retteten nahm sich Herr Pfarrer Hellerhof im benachbarten
Langenhagen, ein Ttudiengenosse des oersiorbenen Ober-
pfarrers Herold an. Die Leichen der Verunglückten wurden
vorläufig im Strandhotel aufgebahrt. Die unglücklichen
^pfer werden jedenfalls in Strausberg beigesetzt werden,
wo sich das Grab des Pfarrers Herold befindet. Die
Borbereitungen der Bestattung hat der Bruder der Frau
Herold, Or. jur. Hankwitz in Tempelhof übernommen, der
von Pfarrer Hellterhof telegraphisch nach Deep gerufen
worden ist. — Frau verw. Oberpfarrer Herold bewohnte
seit Sept. o. Js. hier im Gartenhaus Cranachstr. 16 eine
Wohnung. Ihr Gatte. Oberpfarrer Herold, amtierte zuletzt
in Kremmen in der Mark; vorher war er lange Jahre in
Rerchenberg bei Bornim, wo auch die beiden Kinder ge
boren sind. Außer den oben bereits genannten Kindern
gehören zur Familie noch zwei Söhne. Ein 23 Jahre
alter Sohn ist in Thorn beschäftigt, der dritte 21 Jahre
alte Sohn Helmut studiert in Berlin Rechtswissenschaft
und verbrachte seine Ferien in Greifswald. Er wollte
gleichfalls mit seiner Mutter und seinen Schwestern am
Montag nach Friedenau zurückgekehren.
o Eine verhängnisvolle Verwechselung hätte
um ein Haar dem in der Ringbahnstr. 116 wohnhaften
Eisenbahnarbeiter Adam Morrisch das Leben gekostet. M.
wollte von einem Schrank ein Medizinfläschchen nehmen,
griss in der Dunkelheit aber daneben und erwischte eine
Flasche mit Chloroformäther. Noch ehe er den Irrtum
bemerkt hatte, nahm der Bedauernswerte einen herzhaften
Schluck von der ätzenden Flüssigkeit. Sofort stellten sich
furchtbare Schmerzen ein und der Unglückliche wäre den
erlittenen schweren inneren Verletzungen zweifellos erlegen,
wenn nicht die Rettungsabteilung der Wilmersdorfer
Feuerwehr mit Hilfe eines Arztes sofort wirksame Gegen
maßnahmen ergriffen hätten. In schwerkrankem Zustande
wurde Morrisch schließlich dem Elisabeth-Krankenhause
zugeführt.
o Verdorbenes Kasseler. Heute Vormittag wurden
auf dem Wochenmarkt an der Lauterstraße vom Polizeitier
arzt Herrn Kreistierarzt a. D. Dr. Schaefer an zwei Ständen
IV3 Pfund und 41/4 Pfund verdorbenes Kasseler (Schuft)
beschlagnahmt.
0 Polizeibericht. Als gefunden ist hier angemeldet
worden: Eine Brosche. Die rechtmäßige Eigentümerin
wird aufgefordert, ihre Ansprüche binnen drei Monaten
im hiesigen Amtsbüro, Feurigstraße 8, Zimmer 8, geltend
zu machen, da sonst anderweitig über den Fundgegenstand
verfügt werden wird.
Lichtenstein, dem die Residenz eine ihrer Hauptzierden ver
dankt, war ein Hamburger, 1780 in der alten Hansastadt
geboren. Er studierte in Jena und Helmstedt Medizin,
und sein Beruf als Arzt führte ihn frühzeitig in die weite 1
Söelt, die damals für einen unbemittelten Mann nicht
ganz leicht zu durchqueren war. Als zweiundzwanzig-
jähriger junger Mediziner, der eben promoviert hatte,
erhielt er eine Stelle als Hausarzt beim holländischen
Gouverneur der Kapkolonie. Dort fand er Gelegen
heit, das Innere der Kolonie gründlich zu durch
streifen und seine naturwissenschaftlichen und namentlich
zoologischen Kenntnisse zu erweitern. Nach zwei Jahren
ward er Stabsarzt bei einem Bataillon der holländischen
leichten Infanterie und bald darauf als Regierungs
kommissar im Dienste der batavischen Rupublik zu den
Batschuanen gesandt. Als die Kolonie von den
Engländern erobert wurde, kehrte er 1806 nach Deutschland
zurück und lebte zunächst in Göttingen und Jena, wo er
seine Sammlungen und sein handschriftliches Material
ordnete. Im Jahre 1810 ging er dann an die neu
gestiftete Universität Berlin, um hier Vorlesungen zu
halten, wurde bereits 1811 ordentlicher Professor der
Zoologie und übernahm zwei Jahre später die Leitung
deS Zoologischen Museums, dem er zu großem Ansehen
verhalf. Mit der Absicht, einen zoologischen Garten zu
begründen, mag sich der verhältnismäßig junge Gelehrte
frühzeitig getragen haben, aber seine Pläne kamen erst
nach Jahrzehnten zur Verwirklichung. Im August 1840 hatte
er einen Aufsatz verfaßt, der den Titel führte: „Gedanken
über die Errichtung zoologischer Gärten bei Berlin/ Durch
Vermittlung Alexander von Humboldts wurde die Ab
handlung dem König vorgelegt, der von dem Plane so
eingenommen war. daß er bereits am 31. Janunr des
folgenden Jahres in einer Kabinettsorder die Einwilligung
zur Begründung des Instituts gab. Gleichzeitig stellte er
das Gelände der König!. Fasanerie zur Verfügung und
ließ den größten Teil deS Tierbestandes deS Königlichen
Gartens auf der Pfaueninsel nach Berlin überführen. Im
August 1844 konnte der Zoologische Garten bereits er
öffnet werden. WaS er im Laufe der Zeit aus be
scheidenen und kleinen Anfängen wurde, weiß jeder
Berliner. ES war ein Glück für das Institut, daß Lichten-
steinS Nachfolger in der Leitung des Gartens von gleicher
Wissenschaftlichkeit und Umsicht waren wie der Begründer,
der auf einer Reise auf einem Postdampfer am 2. Sep
tember 1857 starb.
Schöneöerg.
—o Die Grundsteinlegung für die neue evangelische
Kirche in der Heilbronnerstraße findet am 26. September statt.
—o Handelsgerichtliche Eintragungen. Nr. 38 063
Firma: Karl Welzel in Berlin. Inhaber Karl Welzel,
Fabrikant, Schöneberg. Bei Nr. 35 075. Kommanditge
sellschaft Arthur Schürer & Co. in Berlin. Sitz jetzt in
Schöneberg.
—o Ueber den Nachlaß des am 20 Juli 1911 zu
zu Berlin, An der Apostelkirche 3., seinem letzten Wohn
sitze, verstorbenen Töpfermeisters August Jdeler ist Nach-
laßoerwaltung angeordnet. Nachlaßverwalter ist der Ge
werbeassessor Edmund Zirner in Schöneberg, Thorwaldsen-
straße 5.
Aertin und Aororle.
o Wilmersdorf. Der Magistrat hat beschlossen, zu
dem im Septembtr in Dresden stattfindenden Interna
tionalen Kongreß für Feuerbestattung die Stadträte Fuhr
mann und Brohm sowie den Stadtbaurat Herrnring zu
entsenden. Die Eindrücke und Erfahrungen, die die Herren
in Dresden gewinnen, sollen bet dem Bau des Wilmers
dorfer Krematoriums verwendet werden.
Der Begründer des Zoologischen Härtens.
ES find jetzt gerade hundert Jahre her, daß der Be-
gründer deS Zoologischen Gartens an der Berliner Universität
eine ordentliche Professur erhielt, das Amt, daS in ihm
wohl zuerst den Gedanken entstehen ließ, der preußischen
Hauptstadt einen Zoologischen Garten zu schaffen. Der
Name des verdienstvollen Mannes ist nicht recht volks
tümlich geworden. Unweit des großen Raubtierhauses
steht seine Büste — daß die Lichtensteiner Allee, die vom
Tiergarten nach dem Zoologischen Garten führt, und die
Lichtensteiner Brücke nach ihm ihren Namen führen, ist
nicht vielen Berlinern bekannt. Martin Heinrich Karl
Bekanntmachung
Nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen alle' diejenigen Kinder
ru"Michaelis d. IS. eingeschult «erden, welche in der Zeit vom 1. April
bis 30. September 1911 6 Jahre alt geworden find oder werden, sowie
diejenigen Kinder, welche bisher wegen Krankheit oder aus anderen
Gründen vom Schulbesuch drfteit waren.
Die Anmeldung hat zu erfolgen:
für die Vorschule des Gymnasiums bei Herrn Direktor Dr. Busch, in der
Sprechstunde von 10 bis 11 Uhr, im Gymnafium,
für die Königin-Suise-Schule bei Herrn Direktor Hannemann, in der
Sprechstunde von 12 bis 1 Uhr im Echulhause, Goßlerstraße 15,
für die Gemeinde-Knabenschule bei Herrn Rektor Kaul, in der Sprech-
b*. stunde von 11 bis 12 Uhr im Echulhause. Albestraße 32
für die Gemeinde-Mädchenschule bei Herrn Rektor Jaeschke, rn der Sprech-
stunde von 11 bis 12 Uhr im Schulhause, Rheingaustraße 7.
Die Anmeldung »«fc spätestens bis zu« 1. September
erfolgt fein. .
Es sind folgende Papiere mitzubrrngen:
2. der Taufschein 'oder eine Bescheinigung der Zugehörigkeit zu einer
Religionsgemeinschaft. . „ . v , , r ,
3 der Geburtsschein, falls das Kind nicht m Friedenau geboren ist.
Sollte die Einschulung wegen Krankheit oder zurückgebliebener
körperlicher Entwickelung nicht angängig erscheinen, so muy dies unter
Beifügung einer ärztlichen Bescheinigung über die Notwindigkelt rer
Zurückstellung bis spätestens 1. Oktober d. Js. hierher mitgeteilt werden.
Netleyt die Absicht, das Kind in eine Privatschule einzuschulen oder
privatim unterrichten zu lassen, so ist unter Beifügung des Ausnahme-
b<>.>ns t>er Nrivatfchule bezw. unter Angabe von Name und Wohnung
fctrm V I DUobn d. Js. hierüber Mitteilung
^ Friedenau, den 17. Stufluft 1911.
Die Schuldeputation.
*o Eine Ergänzung der Zusammenstellung der auf den Eisen
bahnverkehr bezüglichen Bestimmungen der Zoll- und Handelsverträge
des Deutschen Reichs und ihrer Schlußprotokolle, gibt der Minister
v. Breitenbach bekannt. Im Handels- und Schiffahrtsvertrag mit
Schweden vom 2. Mai 1911 lautet Artikel 12 des Handelsvertrages
wie folgt: Auf Eilenbahnen soll weder hinsichtlich der Beförderungs
preise noch der Zeit und Art der Abfertigung ein Unterschied zwischen
den Bewohnern der Gebiete der vertragschließenden Teile gemacht
werden. Insbesondere sollen für schwedische oder aus Schweden
kommende, nach einer deutschen Station oder durch Deutschland be-
förderte Gütersendungen auf den deutschen Bahnen keine höheren
Tarife angewendet werden, als für gleichartige deutsche oder aus
ländische Erzeugnisse in derselben Richtung und auf derselbe»
Verkehrsstrecke. Das gleiche soll auf den schwedischen Bahnen für
deutsche oder aus Deutschland kommende Gütersendungen gelten, die
nach einer schwedischen Station oder durch Schweden befördert werden.
Ausnahmen sollen nur zulässig sein, soweit es sich um Transporte zu
ermäßigten Preisen für öffentliche oder milde Zwecke handelt.
"o Wunder der Natur. Im Golf von Mexiko liegt eine Insel,
die infolge Ebbe und Flut^ihre Färbung am Tage ändert. Bei ein
tretender Ebbe ist der Strand dieser Insel mit Millionen winziger
purpurroter Schnecken bedeckt. Sobald nun wieder die Flut eintritt
und diesdr gelbe Sand von den Wellen auf die am Strande lagernden
unzähligen Schnecken geworfen wird, dann glaubt man, das Meer-
wasser sei mit einer Unzahl von Goldfäden durchzogen. In der
Südsee befindet sich eine Insel, die eine Bambusart, Karimara
genannt, hervorbringt, welche bei einigem Reiben zu brennen anfängt.
Die Eingeborenen schneiden dieses Bambusrohr in dünne Streifen
und reiben dieselben aneinander, bis ein Flämmchen entsteht. Auf
dieser Insel wächst auch ein Baumharz, das den Bewohnern als Fackel
dient. So dient ihnen die eine Pflanze zum Feueranzünden und das
andere Naturprodukt als Lichtspender. Diese Fackeln aus Baumharz
sollen ein sehr gleichmäßig brennendes und Helles Licht abgeben. In
den Felsengebirgen von AderSbach und Weckelsdorf gibt es ein sieben
faches Echo. Weit übertroffcn wird jedoch dieses seltene Echo durch
dasjenige im Park zu Woodstock. Es gibt 17 Silben wieder. In
Närö gibt es ein neunfaches Echo und in Wales ist ein 25faches Echo
zu finden. In der Schweiz verändert der Moralsee seine dunkle
Färbung alle zehn Jahre in ein leuchtendes Rot. Die eigentümliche
Naturerscheinung rührt von einer winzigen Pflanze her, die jedoch so
klein ist, daß man sie ohne Mikroskop nicht erkennen kann. Welch
erstaunliche Gewalt die Meereswogen auszuüben verstehen, darüber
gibt am besten ein Beispiel Aufschluß, das von Augenzeugen berichtet
wird. Am Strand von Biarritz wurde ein dort befindlicher mächtiger
FelSblock infolge eines Meeresnurmes vpn der.Brandung viele Meter
Deschintz.
Das Verfahren zum Zwecke der
Zwangsversteigerung deS in Friede-
nau, Rheingau- Ecke Odenwald-
straße IS belegenen, im Grundbuche
von Friedenau Band 32, Vlatt
Nr 1422 auf den Namen des Archi
tekten Arwed Krumbholz zuFriedenau,
Peter Vischerstraße 20 eingetragenen
Grundstücks wird aufgehoben, da
die Antrazstelleiin, offene Handels
gesellschaft in Fa. Hahn, Herxheimer
& Co. in Berlin, Markgrafenstr. 22
den Antrag auf Zwangsversteigerung
zurückgenommen hat. Der auf den
1. November 1911 besttmmte Termin
fällt weg. - Akte.izeichcn 10 K.
154. 11.
Schöneberg, den 19. August 1911.
Königliches Amtsgericht.
Bertin-SchSneber!, Abt. 10.
Neu eröffnet.
Psycho - therapeutisches Institut,
Heilung von Nervenlähmungen,
Herzleiden und Neurosen. [6712
Stierstr. 16, II.
Sprechstunden 10—11, 4—5 Uhr.
frrtiiicdiimgril
ernste und heitere Vorträge, Tafel
lieder, Tischreden, Hochzeitszeitungeu
rc., auf die Personen paffend, schnell
gut, bill. Wilhelm Hauffstr. 7» 111.
Versteigerung.
Am DienStaq, den 29. Sluguft 1911,
nachmittags 3 Uhr werde ich in
Friedenau, Rheinitr. 28 folgende
Gegenstände:
die kompl. Einrichtung eines
ButtergefchäftS, Regale, 3
Wiegeschalen. Konserven. 4
. Vvgenlampen, Schaufenster,
-inrichtung. 2 Markisen,
Jnnenbeleuchtnng, Rektamr-
sacheu u a.
öffentlich meistbietend gegen so
fortige Barzahlung versteigern.
Zühlke, Gerichtsvollzieher,
6783s Echöneberg, Ebersstr. 89.
west ins Land Hineingeworfen. Man Hat später der Wiffenschast
Halber diesen Block gewogen. Der Hatte das riesige Gewicht von
63 Zentnern. Hieraus kann man sich wohl erklären, daß es den vom
Sturm gepeitschten MeereSwellen ein Leichtes ist, Küstenstädten übel
mitzuspielen, wie fich dies z. B. in Messina, Catania, Reggio und
zuletzt auch in Triest während der süditalienischen Erdbebenkatastrophe
gezeigt hat.
"o Arthur Schopenhauer, seit dessen Tode nun schon ein halbes
Jahrhundert veiflossen ist, entstammte einer geistig sehr kräftigen und
eigenwilligen Familie. Schon der Urgroßvater des berühmten
Philosophen, der in der alten Reichsstadt Danzig wohnte, war alles
andre als ein .Schablonenmensch"; er lebte gerade so, wies ihm
gefiel, wenig aber, wie es anderen gefällig war. Einst kehrte Zar
Peter mit seiner Gemahlin Katharina bei ihm ein. Doch das dem
Zar paffende Zimmer war nicht nur daS kälteste im Hause, sondern
ihm fehlte auch ein guter Ofen. Was tat nun „Andreas" Schopen
hauer? Er ließ ein paar im Kell-r liegende Fäßchen Branntwein
heraufbringen und goß deren Inhalt über die Steinfliesen de« Zimmers.
Dann findete er den .Branntweinteich" an. Mit einem Male war
das Zimmer von einem lodernden Feuer erfüllt, daß das Haus zu
zersprengen und auch schließlich weiterzugreifen drohte. Mit größter
Mühe ließ sich der Brand eindämmen. Da erschien aber auch schon
der Zar, entzückt über den mächtigen Brand und die originelle Art
der Erwärmung. Er schlief mit seiner Gemahlin trotz des SchnapS-
dunstes vorzüglich in diesem Zimmer. — Eigenwillig und trotzig, ja,
wenn's drauf ankam, schroff, war auch der Sohn geartet, dessen Sohn
wieder auch nichts in den genannten Eigenschaften zu wünschen
übrig ließ. Arthur Schopenhauers Vater war ein sehr schwerhöriger
Handelsherr. AIs dieser nun eines Tages mit der frohen Botschaft,
ihm sei ein Knabe geboren, ins Kontor trat, meinte ein witziger Buch-
Halter, seinen Kollegen gut hörbar: „Na, wenn er dem Papa ähnlich
wird, so muß er ein schöner Grobian werden!" Und Arthur wurde
ihm ähnlich. Vieles wäre von den Sonderbarkeiten Arthur Schopen-
Hauers zu erzählen. AlS der Weise von Frankfurt an der Hoteltafel
spelste, legte er eine zeitlang ein Goldstück vor sich hin, um es nach
der Tafel wieder zu sich zu stecken. Befragt, was das bedeuten solle,
meinte der Denker: er habe dieses Goldstück vor sich hingelegt, um eS
der Armenbüchse zu opfern — unter der Voraussetzung aber, daß die
stets um ihn sitzenden Herren Offiziere einmal von etwas anderem
reden würden als von den Frauenzimmern, den Pferden und den
Hunden. Leider habe er auf diese geistige Vertiefung bisher umsonst
gewaltet und das Goldstück sei nach der Tafel wieder in seine Tasche
spaziert. — AIs der große Philosoph gestorben und sein Testament
eröffnet wurde, fand sich, daß Arthur Schopenhauer seinem treuen
weißen Pudel, der nach seiner Aussage für ihn belehrender war als
Scheitlnq und Hegel, eine Rente ausgesetzt hatte.
'o Rollende Paläste. Der neue Salonwagen, den fich der ver
storbene König Eduard hat bauen lassen, übertraf an Pracht und
Eleganz der Ausstattung alles bis dahin gewesene. Der Wagen ist
ein Meisterwerk in jeder Hinsicht. Er enthält außer einem Vorsaal
ein Rauchzimmer, Salon-, Speise- und Schlafzimmer, sowie ein An-
kleide- und Dienerzimmer. Die Länge des Wagens beträgt 20'/,
Meter, seine Konstruktion ist so vortrefflich, daß jede Erschütterung
beim Fahren vermieden wird. Der Wagen ist auf einen Stahlrahmen
gebaut, der auf zwei dreiachsigen Drehgestellen ruht. Selbstverständlich
ist daS Gefährt mit allen Bequemlichkeiten sowie mit Luftheizung,
elektrischer Beleuchtung usw versehen. Die Zeitung des Ver. d. Eisen-
bahrnVerw. beschreibt die kostbare innere Einrichtung der verschiedenen
Räume aus's eingehendste. Der Rauchsalon, dessen Wände aus Eichen
holz mit Einlagen von Buchsbaum bestehen, ist im Stil Jacob I.
eingerichtet. Alle darin befindlichen Polstermöbel find mit rentier-
farbigem Plüsch überzogen. Der Salon besitzt Wände aus poliertem
Ahorn und zeigt in seinen Möbeln den Stil Ludwig XVI. Die Möbel
sind hierin sämtlich aus hellem Mahagoni angefertigt. Die Stoffe
für die Sessel usw. bestehen aus Seidenbrokat. Das Schlafzimmer
hat weiß emaillierte Wände und Mahagonimöbel mit rosafarbigem
Eeidendamast. Im Waschraum find die Wände mit Cipolino-Marinor
bekleidet. Besonders schön wirken die in allen Räumen angebrachten
Vorhänge und Gardinen aus grüner Seide mit weißen Stickereien.
Jeder Raum ist ein kleines Schmuckstück vornehmster Eleganz. Dem
Wagen des Königs folgen noch zwei Salonwagen mit einer Länge
von je 177, Meter; diese Wagen sind für das Gefolge des König»
bestimmt.
Geschäftliches.
Das Restaurant „Holsteiner Wappen'" Schöneberger-
straße 14. Ecke Holsteinischestraße, sei unseren Lesern als behagliches
und gemütliches Familienlokal bestens empfohlen. Zum Ausschank ge-
langen dort Siechen- und Schultheiß-Bier; die Küche bietet vorzügliche
Speisen zu soliden Preisen. Auch für Vereine und Gesellschaften,
Hochzeiten usw. eignet sich das Lokal durch den neben den Restau-
rationSräumen befindlichen hübschen Parkettsaal vortrefflich. Eine
stets aufmerksame und zuvorkommende Bedienung ist den Gästen de»
„Holsteiner Wappen" sicher. Erwähnt sei noch ferner der Kannenbier-
Versand. Wir bitten, auch die Anzeige in dieser Nummer gest. zu
beachten.
Die Besucher der Hygienischen Ausstellung in Dresden wird
ein Stand in der Halle 55 [für Sport und Bekleidung) interessieren,
der in bester Weise veranschaulicht, wie die Hygiene bei der Wäsche
sowohl wie beim Waschen erfolgreich auszuüben ist. ES ist dieses die
Schaustellung der Firma Henkel & Co., in Düsseldorf, der das Ver-
dienst gebührt, durch Einführung ihres heute wohl allerorts bekannten
selbsttätigen Waschmittels „Perfil" eine umwälzende Neuerung aus
dem Gebiete der Wäschereinigung geschaffen haben. Es dürfte zu
weit führen und den uns hier zur Verfügung stehenden beschränkten
Raum erheblich überschreiten, wollten wir alle die Vorzüge aufzählen,
die mit dem Gebrauch von Perfil verbunden find. Hierüber gibt
viel besser eine an dem erwähnten Stande erhältliche, populär abge
faßte Broschüre unter dem Titel „Wäsche und Waschen" Aufklärung;
diese wird bereitwilligst gratis abgegeben und Jedermann kann deren
Durchsicht nur aufs dringendste empfohlen werden.
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Marttniue, Friedenau.
Hierzu ein« veil«,»
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