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Kapitel II. Die Erhebung

Full text: Preußen und seine Hauptstadt im Jahre 1813 / Scherer, Valentin (Public Domain)

Schulen. Und wie ergreifend war dann der Abschied von den alten 
Freunden, von Lehrern und Schülern, wie sehnsüchtig wünschten die 
Kleineren, mit den Kameraden hinausziehen zu dürfen zur Ehre des 
Vaterlandes, zum heiligen Kampfe! „Wir, die Genossen eben meines 
Alters,“ so erzählt in seinen Erinnerungen der Schriftsteller Rellstab. 
der damals ein Knabe war, „wir ertrugen tiefen, brennenden Schmerz 
gleichzeitig mit dem Aufschwung der Begeisterung. Daß Tausende 
zum Kampfe eilten, mußte uns nur in den Strom der Begeisterung 
dieser Tausende mitreißen; allein, daß wir unsere nächsten Gefährten, 
Die Lange Brücke in Berlin mit dem Denkmal des großen Kurfürsten. 
die Nachbarn auf der Bank in der Klasse, plötzlich aus dem Schüler— 
tum zu Männern emporreifen sahen, das machte uns die Bande, 
die unsere Kraft und Begeisterung umschnürten, schmerzlich fühlbar .. 
Die, welche wir gestern noch mit der Schulmappe unter dem Arme 
dem Gebote des Lehrers unterworfen gesehen, sahen wir heute mit 
der Büchse in der Hand rühmlichem Gebote des Vaterlandes folgen! 
Wie groß, auf welcher Gipfelhöhe des Lebens erschienen sie uns! 
Die Schüler Tertias, die schon in dem kampffähigen Alter standen, 
waren bis dahin nicht der Ruhm der Klasse, nicht die Geachtetsten. 
Jetzt plötzlich war ihre ganze tadelvolle Vergangenheit ausgelöscht, 
vergeben, vergessen, und sie standen im Glanze vor uns. 
Scherer, Preußen.
	        
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