wird außerjewöhniglich anjespannt werden! Da haste de Proste«
Mahlzeit! Nanu beiße man de Zahne hübsch zusammen «n kneife
die Fingern in de Fauste: Des wird ne eklige Spannung jeden,
des is wahr, aber da hilft keen Maulfpitzen nich, et muß jepfif'
fen sind! Davor biste nu mal en pateljotischet Thierken, meinSchnutelen, also mußte och blechen! Immer loof. hol de Schmu«
Iröschkens raus aus den Strohsack, wo Du sie, innen ollen Lein-
wandslappen injewickelt un en wollner Sträfling überjezogen,
drin »erstochen hast! Immer raus mit de Monetekens! Der Herr
hat se zwars nich jejeden, aber der Herr kann se nehmen, davor
lebste och innen civolesirten Staat un jenießt den Schutz der Ie<
setze un de Jas« Erleuchtung'.
—
Ick möchte man wissen, worum
Du sonne muckische Limpe machst, Olleten? Habe Dir dock «lich
so! Schade wat um de olle Steueltraft! Laaß se ihr doch an«
spannen! Platzt se, so platzt se, — denn ist noch so! Oder wir
machen't, wieIotllieb mil'n Schmachtriem. Kennste die Anekdote
nich, nee? Na, denn werr ick se Dich erzählen. Iottlieb war'nlreuerKnecht, der von seinen jeizgen Herrn nischt zu essen krigte;
statt dessen gab ihm sein Herr enen Riemen un sagte: „Hier,juter Iotllieb, schnalle Dich diesen Riemen um den Bauch, un
wenn Dir hungert, denn zieh ihm man «n bischen feste zusam.
men!" Dieses daht der Iottlieb, alle Dage zog er mehr zu»sammen, bis er so dünne war, wie'n ausjenommener Hering, der
drei Monat ans kalte Fieber jelitten hat. Nanu jing er zu sei.
nem Herrn un sagte, daß der Schmachlriem nu schon janz eng
zusammenjezogen wäre un deß ihm noch immer hungerte. Da
sagte sein Herr: „Ach was! Zieh Du den Riemen man noch
mehr zusammen. Platzt er, so platzt er!" Dieses freute Iotllieb n.
„Halt, Du bist schlau!" dachte er; „der Riemen platzt nich, solange noch ne Droppe Blut in mich drinn is, eher quetscht er
mir des Injebißel zu Muß! Aber warte man, Schmachlriem,ick werr Dir schon zum Platzen bringen'" Haste nich jesehn, loost
mein Iottlieb in seine Kammer, nimmt« Messer un, wulsch,
is mein Schmachtricm jeplatzen. Siehste, Olleken, so machen
wir et och! Spannen se «nsc Steuerkraft jar zu sehreken
an, denn loofen wir och in unse Kammer, un
Ach Herrjeh, nee, des jeht jo nich! Uns haben se jo des Messer
aus de Hände jenommen, wir können den Sckmachmem nich an«
zwee schneiden. Na, schadt och nischt, Ollekcn! So lang derMensch noch piepen kann, muß er nich verzagen. Wat kann uns
denn och ville passiren? Höchstens deß wir mangs Pulletanat
kommen! Na, denn is et noch so! Des hat vielleicht och sein
Anjenehmes, wenigjteus brauchen wir denn kerne Mielhssteuer
nich mehr zu jeben. Dummet Zeug! wer wird sich mit Sorgen
plagen! Der Deibel is lange mch so schwarz wie er gemalt wird.
Seh mal, Schnilteken, wir müssen uns damit nosten, deß de gro-
ßen Herrschaften och ihren Aerger un ihre Plackereien haben.Haste des behalten, was ick dich aus de Thronrede uber'n Dan«
schen Frieden vorjelesen habe? Der is abje schlössen uu jcratze-iicin, aber er hat noch nich können in alle Punkte ausgeführt
werden- Des is umsjefähr so, als Du haltest die Stube aus«jesegt, kannst aber den Mullhaufen nich rausdragen u« nu kom-
men die Jahren un schleppen Dich den Jux wieder in die janze Stube
rum un Du mußt Dichzuletzt noch jefallen laaßen. d«ß die Oestreichcr
deß die janze Aussegelet vorn Rothbart is un ick als Jane Dirne'olleSchmutzliese nenne. Siehste, des is man so'n Ver,leich, aber der
Mensch kann sich doch einigermaaßcn enen Versch druf machen.Uebcrhaupt muß ick Dick sagen, Riele, deß mir die janze Thron-
rede sehre wehmulhig jcstimmt hat. Ick wecß nich, sie is so ...
so .... so dusemang, so so b-mollig, so ,,schwermuths«
verdrage tne jute Priese, aber des is doch etwas zu starker Toback!Na, immerzu! Ick wasche meine Hände in Unschuld, denn die
fch'.varzc Seefc müssen wir zum zweeten Frühstück vor die Russen
verwahren. Richtig, da fällt mir och in, deß mir hungert. Weeß
der Deibel, deß mich immer schlimm wird, wenn ick uf de Polle«like komme. Weeßle wat, Schnuteken, ick werr' nen kleenen
Kümmel luischen un denn streng deine Steuerlrast mal außerje«
wohnlich an un brat mich des Rindfleisch von heut Mitlag uf.Laaß se machen, wat se wollen! Wer nich boren will, muß riechen.Nanu tummle dir, Olleken, mein Magen knurrt schon, un denn
weeßte bin ick eklig! Ja, schmunzle man, olletHaus! Der knur-
rende Magen is noch des Eenzige, wovor du Resvect hast, des
is noch mein Trost, siehst«!
Fliejende Blätter
aus Buddelmeyers Tagebuch.
„Die Preußsche Ehre der Demokratie anvertrauen," sagt
der Rnndschauer der Kreuz. Zeitung, „das hieße, sie in einen
Kloak werfen!" Dadruf laaßen sich bloS zwee Worte anworten,
nämlich: „Oller Schweinigel!" — Ene Schande un ne Sünde
is et, deß die Presse durch sonne Schmußereien besudelt wird.
Schämen sollte sich son ollerOgenverdreher, der'n lieben Jon alleNaselang innen Mund nimmt, un vor lauter fromme Redensarten die
Puste verliert, schämen sollte sich son oller Mensch, deß er mitSchimpfereien un Schweinereien jejen seine Mitmenschen loszieht
un die Hälfte des Volks mit Koth bewirft in demselben Augeu.blick, wo das Volk, das ganze Volk, Hab und Gut und Blut
und Leben fm'S Vaterland zu opfern bereit ist, wo der König
selbst sagt, das Volk hat sich wie Ein Mann erhoben! Fuj,
schäme Er sich was in seinen weiten Hals rin!
Kammerbericht.
Die Kammern sind schonst in vollen Iange; jede is schon
mit einen hohen Präsedenten behaftet, un auch mit ne Portion
Sekkellärs un mit Stohnejrafen un mil'n Büffet. Et is AllenS
da. Die hohe Erste hat nen Irafen zum Präsidenten, mit Namen
Rittberg, jeboren in Schlesingen, erzogen uf de rechte Seite.Die Hohe Zweit« hat nichtsdestoweniger jleichfalls och ebenfalls
enen Irafen zum Präsedeliten, mit Namen Schwerin, der zwars
der Kandidat der Linken is, aber ohne Blutwurscht. Er hat be»
reils schonst eine Rede jchalten, von Hreußen un von Deutschland,
und vons Volk wie Ein Mann, un davor haben sie ihm mit
viele Bravos jeschmeichelt, aber von'S Kies hat er noch nich je«
sprechen, denn des dickste Ende kommt immer nach.
Das Volt hat sich wie Ein Mann erhoben; wenn sich nu
noch Gin Mann wie's Volk erhebt, denn kanns losgeh'n.
Die neuen Nibelungen.
(Hierzu das umstehende Bild.)
Der Helle v. Manteuffel, Minister dieser Zeit,
Hat teng-treng-teng geblasen, da kamen welt und breit
Die Rlller samnn den Knappen zum lustigen Turnei!
Hei! Wie die wackern Degcne sich tummeln zu der Lüsterei!
Und kaum sie semd zusammen, sie thun mit keckem Muth
Bei Ritter Kurt von Helgoland gleich frühstücken viel gut.
Thun auch daneben reden gar kühn viel gute Red'!
Bei Gott, die wird man hören lauten so weit ein Wetterhahn
sich dreht.
Hei, wenn nun erst wird angehn das ritterlich Turnei!
Hei, wenn nun erst wild angehn die Lanzenbrecherei !Hei, wenn mit Gl'mpf und Schimpf die Streiter gut sich haun!
Im Geist schon ,hu ich große Wunder von Tapferkeit erschaun!
Herr Bisemark, der Ritter, schlägt mit dem Flegel drein!
Herr Guerlach, der Balbirer, der seift sich wacker ein!
Herr StahIcke-Nen«Reb.Iekef sie kallscher machen thut
Mit ftlnem großen Schächiermesscr, das ist wol scharf und gut.
Die Herrn von Piepemeyer, Hinz, Iobst, Hans, Jörg und Kurt,
Die kühnen Recken alle von Gotha, Er», Frankfurt,
D»e kämpfen innewendig wol eine grause Schlacht,
Fest wie die deutschen Eichen, wovon der Schreiner Stiefelknechte
macht.
Was aber thut begeben dort drüb'n zur Linken sich?
Da tummt Herr Dyhrn der Grave, zu schauen forchterlich!
Wem schwebet auf der Zungen des Klndleins Schlummeroant?
Hei, drauf du kühner Golllllhmit deinem Webbaum sonder Wank!
voll UN dumpfig hallt's Ieläulc/' oder so, „schone Minka, lch
muß schcuden," kulz so „ach Hcrrjeh!" Verstcbste mir nich? Ja,
ick weeß wirtlich nick, wie ick Dir des zum Bewußtsein bringen
soll. Kannste Dir wol noch besinnen, wie «nsel Fnhken mal die
schlechte Censur in seine Schule krigle, weil er mch ufjcpaßt hatte,
aber er Halle leene Schuld uich, sondern die andern jroßenSchlaakse, die hatten ihm zerstört «n jeneckt. Wccßte wol noch,
mit wat vol'n bejosscnel Iefühl er damals cmjescklichen kam?Na, siehste. so mcen lck. Tu weeßt. ick bab ihm damals nichjekeilt. denn sein kummctvollcs Mienenspiel entwaffnete mir, un
so jch» et nur heule jrade. Ick möckte mir booßen, ja, denn
worum et fuchst mir, aber nee ick kann nich, ick bin ein zujutct Vieh. Ick habe damals och, weeßle wol. unsen Fritzkeniu de Kammer jenommcn un Hab ihm da ne Rede m«t ver.
schiedne Redensarten schalten, aber des war och Aliens.
Aprepoh, wat meenste zu die Redensarten von de umjesturzte
Plesse? Schnepve, wie jefallt dich des? Des is «ich bilter,
mch wahr? Ick muß dich offen jestehn, Ricke, beleidigt fühle ,ck
mir nich, denn worum, wat jetzt mir des Ministerium an? Aber
so ville steht fest, wenn et vor'n Iewelberath den Iescllen-Exam'n
iu de Fabeilalion von Thronreden ablegen sollte, denn plumpst
et durch, des man AllenS so klacht. Ne, ick kann wol sagen, ick