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Band Nr. 265, 11.11.1902

Volltext: Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain) Ausgabe 9.1902 (Public Domain)

Märten- oder Martinustrunk. Der Dichter sagt: „E8 den Versteigerungsprotokollen beurkunden. Dadurch würde die eigenen Kolonie, die sich erst bei einer Zahl von mindestens 
liebt die Welt, das Strahlende zu sc<hwärzen, das Er- rechtswirksame Bindung der Bieter bis zum Ablaufe der 30 Pfleglingen rentiren würde, niht gedacht werden 
habene in den Staub zu ziehen." So ging es auc) dem Zuschlagsfrist erreicht werden. Eine ähnliche Anweisung hat könne, na< Charlottenburg, Schöneberg und an die 
heiligen Martin. Man erhob ihn bei den Martinigelagen der Kultusminister an die nachgeordneten Behörden ergehen lassen. Kolonie Lenzheim Anschluß zu suchen. -- Hoffen wir, daß 
zum Scußherrn der Trinker. Ein Studentenlied sagt: + Der Präfident des Bundesamts für das die Arbeit des Ausschusses im kommenden Sommer mög- 
„St. Martin war ein milder Mann, trank gerne Heimathswesen, Wirklicher Geheimer Rath Weymann, lichst vielen bedürftigen Kindern zu Gute kommen möge. 
Cerevisiam.“ Man bringt ihn in einem anderen Kneip- unser Friedenauer Mitbürger und Ehrenbeisitzer der hiesigen + Durch den plötzlichen Tod seiner Frau Anni 
lied mit Shlemmern, Versc<hwendern, Prassern zusammen. Armenkommission, tritt nac< den amtlichen Nachrichten in den geb. Roesel ist Herr Kanzleirath John in tiefe Trauer versett 
Der heilige Martin wird bildlich) als Reiter dargestellt. Ruhestand und hat bei dieier Gelegenheit den Kronenorden worden. Bekannt ist die Dame in unserm Ort dur öftere 
Das Berittensein verleiht einem Heiligen in Ungarn erst erster Klasse verliehen erhalten. Exzellenz Weymann hat mehr Betheiligung bei Konzerten, z. B. beim hiefigen Flottenverein. 
die re<hte Würze und giebt ihm ein doppeltes Ansehen. als 50 Jahre im Staatsdienste gestanden. Der Tod der Frau John wird in weiten Kreisen tiefe Theil- 
In einer Kirche zu Preßburg sieht man ein Reiterstand- + Der 2. Feuerwehrunterverbandstag des Kreises nahme hervorrufen. 
bild des heiligen Martins und zwar -- als geborener Toeltow]| tagte gestern von Vormittags 91, Uhr ab in Wann- + Die Leiche des Kapitänleutnant a. D. Herrn Altag 
Ungar -- in Dolman und Kolpak und gerade im Begriff, see (Restaurant „Deutsche Eiche“). Der Vorsitzende, Herr ist no< immer von der Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegt. 
dur&; einen Säbelhieb seinen Mantel mit einem am Oberführer Jacob-Teltow, eröffnete die Siung mit einem HoH< Es sind Gründe vorhanden, daß der Herr ermordet worden ist. 
Boden liegenden Bettler zu theilen. Der heilige Martin auf den Landesherrn. Vor dem Eintritt in die Tage8ordnung Es will Jemand von weiten gesehen haben, daß eine Person 
war sehr arm. Er hatte nur einen Mantel. Als er einst theilte der Vorsitzende no<m mit, daß der bisherige Schrift» auf dem Todten gelegen hat. Ferner fehlt demselben die 
von einem nadten Bettler angehalten ward um ein führer, Herr Brandmeister Henning-Friedenau, aus dem Vor- goldene Uhr und der Stock. 
Almosen, zerschnitt er seinen Mantel in zwei Theile und stande ausgeschieden sei, da er in Folge Aufrükens in eine T Verein der Gaft- und Schankwirthe von 
gab einen dem Bettler. Ein Studentenlied änderte diese andere Stelle geschäftlich voll in Anspruch genommen sei. Friedenau und Umgegend. Seine gestrige ordentliche 
edle That so um, als ob St. Martin den Mantel zum Welche Arbeitskrast er der freiwilligen Feuerwehrsae gewidmet Monatsversammlung hielt der Verein beim Kollegen 
Pfand für eine unbezahlte Zeche zurüließ. Er hatte habe, sei allen bekannt; unbestreitbar habe er derselben viel Zeidler in Steglitz ab. Nac<h Begrüßung der Mitglieder 
kein pecuniam (Gold), darum mußt er lassen tunicam genüßt. Er bitte die Anwesenden, zur Anerkennung dieser dur; den Vorsizenden, Herrn Fechner, wurde das 
(Mantel). In unserem deutschen Vaterlande wird auc; Leistungen sich von den Pläßen zu erheben, was geschah. Protokoll der leßten Sizung verlesen und von der Ver- 
des Martinustages geda<t. Wenn es an Martini schneit, Leider habe si< aber die Uebergabe der Bücher und Akten sammlung genehmigt. Unter den hierauf zur Verlesung 
sagt der Bauer: „Martin kommt auf dem Schimmel derartig verzögert, daß der Vorstand erst vor wenigen Tagen gekommenen eingegangenen Screiben befanden sich außer 
geritten.“ ersehen konnte, daß eine Ersazwahl für drei in diesem Jahre verschiedenen Geschäftsofferten ein sol<es von den ver- 
+ Gymnafium. An Stelle des Ostern aus dem turnusmäßig ausscheidende Vorstandsmitglieder nöthig sei. Bei einigten Selterwasser-Fabrikanten, in welchem sie. die Mit- 
Lehrerkollegium aussc<heidenden Herrn Oberlehrer Böhrig Feststellung der Präsenzliste wurden 142 Chargierte und Mann- glieder des Vereins ersuchen, von Einladungen zu Abend- 
ist in der lezten Kuratoriumssizung Herr Oberlehrer Dr. schaften gezählt. Den hier vor kurzer Zeit geprüften Feuer- tischen 2c. künftighin abzusehen, da sie solchen in Zukunft 
Hugo Senge, bis jetzt an der Ritter-Akademie zu Bran- wehrleuten wurde bekannt gegeben, daß fie das Examen zum nicht mehr Folge zu geben beschlossen hätten. Begründet 
denburg thätig, gewählt worden. Ferner wollen wir na<g- Oberfeuermann sämmtlich bestanden haben. In den Vorstand wurde dieses Vorgehen mit der äußerst schlechten Ge- 
tragen, daß außerdem Herr Dr. Gustav Rothstein, bieher wurde der Steglitzer Oberführer, Herr Dabbert, einstimmig ge- sc<häftslage, die der ungünstige Sommer hervorgerufen habe. 
Hilfslehrer am Gymnasium zu Cottbus, mit dem neuen wählt. Für die Prüfungskommission wurden die Oberführer Herr Fechner verwahrte die Mitglieder energisch gegen ein 
Schuljahre als Oberlehrer in das Lehrerkollegium ein«- Herren Tiedt-Brik und Müller - Nieders<önweide gewählt. solches Gebahren und meinte, daß weniger der schlechte 
treten wird. Alsdann werden außer dem Leiter der An-«- Nach S<luß der Sitzung zeigte die Wehr Wannsee in einem Sommer als das gegenseitige Ueberbieten schuld sei. Einer 
stalt, Herrn Dr. Busch, 8 Oberlehrer, 3 Vorschullehrer kurz zusammengefaßten Fuß- und Geräteexerzieren sehr gute Einladung des Gastwirthevereins „Wedding“ zum 
und ein Zeichenlehrer am Gymnasium thätig sein. Leistungen. Auch der fingirte Angriff auf einen brennenden 10jährigen Stiftungsfeste mit Bannerweihe wurde be- 
+ Gesperrt wegen Umpflasterung für Juhr- Dachstuhl, Rettung der Bewohner mittelst Rettungsschlau<ß, schlossen, zu entsprechen. Es wurde eine Deputation, be- 
werke und Reiter wird bis auf Weiteres die Ringstraße ließ die gute Schulung und das sichere Arbeiten mit den Ge- stehend aus den Herren Balke, Faßmann, Fechner, Kiewitz, 
von der Moselstraße über die Saar- und Jüstraße bis räten erkennen. Nathge und Zimmermann, gewählt und zur theilweisen 
zur Rheinstraße. + Friedenauer Ferienkolonien. An dem ver- De>ung der Unkosten ein Betrag von 45 M. aus der 
m. Die neue Straßenbahnlinie Bahnhof Wilmers- gangenen Freitag fand in dem neuen Gemeinde-Sizungs- Vereinskasse bewilligt. Dem Ersuchen der Shußkommission 
dorf-Friedenau--Bahnhof Charlottenburg soll nunmehr am saal, den die Gemeindevertretung dankenswerth zur Ver- zur Bekämpfung der in Aussicht stehenden Verwirklichung 
15. November eröffnet werden. Es haperte noh an der Durh- fügung gestellt hatte, die erste Arbeitssizung des der Synodalbeschlüsse durch den Landtag, wonach d*e Gast- 
legung der Linie dur; die Wilmersdorferstraße. Wir be- Ausschusses der Friedenauer Ferienkolonien statt. Es wmwirthschaften Sonnabends um 12 Uhr Nachts und Sonn- 
merken hierzu, daß schon heute, noh vor der Eröffnung der neuen hatten sih 8 Damen und 10 Herren eingefunden. Nach- tags während der Kirchzeit geschlossen werden sollen, um 
Strecke, sic der lebhafte Wunsch geltend macht, die Linie niht dem Herr Prof. Büsing die Anwesenden begrüßt hatte, Gewährung eines Beitrages zur De>ung der entstehenden 
zum Stuttgarter Platz in Charlottenvurg, sondern dur; die schritt man zur Besetzung der nöthigsten Aemter. Da von Kosten einer Petition wurde stattgegeben und der Betrag 
ilmersdorfer Straße weiter bis nac Moabit zu führen. Da Anfang an von der Gründung eines festen Vereins von 7 M. bewilligt. Hierbei wurde zugleich mitgetheilt, 
Wilmersdorf noch keine direkte Verbindung mit Moabit hat, Abstand genommen war, also ein größerer Verwaltungs- daß am 21. November, Nachmittags 3", Uhr, in der 
möchten auß wir eine Agitation in diesem Sinne den apparat überflüssig erschien, so wurde die Mitgliederzahl Brauerei Friedrichshain eine Massenkundgebung in Gestalt 
Kommunalvereinen empfehler. des inneren Auss<husses möglichst beschränkt. Herr Prof. einer großen Protestversammlung stattfindet und den Mit- 
m Die neue Verbindungsftraße zwischen dem Büsing wurde zum Vorsitzenden, Herr Rektor Hannemann gliedern zur Pfliht gemac<t, diese Versammlung zu be- 
Kaiserplaß und der Durlacherstraße ist jeßt fertiggestellt. zu dessen Stellvertreter, Herr Lehrer Barsch zum Kassen-« suchen. Als Mitglieder neu aufgenommen wurden die 
Auch diese Straße hat, wie die Durlacherstraße, Reihen-s führer und Herr Oberlehrer Weber zum Scriftführer Herren Nite und Schneider; angemeldet die Herren Lau 
steinpflaster auf Betonunterlage erhalten. Hoffentlih gewählt. Ein kurzer Bericht über den Bestand der Kasse und Rohrdantz. Unter Verbandsangelegenheiten wurde vom 
wird die Durlacerstraße bald für den Verkehr frei- ergab, daß das Wobhlthätigkeitskonzert des Parochial- Vorsißenden das Flas<enpfandnehmen der Weißbierbrauereien 
gegeben. Vereins abzüglich aller Unkosten einen Ueberschuß von 406 einer eingehenden Besprechung unterzogen. Der sc<on 
+ Die Einführung der amtlichen Leichen» Mark gebracht hatte, ein Ergebniß, das wohl aller wiederholt angeseßte Vortrag eines Vertreters der Haft- 
schau im Wege der Kreispolizeiverordnung wird vom Erwarten im höchsten Maße übertroffen hat, und sür das pflichtgesellfchaft „Fides“ konnte wiederum nicht statfinden, 
Landrath des Kreises Teltow vorbereitet. sowohl dem Parochialverein als auch allen Gemeindez da die Gesellschaft es nicht für nöthig gehalten hatte, 
+ Urkundsbeamte. Nachdem es bei einer durch eine mitgliedern, die die gute Sache zu unterstüßen bereit einen Vertreter zu entsenden. Bei der sic< anschließenden 
öffentliche Behörde vertretenen Verwaltung vorgekommen ist, waren, no< einmal der wärmste Dank ausgesprochen sei. Besprechung über das Geschäftsgebahren der Gesellschaft, 
daß der Ersteher eines öffentlich zum Verkauf angebotenen Wenn der Arbeitsausshuß nunmehr über eine Summe kamleßtere wenigvortheilhaft weg. Zum Punkt Weihnachtsfest 
Grundstüks vor der Auflassung und vor der Beurkundung von etwa 530 M. verfügen kann, so reicht diese doh noH wurde beschlossen, dasselbe in üblicher Weise wie in den 
des Vertrages in den Formen des Bürgerlichen Gesezbu<s bei weitem nicht aus, eine größere Kolonie entsenden zu Vorjahren zu begehen und zwar am 23. Dezember 
bezw. des Ausführungsgeseßes zu dem leßteren von seinem können. Es soll de8halb noc<h eine größere Sammlung im Restaurant Rheins<loß; die Herren Braunert, Hoffmann, 
Gebote zurügetreten ist, haben sich verschiedene Verwaltungen im Orte veranstaltet werden und giebt sich der Arbeits- Kiewiß und Stechert wurden in den Ausschuß hierzu ge- 
zur Ergreifung von Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Wieder- ausschuß der Hoffnung hin, daß er bei der bekannten wählt. Nach Erledigung innerer Vereins8angelegenheiten 
holung solher Fälle entschlossen, in denen es an einer Hand- DOpferfreudigkeit der Friedenauer Bevölkerung nicht auf wurde unter Allgemeines das vom Deutschen Kunst-Verlag 
habe, den Bieter zur Erfüllung anzuhalten fehlt. Der Minister verschlossene Herzen und zu ängstlich gehütete Geldbörsen heraus8gegebene Werk „Die Buren und der südafrikanische 
für Landnirthschaft hat den Königlichen Regierungen gegenüber stoßen werde. Sodann wurde dem Damenausschuß ein Krieg", dessen Reinertrag der Deutschen Schule in 
es für angezeigt erklärt, daß für die im Wege des öffentlihen Betrag von 50 M. zur Verfügung gestellt, damit reht- Johannesburg zufließt, empfohlen. 
Meistgebot8 zur Ausführung kommenden Grundstüsverkäufe zeitig für die Beschaffung der erforderlichen Kleidungs- + Hohenzollern-Theater. Auf das heute Abend 
in der Regel die die Versteigerung bewirkenden Beamten zu stücke Sorge getragen werden könne. Die Verwaltung zur Aufführung gelangende Lustspiel von Paul Lindau: 
Urkundsbeamten bestimmt werden und daß sie in dieser Eigen- dieses Geldes übernahm Fräulein Niedlich. Scließlih „Die beiden Leonoren" sei hiermit no<mal8 aufmerksam 
schaft die Gebote der Kaufbewerber entgegennehmen und in kam man überein, da vorläufig an eine Entsendung einer gemacht. Die bis jetzt erfolgte rege Nachfrage nad) Einlaß- 
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Also nicht -- verfehlt anf keinen Fall, aber we8halb kam auf dem zugleiß den Gäjten die Proklamation Horsts * zum halber niedergelegt, würde jedoch später vielleicht noZM den Thee 
er nicht? Die Worte jener Frau kamen ihr wieder in's Ger Majoratsherrn von Hochfeld und seine Berlobung mit Erna von im Salon einnehmen. Dann verließ er, um unbemerkt zu 
dächtniß: „er hatte nur einmal ihren Scherz mit ihr „Detrieben Salten zur Kenntnizz gebracht werden sollte. | . bleiben, auf einer Hintertreppe das Schloß und erreichte jo, 
man kannte ihn ja.“ Heiß wallte es in ihr auf. Der Arg- Aber Horst, vorläufig aller Sorgen ledig, sträubte siH ohne den Hof zu berühren, die Allee, 
wohn pate sie mit aller Macht, eine Stimme in nem Peräfn jeßt, den Wunjh der Mutter zu erfüllen; ihm lag nicht das Rüstig schritt er die Straße nah P - - - - entlang. In 
rief: „es ist niht möglich, glaube an ihn, er liebt Dich ja!“ Geringste an dieser Parthie. Ja, wäre es noch Jrene gewesen! Civil würde er Niemand auffallen, zudem begann es schon zu 
Gewaltsam raffte sih das Mädchen auf, die Hosfnung siegte. Jhr sprudelndes, immer heiteres Temperament gefiel ihm, aber dunkeln. InP.. . . . angekommen fragte er ein Kind nach 
Gewiß war Horst abgehalten worden und würde ihr auf irgend se hatte bereits anders gewählt. Einer seiner Kameraden aus der Wohnung des Buchbinders Faller. | | 
eine Weise Nachricht senden. Schweren Herzens machte sie . « - « « War der Glückliche, der neulich bei der kleinen Schlitten- „Das letzte Haus in der Feldgasse, antwortete der Kleine, 
sic auf den Heimweg. . parthie das Herz der kleinen Komtesse im Sturm erobert hatte. „gehen Sie nur über den Wiesenweg, da ist es näher.“ 
Traurig und verstimmt saß sie am Nachmittag, eine Hand- rna konnte ihn nicht fesseln; Horst fühlte sic von ihr eher Horst befolgte den Nath und kam bald an das bezeichnete 
arbeit im Schoße, am Fenster ihrer Wohnung und blite in abgestoßen als angezogen, er mußte sich zwingen, eine liebens» Haus, Gedämpfter Lichtschein fiel durch die herabgelassenen 
das herrliche Winterwetter hinaus. Jhre Gedanken weilten würdige Unterhaltung zu führen. .. Rouleaux auf die Straße, einen Blik hineinzuwerfen hinderte 
wieder bei dem Geliebten, für dessen Nichtkommen sie die ver- Bor Allem aber beherrjchte ihn der Gedanke an Christine. der vor dem Häusc<hen befindliche Garten. Längere Zeit wartete 
schiedensten Gründe suchte. Das reizende Geschöpf hatte ihm die Sinne verwirrt; er da<te der Baron, in der Hoffnung, Christine werde heraustreten. 
Da wurde ihr Gedankengang durch lustiges Shellengeläute Tag und Nacht an sie, und je weniger er Gelegenheit fand, Da dies nicht geschah, bewegte er ohne Zögern den Klopfer an 
unterbrohen. Unwillfürlich wandte sie den Kopf der Nihtung sie zu sehen, desto mehr jieg das Verlangen nach ihr. Zwei- der Thür. Nicht Jane währte es, bis die Thür geöffnet 
u. Eine Anzahl Schlitten fuhr vorüber, meist von vornehmen mal hatte er versucht, jie in der Bibliothek zu treffen, aber wurde und der kleine ei neugierig herausspähte. , 
Namilien des Städtchens besekt, die lustig sc<herzend und plaudernd vergebens. Fragen konnte er nicht nach ihr, das wäre auf» Als er einen Herrn draußen stehen sah, rief er in's Haus 
ihren Bliken entsc<hwanden. gefallen. Wie sollte er es nur anfangen, mit ihr zusammen» hinein: „Mutter, Mutter.“ | 
Da -- ein Rue! Handarbeit und Stuhl stürzten zu zukommen? Grübelnd stand er am Fenster seines Zimmers. Statt dieser kam die Schwester. Sie erkannte Horst nicht 
Boden, Christine stand, beide Hände auf das Herz gepreßt, „E3 bleibt mir nichts übrig, als selbst zu ihr zu gehen. sogleich. Als er aber den Hut lüstend naß Herrn Buchbinder 
mit weit geöffneten Augen und starrte dem lezten Schlitten nam. Jhr Vater kommt vor 8 Uhr niht nac< Hause, die Mutter Faller fragte, erkannte sie seine Stimme und fuhr mit einem 
In dem Schlitten saß Zocst von Tolsting und beugte sich kennt mich nicht. Vielleicht glükt es.* leisen Aufjchrei zurüf. Erst die Worte des kleinen Rudolph: 
in eifrigem Gespräch, ein lustiges Lächeln auf den Lippen, zu Zum Schreibtisch schreitend, zog er ein Fach auf, dem er „Christine, hörst Du denn nicht, der Herr fragt nac< dem 
einer neben ihm sizenden eleganten jungen Dame herab. Briefpapier entnahm. Nachdem er hastig einige Zeilen ge- Vater,“ brachten sie wieder zu sich, und sie antwortete mit 
schrien hatte, verschloß er das Briefchen und ste>te es in die Ynstrengung: | 
5. Kapitel. rusttasche. Civilkleid beiholen „Der ater ist noZ im Geschäft, er kommt vor 8 nicht 
„ 1 “ 
Während der 14 Tage, die Horst8 Urlaub währte, sollte d Dann. lieh sich ai Hermann Civilkleider herbeiholen nach Hause." ie fatal, i<h hatte Wichtiges mit ihm zu besprechen. 
eine ganze Reihe von Feitticeiten in und außer Beis Syloke un a HE eisen instruirte er den Diener, falls naß ge zie ja besorge doh ht Qicht, im muß etwas aus 
itattfinden. Zum Abschluß wollte die Baronin einen Ball geden, ihm gefragt werde, zu berichten, er habe sich Kopfshmerzen meiner Brieftasche nehmen.“ (Fortsehung folgt.)
	        
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