Verbindung, denn dieser war gleichfalls ein Mitglied der Christentumsgesellschaft,
ein eifriger Förderer der Mission und der Bibelverbreitung, zunächst in seiner
böhmischen Gemeinde, dann aber auch in seiner böhmischen Heimat. Er erhielt
von London 2000 Mark zur Beschaffung böhmischer Bibeln und gründete dazu
einen kleinen Verein frommer Leute. 1805 richtete er einen Aufruf an die Christen
im Preußenlande, schilderte die britische Vorarbeit und fuhr schwungvoll mit
diesen Worten fort: »Kein Feuer vom Altar des Herrn brennt, ohne um sich her
zu zünden. Der britische Christeneifer hat sich auch in deutsche Herzen ergossen.
Schon hat sich im Deutschen Reich eine Gesellschast gebildet, von eben demselben
Geist getrieben, denselben Zweck zu verfolgen. Auch in den preußischen Staaten
ist noch Land, den guten Samen auszustreuen« usw.
»Mit wahrer Genugtuung« las König Friedrich Wilhelm III. diesen Aufruf.
Er war der erste Monarch, der die große Wichtigkeit der Bibelverbreitung öffentlich
anerkannte und förderte. Kaum hatte er jedoch durch eine Kabinettsorder das
Unternehmen belobt und es mit einer namhaften Gabe unterstützt, als die schwere
Zeit über unser Vaterland hereinbrach und die eben aufgehende Saat wieder zu
vernichten drohte. Allein dem unermüdlichen Jaenicke gelang es, trotz der feind⸗
lichen Besetzung Berlins, eine neue Auflage der böhmischen Bibel bis 1808 her⸗
zustellen. Bald danach ging er an den Druck von 8000 polnischen Bibeln und
12 000 polnischen Neuen Testamenten, wozu Dr. Steinkopf geraten hatte. Eine
weitere Unterstützung aus London von 19 000 Mark und das Vermächtnis eines
Deutschen von 110 Talern ermutigten ihn zur Eile, und tatsüchlich erschien die
Bibel 1810 bei Späth in Berlin. Daneben vertrieb er bis 1814 noch 1500 von Halle
angekaufte deutsche Bibeln.
Die opferwillige. aber unauffällige Bereitschaft der Britischen Bibelgesellschaft
zur Hilfe in Deutschland lehnte sich in den trüben Jahren da. wo direkte Be—
ziehungen noch nicht bestanden, an die Arbeit einer wenig bekannt gewordenen
englischen Gesellschaft zur Linderung der durch die politischen Schicksale in Deutsch⸗
land entstandenen Nöte an, um neben wirtschaftlicher Unterstützung der Deutschen
»auch die Bibel in die Hüunde des gemeinen Mannes zu bringen«. Der Name der
Gesellschaft. »Socieèty for relieving the distresses in Germany«. wird in den
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