fullscreen: Führer durch das Alte und das Neue Museum (Public Domain)

UVeberblick über die verschiedenen Schulen ‘9 
Meister Quinten Massys, der die niederländische Kunst- 
weise des XV. Jahrh. im Sinne der Renaissance fort- und 
umbildet. Von dem Begründer der Genremalerei Lucas 
van Leyden finden sich drei seiner seltenen Bilder, von dem 
Porträtmaler Antonis Mor zwei Werke aus seiner ersten Zeit, 
Vlämische Schule. An ihrer Spitze steht Rubens, zu- 
gleich ihr Schöpfer und ihr Führer, indem er die VIämische 
Malerei zu selbständiger und den gröfsten Kunst-Epochen 
ebenbürtiger Bedeutung fortbildet. Von dem grofsen Meister 
hat Berlin allerdings keine so reiche Zahl umfangreicher 
Gemälde aufzuweisen, wie Petersburg, Wien, München und 
Madrid. Doch kennzeichnen die vorhandenen den Künstler 
nach seinen verschiedenen Seiten und haben zumeist als 
ganz von seiner Hand vollendete Werke einen besonderen, 
manche sogar einen hervorragenden Wert. Die Auferweckung 
des Lazarus ist ein treffliches Beispiel seiner grofsen Kirchen- 
gemälde, während die Diana auf der Hirschjagd (No. 774), 
die Befreiung der Andromeda (No. 785) und das neu er- 
worbene Bacchanal (No. 776 B) die ganze Fülle von Heiter- 
keit und Lebenslust seiner mythologischen Darstellungen 
bekunden.. In anderen Werken lassen sich die verschiedenen 
Stufen seiner fortschreitenden Entwickelung verfolgen: der 
hl. Sebastian (No. 798 H) kennzeichnet die Nachwirkung seines 
italienischen Aufenthaltes, der seine Formbehandlung läuterte: 
das 1881 erworbene Gemälde „Neptun und Amphitrite“ 
(No. 776 A), als Komposition ein Hauptwerk, vertritt wieder 
in anderer Weise die Zeit nach der Rückkehr des Meisters 
aus Italien; die schon genannten Gemälde sind aus seiner 
mittleren Zeit, während die hl. Cäcilie (No. 781) und die 
kürzlich erworbene Andromeda (No. 776 C) ihn auf der vollen 
Höhe der Meisterschaft in seiner letzten Epoche zeigen. Die 
Einnahme von Tunis (No. 798 G) gewährt als unvollendetes 
Gemälde Einblick in seine malerische Behandlung. — Auch 
von seinem gröfsten Schüler, Antonius van Dyck, besitzt 
die Galerie charakteristische, zum Teil sehr bedeutende 
Werke, wenngleich der Meister in seinem Hauptfach, dem 
Bildnisse, nur spärlich vertreten ist. Es sind verschiedene 
Altargemälde, sowohl aus seiner ersten Zeit, da er, noch 
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