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Kapitel IV. Berlin im Frühjahr. Der Waffenstillstand

Volltext: Preußen und seine Hauptstadt im Jahre 1813 / Scherer, Valentin (Public Domain)

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gestaltung des Landsturms 
in die rechten Wege zu leiten 
und alles zu beschleunigen. 
Denn die Zeit drängte, und 
die Gefahr für Berlin wurde 
gerade im Mai wieder 
größer. 
Zum Kommandeur 
über das für den Schutz 
Berlins aufgestellte Heer 
war Generalleutnant von 
Bülow ernannt worden. 
Er war ein schlichter, ehr— 
licher, wahrheitsliebender 
Mann, kein Freund von un— 
nützen Redensarten, aber 
schwierig zu behandeln, da 
er über vieles seine eigene 
Meinung hatte und ge— 
wöhnt war, ihr in scharfen 
und oft verletzenden Worten Ausdruck zu verleihen. Mit Blücher., 
zu dessen Stab er eine Zeitlang kommandiert war, hatte er 
sich vollständig überworfen. Die Großzügigkeit und der Wagemut 
eines gottbegnadeten Feldherrn fehlten seiner Natur. Er war be— 
dächtig und namentlich anfangs von übergroßer Vorsicht. Aber er 
besaß trotzdem Mut und Tapferkeit, und sein Zögern ging viel— 
fach aus dem Gefühl der großen Verantwortung hervor, die auf 
ihm lag. Er sollte noch zur Genüge beweisen, wie ernst es ihm mit 
seiner Aufgabe war, die Hauptstadt zu schützen, und wie er im rechten 
Augenblick alles Zaudern zu vergessen und auch gegen überlegene 
Kräste mit schneidiger Entschlußkraft vorzugehen vermochte. 
Jetzt mußte er erst seine Truppen ineinander gewöhnen, um 
so mehr, da die neue Einrichtung der Landwehr noch nicht richtig 
arbeitete und man den so schnell ausgebildeten und notdürftig be— 
waffneten Mannschaften vielfach mißtraute. Am 1. April hatten 
seine Truppen vor dem König Parade abgelegt, dann war er zur 
Beobachtung Magdeburgs ausgezogen, um, hierin von den Russen 
unter Woronzow abgelöst, weiter südlich vorzugehen. Er hatte bald die
	        
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