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XXVII.

Full text : Durchs Ziel / Tovote, Heinz (Public Domain)

190 —

langsam an die Tatsache gewöhnen. Denn bloß Gedanken
kann man ja wohl nicht mehr gut sagen.
Es wird wohl bald Tatsache werden, wie ich taxiere.
Da kann man denn einen schönen Glückwunsch sagen,
und dann hat man einen Menschen für alle Zeit verloren.
— Lieber Junge! Seine Freunde verliert man meistens
mit der Heirat. Der Geschmack der Menschen ist so sonderbar,
daß man selten mit der Wahl des andern zufrieden ist. Da
gibt es keine Brücke hinüber und herüber.
Hältst du Röbbeln für einen guten Kerl?
Entschieden! Aber ich fürchte, er ist für Gerda nicht
klug genug. Und nicht ruhig und selbstsicher. Sie ist ein ge—
scheites Mädel. Mit besonderen Gaben des Geistes ist der brave
Röbbeln nicht eben gesegnet. Wenn's da nur nicht hapert.
— Was das anlangt! sagte Widding. Solch Kirchenlicht
bin ich auch nicht.
Sie schwiegen beide, und Widding biß an seiner Zigarre,
drehte sie, klebte daran herum und schmiß sie endlich ärgerlich
mit einem wütenden Gesicht von sich.
Grehlen zuckte die Schulter. Da konnte man nicht helfen.
Er hatte sich gedacht, daß die Sache bei dem Freund tiefer
ging. —

Als Widding allein war, wollte ihn der Gedanke nicht
lassen, daß Röbbeln und Gerda — nein, er konnte sie nicht
zusammenbringen. Es widerstrebte ihm, sie sich so vorzu—
stellen. Für den war Gerda zu schade. Ein netter Mensch
— aber schließlich unbedeutend, sonst hätte er sich im Betrieb
seines Vaters eine Stellung gemacht.
Das mußte doch interessanter sein, als tagaus, tagein
Rekruten drillen. Wenn er Reserveoffizier geworden wäre,
war das ganz schön, warum nicht? Aber wenn man die
Möglichkeit hatte, ein kleiner König zu sein, Tausenden und
aber Tausenden befehlen zu können, dann begnügte man sich
            
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