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Institut zu pflegen hat, wo eben alles auf dem Meere beruht, die
physische Existenz nicht minder, wie das geistige Leben; dort ist
die engste Berührung zwischen Leben und Wissenschaft. Denn während
der Schiffer mit seiner Maschine, seinen Segeln und seinem
Steuer Wellen und Strömungen zu meistern sucht, kann der Beobachter
auf dem Schiff mit Thermometern und Netzen denselben
Vorgängen erklärend oder auch vorhersagend nachgehen. Das Meer
einigt das Streben beider. Nichts Zerstreuendes gibt es dort,
wie auf dem Lande, wo sich Bestrebungen trennen; alles ist wie in
einen Rahmen gespannt. Einförmig ist das Meer, und eintönig kann es
erscheinen; doch wenn man die Fülle seines Wesens beachten will,
dann hat es nie ermüdende Reize in dem wirren und doch so gesetzmäfsigen
Spiel seiner Wellen, in dem Leuchten seiner Farben, in der
Fülle des Lebens in seiner Flut und in der geschäftigen Vogelwelt,
welche die Masten umschwebt,
Und wo einsame Inseln die Flächen der Meere durchbrechen,
abseits von den grofsen Bahnen des Verkehrs und der kontinentalen
Kultur, dort finden wir durch das Meer auch Dokumente aus der Vorzeit
erhalten, Spuren früherer Vorgänge aus der Geschichte der Erde,
unverwischt durch die machtvollen Ströme schnelleren Lebens, wie zurückgebliebene
Tropfen, während auf den Kontinenten die Ströme
vorübergerauscht sind.‘
Unabsehbar könnte so die Fülle des Stoffes für dieses Institut
und Museum erscheinen, da es schier in alle Gebiete der Wissenschaft
und des Lebens hineingreift. Aber wie die Aufgaben selbst, so
werden auch ihre Grenzen von dem Meere gestellt. Denn wenn man
die Entwickelung von Maschinen verfolgt und darunter nur derer, die
dem Meere dienen, so ist das ein kleiner Teil, und wenn man die
Probleme einer Wissenschaft, etwa der Chemie, betrachtet und darunter
die, welche das Meer betreffen, so ist es auch nur ein Teil. Häufig
sind es nur Anwendungen sonst bewährter, kleine Abänderungen bekannter
Methoden. Und eine Beschränkung auf diese ist nötig, soll
das Institut nicht seine Zwecke verlieren. Anregungen mögen von hier
auch in andere Gebiete der Wissenschaft und des Lebens dringen,
selbst aber übe das Institut für Meereskunde Beschränkung und fasse
alles eben nur im Zusammenhang mit dem Meer. In der Ausdehnung
auf alle Interessen des Meeres und zugleich in der Beschränkung auf
das Meer liegt die Eigenart dieses Instituts, die es von allen seinen
Vorgängern trennt.
So mag das Museum denn nun in die Öffentlichkeit treten; mag es
unter zielbewufster neuer Leitung einer glücklichen Zukunft entgegen-