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Photographie ließ sich nichts sagen, die war der vollkräftigste
Beweis. Die Deutschen waren schlau gewesen, daß sie mit
solch einem unwiderlegbaren Dokument kamen.
Es waren noch zahllose andere Photographien da. Deren
Bilder mußte man auch abwarten. Magnard, der franzö—
sische Jockei, wußte immer nur zu wiederholen, wie er ge—
meint hatte, der Deutsche sei völlig ausgepumpt gewesen, und
wie ein schwarzes Etwas, was er neben und hinter sich
glaubte, plötzlich hoch an ihm vorbeigeschossen war. Er
hatte noch gesehen, wie Green nach vorn fiel, weil er auf
diesen Sprung nicht vorbereitet war. Die Expedition nach
Deutschland hatte sich nicht gelohnt, wenn auch die Platz⸗
gelder gerettet waren.
Als die ersten Bilder vom Rennen ein paar Tage später
in den Zeitschriften erschienen, ging aus allen hervor, daß
Black Head seinen Gegner im Sprung geschlagen hatte.
Eine Springkonkurrenz nannten die Blätter dies
Rennen, das in seinem Schlußeffekt kein Rennen, sondern ein
Witz gewesen sei. Aber sie ließen Black Head alle Ehren
und vollste Hochachtung, wie er allein in dem großen Felde
sich nach vorn gearbeitet hatte und als einziges deutsches
Pferd dem Franzosen an die Gurten gegangen war, während
die andern geschlagen weit hinterher krochen.
Dann kamen Stimmen auf — die aber nicht bis zu
Widding drangen — die da meinten, das Versagen von
Black Head im Rosenberg-Jagdrennen sei Absicht gewesen,
und wenn damals ein Betäubungsmittel angewandt sei,
vielleicht nicht von fremder Hand, sondern im eigenen
Stall, um am Großen Preis diesen Riesencoup zu landen.
Aber öffentlich wagte sich niemand damit hervor. Heim—
lich nur ging es weiter und wühlte unterirdisch, daß nicht
alles mit rechten Dingen zugegangen sei.