Path:
Die Stiftungszeit der Gesellschaft (1814-1826)

Full text: Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum der Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft / Breest, Ernst (Public Domain)

dienenden Werke beizutreten und ein Präsidium darin zu übernehmen. Leider starb 
er nach zwei Jahren. v. Klewiz, seit 1817 Finanzminister, wurde sein Nachfolger 
als Vizepräsident und blieb in der Direktion bis 1824. Dann ging er als Ober— 
prãsident nach Magdeburg, ward zugleich Präsident der dortigen Bibelgesellschaft, 
wurde aber bis 1832 auch als Bizepräsident in Berlin weitergeführt. Nach seinem 
Vorgange sind die Oberpräsidenten der Provinz Sachsen sämtlich auch Präsidenten 
der Bibelgesellschaft geblieben. Der jetzige Inhaber dieses hohen Amtes, Herr 
v. Hegel, früher Mitglied der Berliner Direktion, hat die Güte gehabt, das Bild 
des trefflichen Klewiz für diese Jubiläumsschrift zu besorgen.! 
Im Rheinland bildete sich noch im ersten Jahr die Tochtergesellschaft zu Wesel; 
sie erhielt von London ein Ausstattungsgeschenk von 1000 Mark. — Geheimer 
Staatsrat v. Sack in Aachen, Graf Limburg-Stirum und Bürgermeister v. Mosel 
waren tätig, in Cleve eine katholische Bibelgesellschaft zu errichten. Dort geriet 
aber die junge Pflanzung durch den Widerstand des Aachener Generalvikars bald 
ins Welken. Einige Pfarrer traten zwar für die Verbreitung der Bibel ein und 
hätten es gern gesehen, wenn die Berliner Hauptgesellschaft dem Widerstand 
gegenüber eingeschritten wäre; allein die Direktion verfolgte den Grundsatz, sich 
nicht einzumischen; sie wollte lieber »abwarten, ob das Bedürfnis der katholischen 
Laien selbst mit der Zeit eine Anderung herbeiführen und vielleicht eine allgemein 
gebilligte Bibelübersetzung für das katholische Volk erzeugen werde«. Die eben 
neu beginnende Erstarkung des FJesuitismus ließ freilich solches Ziel als unerreich⸗ 
bar erscheinen. 
Nach einer Notiz im Jahresbericht der Bergischen Bibelgesellschaft von 1836 
bestand damals in ECleve noch eine »Damen-vBibelgesellschaft«. welche in dem Jahr 
90 Mark Beiträge nach Elberfeld ablieferte. — Auch in Westfalen entstand noch 
1814 (1. Dezember) eine Bibelgesellschaft zu Iserlohn, welche sofort Hilfsgesell⸗ 
schaften gründete. Ihr Aufruf »an die biedern Bewohner der Grafschaft Mark« 
vom 16. Dezember ist ein Muster treuer Gesinnung und ein Zeuge der edelsten 
Begeisterung. Als diese Gesellschaft sich 1816 als Tochtergesellschaft an Berlin 
anschloß, wünschte sie. die Direktion möchte dafür sorgen, daß auch über ihren 
damaligen Wirkungskreis hinaus die Pfarrer von autoritativer Seite aufgefordert 
41
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.