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des Kurprinzen, einen Kasten oder mindestens eine „Schachtel“
mit Literalien und dem noͤtigen Schreibgeraͤt, wohl auch silbernes
Tafelgeraͤt und die noͤtigsten Bettstuͤcke fuͤr den fuͤrstlichen Herrn
geborgen haben, waͤhrend die Ruͤstwagen Kochgeschirr, Vorraͤte
aller Art, aber auch die schweren Waffenstuͤcke des ritterlichen
Gefolges mitfuͤhrten.
Im Verhaͤltnis zur Kopfstaͤrke des Zuges — er bestand min⸗
destens aus 70 Personen — war die Anzahl der Wagen eine ge—
ringe; es wird sich jeder auf das Notwendigste haben beschraͤnken
muͤssen. Nichtsdestoweniger war den Berittenen zuweilen die
Langsamkeit der Gefaͤhrte laͤstig, und zeitweilig trennte man sich
von diesem Trosse. Dann war es geboten, daß zur Bedeckung
und notwendig werdenden Hilfeleistung (etwa im Falle eines
Radbruches) außer den Fuhrleuten noch andere Mannschaften
den Wagen zugeordnet wurden. Dazu eigneten sich der Plattner,
Meister Hans, der Buͤchsenmeister Lorenz und der Schmied. Und
den ganzen Zug schlossen wieder zwei Einrosser, zu denen sich die
Geleitsleute derjenigen Fuͤrsten gesellten, durch deren Gebiet man
gerade zog.
Der erste Tagesmarsch ging uͤber Erlangen bis nach dem
Staͤdtchen Forchheim (etwa 7 Meilen oder 5 km) auf fast ebener
Straße fortwaͤhrend durch das Gebiet der fraͤnkischen Hohenzollern.
Es wird in Erlangen, wie in Baiersdorf, nur kleiner Empfang statt⸗
gefunden haben und nur kurze Rast gemacht worden sein. In
Forchheim dagegen erwartete der Schulmeister mit seinen Kindern
den hohen Gast und, gleichsam als ob er dessen Vorliebe fuͤr fest⸗
lichen Empfang und liebliche Musika gekannt haͤtte, sang er ihn so
mutig an, daß er ein Geschenk von 6 Silbergroschen erhielt. Es
war nicht allzuviel! Der Gesang muß den verwoͤhnten Ohren
des Kurprinzen nicht melodisch genug geklungen haben, vielleicht
war auch das Programm nicht besonders gewaͤhlt; kurz, das Trink⸗
geld fiel so knapp aus, daß nicht ein einziger Mann der Geleits⸗
leute des Bischofs von Bamberg, welche sich hier in Forchheim
zum Antritt ihres Dienstes meldeten, mit diesem Betrage aus der
Herberge haͤtte ausgeloͤst werden koͤnnen. Von ihnen hatte jeder
bereits eine Rechnung von 8 Silbergroschen auflaufen lassen.
Freilich ist auch anderen Orts dieser Kurrendegesang nicht hoͤher,
teilweise sogar nur mit 5 Groschen bewertet worden.
In Forchheim entwickelte sich bald ein lebhaftes Treiben.
Es wurde der Kuͤche wie dem Keller von hoch und niedrig eifrig
zugesprochen. Ein ungefaͤhres Bild von dem gewaltigen Appetit,
den dieser erste Marschtag hervorgerufen hatte, kann man sich
daraus machen, daß 16 Pfund Lachs, 14 Pfund Hechte, 300 Heringe,