Der Invalide nickte eifrig.
„Gut,“ fuhr Jordan fort. „Wenn Sie auch an der Herta
nicht haͤngen, so haben doch auch Sie ein Interesse daran, daß
aus dieser Heirat noch etwas wird.“
„Gewiß, freilich. Und unsere Mutter — die waͤre gluͤcklich.“
„So — na dann wollen wir doch mal sehen, Hecker, ob wir
beide nicht das Unsere dazu tun koͤnnen, die Herta dahin zu
bringen, daß sie, je eher je besser, zu dem Herrn Lokatos zuruͤck⸗
kehrt.“
„Ja — Herr Staatsanwalt,“ seufzte Hecker, „wie wollen
Sie das wohl anfangen? Das Maͤdchen hat seinen eigenen
Sinn. Die geht immer direkt mit'm Kopp durch die Wand.
So war ihr Vater — der Baurat — auch gewesen. Das hat
meine Frau tausendmal gesagt.“
„Ja, Sie haben aber doch selbst zugegeben, daß Ihre Frau
einen großen Einfluß auf Ihre Tochter hat.“
„Das hat sie, das is sicher.“
„Na also — Hecker — dann machen Sie das mal so. Schreiben
Sie sofort an Ihre Frau und teilen Sie ihr alles mit, was in⸗
zwischen geschehen ist. Daß Lokatos die Herta mit nach Pest
genommen haͤtte, daß er sie dort hatte heiraten wollen, und
daß Herta ploͤtzlich nein gesagt, den Maler verlassen hat und
nach Berlin zuruͤckgekehrt ist. Nun soll Ihre Frau sofort an die
Herta schreiben und sie eindringlich und entschieden auffordern,
zu Lokatos zuruͤckzukehren, seine Frau zu werden und so all
dieses Ungluͤck hier in der Hauptsache wenigstens noch zum
Guten zu wenden. Koͤnnen Sie einen solchen Brief schreiben,
Hecker?“
Der Alte kraute sich hinter dem Ohr.
„Na — denn — noch besser: Sie besuchen Ihre Frau selbst.
Sagen ihr das alles und veranlassen sie, den Brief sofort an
die Herta zu schreiben. Hier haben Sie etwas Geld fuͤr die Aus⸗
lagen, und nun betreiben Sie die Sache sofort.
0⸗