit 1817 Finanzminister, wurde sein Nachfolger
als Vizepräsident und blieb in der Direktion bis 1824. Dann ging er als Ober—
prãsident nach Magdeburg, ward zugleich Präsident der dortigen Bibelgesellschaft,
wurde aber bis 1832 auch als Bizepräsident in Berlin weitergeführt. Nach seinem
Vorgange sind die Oberpräsidenten der Provinz Sachsen sämtlich auch Präsidenten
der Bibelgesellschaft geblieben. Der jetzige Inhaber dieses hohen Amtes, Herr
v. Hegel, früher Mitglied der Berliner Direktion, hat die Güte gehabt, das Bild
des trefflichen Klewiz für diese Jubiläumsschrift zu besorgen.!
Im Rheinland bildete sich noch im ersten Jahr die Tochtergesellschaft zu Wesel;
sie erhielt von London ein Ausstattungsgeschenk von 1000 Mark. — Geheimer
Staatsrat v. Sack in Aachen, Graf Limburg-Stirum und Bürgermeister v. Mosel
waren tätig, in Cleve eine katholische Bibelgesellschaft zu errichten. Dort geriet
aber die junge Pflanzung durch den Widerstand des Aachener Generalvikars bald
ins Welken. Einige Pfarrer traten zwar für die Verbreitung der Bibel ein und
hätten es gern gesehen, wenn die Berliner Hauptgesellschaft dem Widerstand
gegenüber eingeschritten wäre; allein die Direktion verfolgte den Grundsatz, sich
nicht einzumischen; sie wollte lieber »abwarten, ob das Bedürfnis der katholischen
Laien selbst mit der Zeit eine Anderung herbeiführen und vielleicht eine allgemein
gebilligte Bibelübersetzung für das katholische Volk erzeugen werde«. Die eben
neu beginnende Erstarkung des FJesuitismus ließ freilich solches Ziel als unerreich⸗
bar erscheinen.
Nach einer Notiz im Jahresbericht der Bergischen Bibelgesellschaft von 1836
bestand damals in ECleve noch eine »Damen-vBibelgesellschaft«. welche in dem Jahr
90 Mark Beiträge nach Elberfeld ablieferte. — Auch in Westfalen entstand noch
1814 (1. Dezember) eine Bibelgesellschaft zu Iserlohn, welche sofort Hilfsgesell⸗
schaften gründete. Ihr Aufruf »an die biedern Bewohner der Grafschaft Mark«
vom 16. Dezember ist ein Muster treuer Gesinnung und ein Zeuge der edelsten
Begeisterung. Als diese Gesellschaft sich 1816 als Tochtergesellschaft an Berlin
anschloß, wünschte sie. die Direktion möchte dafür sorgen, daß auch über ihren
damaligen Wirkungskreis hinaus die Pfarrer von autoritativer Seite aufgefordert
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