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Volume Nr. 25

Full text: Berliner illustrierte Zeitung (Public Domain) Ausgabe 1903, XII. Jahrgang, Nr. 1-52 (Public Domain)

391. 
Berliner Illustrirte Zeitung. 
allerwärts ist das Seebad ein bloßes 
Heilmittel — in Ostende allein ist es 
zudem noch ein Vergnügen. Keine 
Schranken, keine Polizeiverordnungen 
hemmen die Unterhaltung, den Ver— 
kehr zwischen Menschen und Menschen 
im freien Meere. Die kindlichste Harm⸗ 
losigkeit sucht sich hier ihre Stätte so 
zut wie die ausgemachte Leichtfertigkeit, 
und jeder duldet fröhlich die andere 
Das Bad ist hier ein leichtes, liebens⸗ 
vürdiges Spiel. Den Strand zur 
Badezeit zu betrachten, ist ein ange— 
nehmer Zeitvertreib. Als ob es zu 
rinem Feste ginge, erscheinen die grazi⸗ 
öͤsen Französinnen in seidenen, bänder⸗ 
geschmückten Badekostümen mit großen 
Badehüten oder Hauben. Vom Arm ihres 
Begleiters gestützt, schreiten sie den bran— 
denden Wogen entgegen oder schwimmen 
dinaus in die klare wellige Flut. 
Ostende ist nicht nur das Paradies 
der Großen, sondern auch das der 
Kinder. Die Burgenbauten im feuchten Sande des Strandes, die bunten Fähnchen: das 
alles findet man hier wie in jedem Seebade. Aber in Ostende haben diese Spiele einen 
janz anderen Charakter. Das Zusammenströmen von Angehörigen aller Völker der 
Erde gibt auch dem Kinderleben einen ganz anderen Ton. Man beobachtet mit Vergnügen 
die Mannigfaltigkeit der Temperamente, man studiert die Eltern an der Art, wie sie 
ihre Kinder kleiden, sie erziehen, an der Freiheit, die sie ihnen lassen. Vom scheuen, ver— 
schüchterten deutschen Backfisch bis zum übermütigen äffisch herausgeputzten jungen Pariser und 
his zum selbstbewußten, in Kleidung und Manieren schon die Großen nachahmenden amerika⸗— 
nischen Boy sind hier alle Typen vertreten. 
UVon der grossen Ruderregatta in Grünau bei Berlin. 
Scene aus dem Rennen um den zweiten Junior-Vierer. (R.eC. Wiking-Berlin Sieger.) 
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Nr. 25 
Interessserte Zuschauer. 
STpeise wasen dritter RKlasse. 
Ruderregatta jn Grünau. Am Landungssteq. 
Im Frühjahr und Sommer, wenn die Ferien— 
reisen beginnen, pflegt stets im Publikum das 
Interesse an Eisenbahn-Reformen zu erwachen. Zu— 
mal diejenigen, die der Weg ins Ausland führt 
sind in der Lage, Vergleiche anzustellen, und Vor— 
züge wie Nachteile der deutschen und fremdländischer 
Eisenbahnen gegen einander abzuwägen. Wer nach 
Italien oder Frankreich gereist ist, wird mit den 
deutschen Bahnverwaltungen recht zufrieden sein, 
denn es gibt in keinem der zu den Großmächten 
zählenden Ländern miserableres Bahnwesen, als in 
Frankreich und Italien. Deutsche Eisenbahnen 
'ahren durchschnittlich schneller, halten die Fahrzeiten 
pünktlicher ein, und bieten den Reisenden größere 
Bequemlichkeiten. Wer von Rußland heimkehrt, stell 
mit Bedauern fest, daß dort die Kupees geräumiger 
sind, und wen sein Weg nach Schweden geführt hatte, 
der weiß nicht genug die bequemen schwedischen 
Schlafeinrichtungen zu rühmen. Am ,lehrreichsten 
aber ist das Ergebnis eines Vergleiches mit England 
Dort übertrifft die Geschwindigkeit der Züge die der 
unseren wesentlich, und an die Bequemlichkeit sowie 
den Komfort der englischen reichen unsere deutschen 
Bahnen nicht heran. England besitzt keine Staats 
bahnen, sondern viele Privatgesellschaften haber 
die Linien in Pacht. Und damit diese nich 
wie in Frankreich aus Unternehmer-Habsucht 
Has Wettgehen wird epidemisch: Start Condoner Geishas zu einem Distanzmarsch
	        
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