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Kapitel III. Die ersten Kämpfe

Full text: Preußen und seine Hauptstadt im Jahre 1813 / Scherer, Valentin (Public Domain)

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am 18. März konnte Tettenborn seinen glänzenden Einzug in die 
alte Hansestadt halten. Er war von der ganzen Bevölkerung mit 
begeistertem Jubel begrüßt worden, denn schwer genug hatte man 
dort seit 1810 gelitten, wo Napoleon die Zugehörigkeit zum fran— 
zösischen Kaiserreich erklärte. Jetzt schien die alte Freiheit dauernd 
wiedergekehrt, eine Bürgergarde bildete sich zur Verteidigung der 
Vaterstadt, und alles dankte den Befreiern. 
Aber die schnellen Erfolge Tettenborns hätten nur behauptet 
werden können, wenn hinter ihm größere Streitkräfte zur Sicherheit 
nachgerückt wären. Dies jedoch unterblieb vollständig, und die Bürger— 
wehr, die sich gebildet hatte, war nicht imstande, den geschulten fran— 
zösischen Truppen, die jetzt unter Davoust heranrückten, lange zu 
widerstehen. Zudem verkannte man die drohende Gefahr und tat 
zu wenig zur Verteidigung. Die reichen Kaufherren waren zwar 
gewohnt, ihr Geld in allerlei gewagten auswärtigen Unternehmungen, 
die hohen Gewinn versprachen, aufs Spiel zu setzen oder zur Ver— 
schönerung ihrer Stadt große Summen auszugeben. Aber für die 
jetzt so notwendige Verteidigung scheuten sie sich, das Letzte aufzu— 
bieten oder gar ihr Leben selbst einzusetzen. Sie hofften auf die 
Hilfe des Auslands, namentlich Dänemarks. Dieses aber schloß sich 
wieder Napoleon an, und so war keine Rettung für die Stadt. 
Am 31. Mai fiel sie wieder in die Hände der Franzosen und 
Marschall Davoust hielt nun ein fürchterliches Strafgericht. Der 
Stadt wurde eine ungeheure Kriegsentschädigung auferlegt, die Ham— 
burger Bank beraubt; die Kirchen benutzte man als Pferdeställe; 
eine Anzahl der beim Abfall besonders hervorgetretenen Bürger 
wurden erschossen, andere nach Frankreich in die Gefangenschaft ge— 
schickt. Davoust ließ die schönen Anlagen der Stadt und ganze 
Häuserreihen niederlegen, um an ihrer Stelle gewaltige Befestigungs— 
werke zu errichten. Tausende von Bürgern mußten tagtäglich mit 
eigenen Händen an dem Zerstörungswerk und an der Zwingburg ihrer 
Vaterstadt arbeiten. Alle umliegenden Dörfer wurden niederge— 
brannt; später dann gegen 20000 Menschen erbarmungslos aus 
der Stadt getrieben und mitten im strengen Winter dem Hungertode 
preisgegeben — wer kennt nicht das Massengrab von Ottensen, von 
dem der Dichter klagt: 
„Zu Ottensen auf der Wiese 
Ist eine gemeinsame Gruft;
	        
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