schichte der Porzellanmanufaktur sich immer wiederholt hat.
Aber gerade darum wird diese ihn besonders angezogen haben.
Er schreibt darüber nach zwei Jahren: „Meine Porzellanfabrik
arbeitet mit sehr gutem Erfolg, und zwar nach einer ganz
neuen Theorie in Absicht der Masse und im Brennen (das fertig
zubereitete Material zum Porzellan, auf dessen Zusammen—
setzung es hauptsächlich ankommt, wird Masse genannt). Ich
gebrauche um ein Orittel weniger Feuerungsmaterial, denn
meine Ofen sind jetzt ganz anders konstruiert. Ich habe ein
Kapital von 52 000 Talern darin verwendet, worunter aber
die Dampfmaschine von acht Pferdekräften und alle Vor—
richtungen begriffen sind.“
Damals bestand in Preußen nur die Königliche Manu—
faktur in Berlin, welche Friedrich der Große angelegt hatte,
und die ebenfalls königliche Fabrik von Sanitätsgeschirr, so
genannt, weil diese geringere Ware, im Gegensatz zu Fayence
und Steingut, kein Metall in der Glasur enthielt. Die Ber—
liner Fabrik bezog ihre Erde aus derselben Gegend wie Na—
thusius, aber von einem anderen Lieferanten, da jener die
Erde bei einigen anderen Bauern neu entdeckt hatte. Nach
Friedrichs Plan sollte die königliche Fabrik eine Schule für das
Land sein, aber im Gegensat zu seinen Absichten hielt sie das
Berfahren äußerst geheim. Man suchte Nathusius“ Unter-
nehmen zu unterdrücken, indem man einen Prozeß mit seinen
Lieferanten anfing und die Porzellanerde als Regale in An—
spruch nehmen wollte. Allein das Allgemeine Landrecht stand
klar auf Nathusius' Seite, und die Regierung mußte nachgeben.
Das allmähliche Gedeihen der Fabrik bereitete ihm eine
ganz besondere Freude und Genugtuung, besonders auch, weil
sein Kunstsinn dadurch Befriedigung fand. Von den einfachen
Geschirren ging er allmählich zu Luxusservicen, bemalten
Vasen und Tassen über. Es wurde ein Atelier für Porzellan⸗
malerei eingerichtet, in dem auch Mädchen beschäftigt wurden.
Im Laboratorium wurden die Farben zubereitet, und viele
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Johann Gottlob Nathusius 19*