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aber der Standpunkt des Altpreußentums wird allem dem gegenüber
nicht aufgegeben, es bleibt hartnäckig, starr, zähe, unumstößlich.
Ein lautes Reden ist beinahe unerhört und könnte allgemeinen Un⸗
willen erregen. Die Garçons treten kaum hörbar auf. Die alten Herren
sitzen da, wie die römischen Senatoren, als sie mit feierlichem Ernste
und unbeweglich den Einbruch der Gallier erwarteten.
Einen ganz anderen Charakter prägt, der Spargnapanischen Kon⸗
ditorei gegenüber, die Stehelÿsche am Gendarmenmarkte aus.
Ihre Lage, dem Schauspielhause schräg gegenüber, berechtigt sie von
vorneherein, ein Sammelplatz der literarischen und künstlerischen Ele⸗
mente Berlins zu werden, und eine Geschichte der Stehelÿschen Kon⸗
ditorei schreiben, hieße nichts anderes, als die Geschichte der Berliner
Literaturzustände geben. Hier war es, um nur bei der letzten Periode
zu bleiben, hier war es, wo T. A. Hoffmann phantasierte und seinen
Spuk trieb, wo die Teelöffel vor ihm tanzten und die Kaffeekannen ein
Ave⸗MWaria beteten, hier war es, wo Heine seine Baisers verzehrte und
die ganze Berliner Welt, besonders aber den Herrn von Raumer,
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rezensententum seine Huldigungen entgegennahm, wo eine Kritik über
die Sontag das Herz des alten Europa im tiefsten Innern erschüttern
machte; hier war es, wo die Julirevolution und die Hegelsche Philo⸗
sophie vom Jungen Deutschland entbunden wurde und das ganze
Koteriewesen seinen Mittelpunkt fand. Hier war es, von wo aus die
eine Partei im Jungen Deutschland die andere zu bekämpfen suchte,
hier war es, wo der „Standpunkt des Jungen Deutschlands zuerst
überwunden wurde“, hier war es, von wo aus die „Hallischen Jahr⸗
bücher' und die „Rheinische Zeitung“ ihr Geschütz bezogen, und hier
eben waltet der Kreis, von dem Deutschlands Zeitungen ihre Berliner
Korrespondenzen erhalten. Schon diese kurzen Andeutungen zeigen,
wie wichtig die Kenntnis der Stehelischen Konditorei für die Erkennt⸗
nis der Berliner und der deutschen Kultur⸗ und Literaturzustände ge⸗
worden ist. Man kann es ohne Anmaßung sagen, das junge Volk, die
neue Zeit, hat gesiegt bei Stehelh. Diese Konditorei ist der Gegenpol
von Spargnapani geworden. Zwar zeigt sich auch hier noch dann und
wann eine Gestalt des ancien régime, aber sie wagt sich entweder nicht
weiter, als bis in die Vorhalle, oder sie zieht sich in den Hintergrund